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„Wir werden anders zusammenleben“

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Ein neues Quartierbüro der Diakonie Ostholstein gibt es in Klausdorf. Die offizielle Eröffnung fand jetzt im Bürgerhaus statt. Mit von der Partie waren Bürgermeister Michael Stremlau, Heinrich Deicke, Semra Basoglu und Sarah Lütgens.

Ein neues Quartierbüro der Diakonie Ostholstein gibt es in Klausdorf. Die offizielle Eröffnung fand jetzt im Bürgerhaus statt. Mit von der Partie waren Bürgermeister Michael Stremlau, Heinrich Deicke, Semra Basoglu und Sarah Lütgens.

Klausdorf (kud). „Wir werden in Zukunft anders zusammenleben, als wir es bisher gewohnt waren.“ Eindringlich erinnert Klausdorfs Bürgermeister Michael Stremlau an die „alten Zeiten“, in denen Nachbarschaftshilfe eine Selbstverständlich in einem Ort war. „Quartiersarbeit“ - derzeit rund um die Landeshauptstadt derzeit in starkem Aufbau begriffen – soll das aktuelle Problem der Vereinzelung lindern helfen.
„Es war ein langwieriger Prozess, unser Quartiersbüro in Klausdorf schaffen zu können“, so Stremlau. „Denn ohne Fördergelder geht es nun einmal nicht.“ Nun sei diese Hürde aber genommen. Quartiersmanagerin Sarah Lütgens hat ihr Büro im Bürgerhaus bezogen und ganz klare Vorstellungen von ihren künftigen Aufgaben. „In Klausdorf wohnen aktuell etwa 6000 Menschen. Ich möchte mit so vielen wie möglich ins Gespräch kommen.“ Deshalb wandert sie täglich durch den Ort, stellt sich und das Projekt vor, stößt dabei auf viel Zustimmung. „Es ist unglaublich, wie viele Menschen ganz wunderbare Ideen haben wie man das Zusammenleben im Ort verbessern könnte. Leider fehlt den meisten die Zeit und das Know-How, diese Ideen in die Tat umzusetzen. Dabei möchte ich helfen.“
Semra Basoglu, Projektmanagerin der Diakonie Otholstein, hat bereits erste Erfahrungen im Kreis Plön gesammelt. Dort entstehen in unterschiedlicher Trägerschaft nach und nach immer mehr Quartierbüros. Gemeinsam stellten die Frauen mit dem Geschäftsführer der Diakonie Ostholstein Heinrich Deicke ihre Ideen den Bürgern im Bürgerhaus vor. Deicke: „Wir wollen ein lebendiges Quartier für alle Altersklassen entwickeln und fördern.“ Bürgermeister Michael Stremlau sieht einen dringenden Handlungsbedarf auch in der demographischen Entwicklung. „Wir Menschen werden älter. Über kurz oder lang wird es nicht genügend stationäre Plätze für Senioren geben. Die Betreuung im häuslichen Umfeld wird dann immer wichtiger. Aber es genügt nicht, einem alten Menschen einmal täglich Medikamente oder das Essen zu reichen und ihn den Rest des Tage allein zu lassen.“
Ein großes Problem, das stellen auch andere Quartiersbüros fest, ist der Faktor Zeit. In immer mehr Familien ist es notwendig, dass beide Elternteile berufstätig sind. In der kargen Freizeit, das bestätigen auch die Mitarbeiter der Diakonie, seien Eltern dann mit Einkäufen, der Beschäftigung der Kinder und der Pflege von Haus und Garten beschäftigt. „Früher“, erinnert sich Heinrich Deicke,„brachten die Kinder dem Nachbarn mittags schon einmal ein Mittagessen vorbei.“ Heutzutage sei es aber durchaus üblich, dass Kinder ihre Mittagsmahlzeit in der Schulmensa einnehmen und abends zu Hause auch nicht mehr „richtig“ gekocht werde. „Jetzt brauchen wir Modelle für ein Miteinander, die bisher noch nicht praktiziert wurden. Wir hoffen, mit unserer Unterstützung möglichst viele Menschen in einer Nachbarschaft zusammenführen zu können.“
Daraus, so Sarah Lütgens und Semra Basoglu, könnten im günstigsten Fall neue Gruppierungen entstehen. „Das könnten Gruppierungen sein, die sich vielleicht sogar gegenseitig unterstützen.“
Ob daraus dann auch „alternative“ Wohnprojekte wie generationenübergreifendes Wohnen entstehe, bleibe abzuwarten. So hochgreifend seien die Pläne der Quartierbüros derzeit noch nicht.
Auch der Ortsteil Raisdorf plant ein solches Büro. Dafür steht derzeit aber die Finanzierung noch nicht. Bürgermeister Stremlau: „Wir hoffen aber, dass Raisdorf schon im kommenden Jahr nachziehen kann.“
Sarah Lürtgens wird künftig montags von 8 bis 14 Uhr, dienstags und donnerstags von 8 bis 12 Uhr unf freitags von 12 bis 18 Uhr im Büro im Bürgerhaus am Seebrooksberg 1 für Ideen, Fragen und Gespräche zur Verfügung stehen. Telefonisch erreichbar ist sie unter 0151/ 11859375 oder per email : sarah.luetgens@diakonie-altholstein.de


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