Reporter Eutin

Wie aus einem behördlichen Irrtum beruflicher Erfolg wird

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Probsteierhagen (kud). Lebenswege – besonders lange – sind eine spannende Angelegenheit. Und manchmal führen sie – dank eines Irrtums „vom Amt“ auch zu interessanten Umwegen. Horst Perry, den Probsteierhagenern durch sein großes ehrenamtliches Engagement bekannt, weiß ein Lied davon zu singen.
Rückblickend kann er nur schmunzeln über das, was nach seinem Realschulabschluss passierte. Der gebürtige Pommer, der nach der Flucht im Zweiten Weltkrieg in Schleswig-Holstein landete, wollte eigentlich schon immer Lehrer werden. „Beim Amt hieß es damals, dazu müsste ich wegen des fehlenden Abiturs erst einmal eine Ausbildung machen.“ (Dies stellte sich erst viel später als Irrtum heraus). Gesagt, getan. Aus Horst Perry wird ein Koch-Azubi in hoch angesehenen Küchen. Danach geht es weiter im Hotel „Atlantic“ in Hamburg.
Die Bundeswehr schließlich ermöglichte dem ehrgeizigen Koch, der sich auch die Auszeichnung „Küchenmeister“ erarbeitete, Einblicke in die Welt der „ganz Großen“. Er durfte bei Regierungsflügen alles bekochen, das Rang und Namen hatte, bis hin zum amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy. Ihn und Ehefrau „Jacki“ lernte er dabei auch persönlich kennen.
Bis dahin aber war Perry durch eine extrem harte Schule gegangen. Tags Arbeit, dreimal wöchentlich zusätzlich abends Meisterschule mit langen Fahrwegen.
Dann war es endlich so weit. Der Weg zur Schule war – dank aller Qualifikationen frei. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2001 unterrichtete Perry im Bereich „Ernährungswissenschaftliche Berufe“. Als Prüfer brütete er unzählige Stunden über den Papieren, um den Prüflingen Fragen aufzubereiten, die sie im beruflichen Leben weiterbringen sollten. Bei internationalen Kochwettbewerben entging ihm eben so wenig wie vor Ort in der Schule. Gründlichkeit ist seine Devise. Noch heute kocht er gern, besonders, wenn im Ort etwas los ist. Dann stellt er sich an den Herd und lockt – beispielsweise bei Veranstaltungen der Kirche – mit köstlichen einheimischen Gerichten.
Ein Blick auf all die Auszeichnungen, die Horst Perry in seinem Leben bekam, macht deutlich: Viel Arbeit im Beruf hat ihn nie davon abgehalten, auch den Blick nach außen frei zu halten. Sehr lange nahm der Sport einen großen Platz im Freizeitleben ein. Engagement in Vereinen, neue Ideen umsetzen, das ist sein Ding. So auch im gemeindlichen Leben. Gemeinsam mit anderen Probsteierhagenern rief er die „Spurensucher“ ins Leben, die inzwischen mehrere Bücher über die Gemeinde und ihr „Schloss Hagen“ publiziert haben.
Und dann ist da auch noch die St. Katharinenkirche, sein weiteres Steckenpferd. Niemand kennt die Geschichte des Kirchbaudenkmals besser als er. Und niemand weiß spannender über diese Kirche zu erzählen. „In jedem Detail in diesem Bauwerk verbirgt sich eine eigene Geschichte“, meint er. „Historische Forschung ist so interessant“, sagt er, für den schon viele Mittagessen ausgefallen sind, weil er sich im Landesarchiv in Schleswig wieder einmal festgelesen hat. Horst Perry will alles ganz genau wissen. Mit Halbheiten gibt er sich nicht zufrieden.
Seit 1967 ist die Familie Perry in Probsteierhagen sesshaft. Seine alte Heimat Pommern hat er dennoch nie vergessen. Als die Not im heutigen Polen am größten war, organisierte er Hilfstransporte.
Inzwischen ist das Leben im Hause Perry ruhiger geworden. Die Gelenke spielen nicht mehr so mit. Da braucht es auch mal Ruhepausen. Aber es gibt ein neues Hobby – die Hühner, denen er im zauberhaft gestalteten Garten hinter dem Gartenhaus ein schönes Zuhause geschaffen hat. Und eigentlich, sinniert er, findet er auch, dass diese Geschichte gar nicht nötig ist. „Alles, was im Laufe meines Lebens entstanden ist, war immer eine Gemeinschaftsarbeit.“



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