Simon Krüger

Ostsee-Orte stellen sich neu auf: Mehr Gäste auch außerhalb des Sommers

Bild: @ pixabay.com

Wenn im Juli die Strände an der Ostsee voll sind, wirkt alles wie immer. Doch hinter den Kulissen hat sich im Tourismus in den vergangenen Jahren einiges verschoben.


Viele Betriebe entlang der Ostseeküste stellen sich mittlerweile breiter auf. Das hat den Grund, dass die klassische Hauptsaison allein für viele schlichtweg nicht mehr ausreicht. Die steigenden Energiepreise, ein verändertes Buchungsverhalten und unsichere Wetterlagen haben dazu geführt, dass Gastgeber und Anbieter umdenken müssen.


In Orten wie Neustadt, Grömitz oder Timmendorfer Strand wird schon länger daran gearbeitet, auch im Frühjahr, Herbst und sogar im Winter mehr Gäste anzusprechen. Nötig sind dafür gar nicht unbedingt große Umbrüche, sondern eher viele kleine Anpassungen.


Reisen verteilen sich stärker über das Jahr


Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich der Inlandstourismus in Deutschland nach den Einbrüchen im Zuge der der Corona-Pandemie wieder deutlich erholt. Dennoch verteilen sich die Übernachtungen stärker über das gesamte Jahr. Kurzurlaube und spontane Wochenendtrips spielen eine größere Rolle als früher.


Für die Region geht damit eine spürbare Veränderung einher. Die Gäste kommen häufiger auch außerhalb der klassischen Ferienzeiten. Viele Betriebe reagieren darauf, indem sie ihre Öffnungszeiten ausweiten und zusätzliche Angebote schaffen. Ebenso sind die Cafés  länger geöffnet, Veranstaltungen werden gezielt in die Nebensaison gelegt und auch Ferienwohnungen werden zunehmend ganzjährig vermietet.


Mit der veränderten Nachfrage wächst allerdings auch der Druck, online präsent zu sein und die Änderungen mit einer möglichst großen Reichweite zu kommunizieren. Die Gäste informieren sich heute schon frühzeitig oder buchen kurzfristig über das Internet. In Gesprächen mit Anbietern ist in diesem Zusammenhang beispielsweise auch von der WooCommerce Migration Shopify zu hören, wenn sie ihre bestehenden Systeme überarbeiten oder vereinfachen.


Buchungen laufen zunehmend auf digitalen Kanälen


Zudem planen die Gäste ihren Aufenthalt heute anders. Viele von ihnen nutzen die digitalen Buchungswege ganz selbstverständlich. Wer eine Unterkunft sucht, erwartet eine direkte Verfügbarkeit und eine einfache Möglichkeit zur Reservierung, idealerweise ohne Umwege.


Die großen Buchungsplattformen haben diesen Wandel beschleunigt. Dennoch setzen immer mehr kleinere Betriebe auf eigene Lösungen, um unabhängig zu bleiben. Dadurch reduziert sich nicht nur der Verwaltungsaufwand, es gibt ihnen auch mehr Kontrolle über die Preise und Verfügbarkeiten.


Noch ein weiterer Punkt fällt auf: Kurzfristige Entscheidungen unter den Urlauber:innen  nehmen zu. Gerade bei gutem Wetter entscheiden sich viele Menschen spontan für einen Ausflug an die Küste. Betriebe, die online gut sichtbar sind und ihre freien Kapazitäten schnell anzeigen, profitieren davon deutlich.


Neue Angebote für wechselhaftes Wetter


Neben den technischen Anpassungen sind aber auch Veränderungen am Angebot selbst nötig. Der klassische Strandurlaub ist nach wie vor beliebt. Viele Orte setzen jedoch ergänzend dazu auch auf wetterunabhängige Aktivitäten. Das können beispielsweise kleinere Veranstaltungen, regionale Märkte oder geführte Touren sein.


Gerade in der kühleren Jahreszeit werden solche Angebote wichtiger. Sie schaffen Anlässe für einen Besuch, auch wenn Baden nicht die Hauptaktivität darstellt. Viele Kommunen und Betriebe arbeiten dabei eng zusammen, um bereits bestehende Veranstaltungen auszubauen oder ganz neue Formate zu entwickeln.


Mehr Planungssicherheit für Betriebe


Langfristig verfolgen viele Anbieter an der Ostsee ein ähnliches Ziel: Ihre Einnahmen sollen sich gleichmäßiger über das Jahr verteilen. Sie profitieren dadurch von mehr Stabilität und einer einfacheren Planung. Damit gehen jedoch auch Herausforderungen einher, vor allem hinsichtlich Personalfragen und steigenden Betriebskosten.


Es entsteht aktuell ein neues Gleichgewicht zwischen der Hauptsaison und den ruhigeren Monaten. Für die Gäste bedeutet das vor allem mehr Flexibilität. Ein Besuch an der Ostsee lohnt sich inzwischen zu wesentlich mehr Zeiten im Jahr.


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