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„Gewalt kommt nicht in die Tüte”

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Am Samstag auf dem Eutiner Wochenmarkt dabei: Ruth Taschendorf von der Frauenberatung und Notruf Ostholstein.

Am Samstag auf dem Eutiner Wochenmarkt dabei: Ruth Taschendorf von der Frauenberatung und Notruf Ostholstein.

Foto: hfr

Ostholstein (t). Das Thema „häusliche Gewalt“ braucht weiterhin öffentliche Aufmerksamkeit. Immer noch gehört Gewalt innerhalb der Familie zu den größten Gesundheitsrisiken für Frauen. Der Begriff umfasst alle Formen der körperlichen, sexuellen, psychischen, sozialen und emotionalen Gewalt, die zwischen erwachsenen Partnern oder Expartnern stattfindet. Häusliche Gewalt bleibt oft unbemerkt hinter verschlossenen Türen, wird verschwiegen, vertuscht, ignoriert. Frauen und Kinder erleiden als Opfer enormes Leid.
Am Samstag, den 27. November von 10 bis 12 Uhr werden beim Wochenmarkt auf dem Berliner Platz in Eutin vor dem Edeka-Markt Brötchen in besonders bedruckten Tüten verteilt, um auf das Thema häusliche Gewalt hinzuweisen. Auf den Tüten steht die Telefonnummer des bundesweiten Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen (08000 116 016). Es wird auch einen vielfältigen Infotisch geben. Als besonderes Highlight wird die Aktion vom Frauen-Duo Rosarot musikalisch unterstützt.
Gleichstellungsbeauftragte Silke Meints, die in diesem Jahr die Aktion organisiert hat: „Unser Ziel ist, dass das nachbarschaftliche Bewusstsein für häusliche Gewalt weiter zunimmt, dass die Menschen erfahren, wie sie helfen können und dass betroffene Frauen so auch gesellschaftliche Unterstützung erfahren.“ Sie verteilt die Brötchentüten zusammen mit Ruth Taschendorf (Frauenberatung und Notruf Ostholstein), Sybille Rohowsky (Frauenhaus Ostholstein) sowie Mitarbeiterinnen der Polizeistation Eutin an die Passantinnen und –Passanten. Sie werden von Bürgermeister Carsten Behnk und Bürgervorsteher Dieter Holst tatkräftig unterstützt. Die Brötchen für diese Aktion sind, wie schon in vergangenen Jahren, eine Spende der Bäckerei Klausberger. Die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ findet landesweit an vielen Standorten statt, unter der Schirmherrschaft von Dr. Sabine Sütterlin-Waack, Ministerin für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein.
„Besonders möchten wir auf die anzeigenunabhängige, vertrauliche Spurensicherung
aufmerksam machen“, sagt Ruth Taschendorf. Von Gewalt Betroffene fühlen sich meist hilflos und verzweifelt. Direkt nach der Tat eine Entscheidung für oder gegen eine Anzeige zu treffen, fällt ihnen schwer. Das sind normale Reaktionen auf ein nicht normales Erlebnis. Häufig gibt es keine Zeugen. Daher ist es so wichtig, alle Tatspuren sofort zu sichern. Nur mit Hilfe von Beweisen (DNA-Spuren oder ähnliches) kann der Täter rechtlich belangt werden. Die Untersuchungsstelle für Betroffene von Gewalt bei der Rechtsmedizinischen Ambulanz Schleswig-Holstein (UKSH) ist auf vertrauliche Spurensicherung spezialisiert. „Die Verletzungen und Spuren von häuslicher oder sexueller Gewalt werden untersucht, gerichtsverwertbar dokumentiert und pseudonymisiert gespeichert, ohne dass dies an eine Anzeige geknüpft ist,“ so Taschendorf. Das Angebot ist kostenlos und Termine können neuerdings auch für Eutin oder Oldenburg vereinbart werden. Hier gibt es KOntakt: Frauenberatung und Notruf OH, Plöner Straße 39, 23701 Eutin, Telefon 04521/73043, Email an eutin@frauennotruf-oh.de, www.frauennotruf-oh.de und auf Instagram:@frauennotruf_ostholstein


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