Reporter Eutin

Neuer Lebensraum für Fauna und Flora

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Foto: W. Hasse

Bad Malente-Gremsmühlen (wh). Beinahe war es wie ein Kahlschlag im Malenter „Baumpark“, dem Arboretum. Doch einige gutgewachsene heimische Bäume durften stehen bleiben, wie solche der Arten Ahorn, Ulme, Linde, Rot- und Hainbuche oder Eibe. Bleiben und weiter wachsen durfte auch ein seltener Sorbus torminales (Elsbeere). „Den hat mein Schwiegervater vor vier Jahren im Arboretum als Spende gepflanzt. Ein heimischer Baum, der nahezu aus unseren Wäldern verschwunden ist“, sagte Jan Eskildsen, der Vorsitzende des Vereins Dorf und Natur Malente (FöDoNa), bei einem Pressetermin auf der „Baustelle“ des Arboretums auf dem Krützen. Er erklärte weiter: „Auch bei zwei Exoten - riesigen Mammutbäumen - konnten wir’s nicht übers Herz bringen, sie zu fällen“. Also kann von Kahlschlag keine Rede sein...


Das Areal befindet sich nicht in Malenter Gemeindebesitz, sondern der Verein hat es von den Landesforsten gepachtet. Der Boden war zuvor mit der Fräse aufbereitet, mit jungen Bäumen und Sträuchern bepflanzt, und Samen war für eine Wildwiese ausgebracht worden. Und damit das Arboretum für Insekten (vor allem Wildbienen),Vögel, Eidechsen, Nagetiere usw. ideale Lebensräume bietet, locken ein Feuchtbiotop, Trockenmauern, durchlöcherte Baumstämme, Sanddünen, Lehmhaufen usw. nicht nur die Tierwelt an; auch möglichst viele Besucher sollen hier auf Rasenwegen die Natur beobachten und genießen. Dabei dürfen Hunde frei laufen, sofern Frauchen oder Herrchen deren Hinterlassenschaften beseitigen.


Schulklassen werden im neuen Arboretum vor Ort noch häufiger als bisher Gelegenheit haben, zu staunen und zu spannenden Erkenntnissen zu gelangen, denn an verschiedenen Stellen werden Beschilderungen über viel Wissenswertes Auskunft geben. Und wenn alles nach Plan läuft, wird der Förderverein, der das Gesamtkonzept „Wunderwelt Wald“ ehrenamtlich stemmt und trägt, schon im Juni mit einem Fest die Eröffnung des aus dem Dornröschenschlaf erwachenden Arboretums feiern.
Das Arboretum wurde an den Wildpark angrenzend 1980 mit 120 verschiedenen Baumarten aus aller Welt angelegt. Es konnte in späteren Jahren aus allerlei Gründen nicht fachgerecht gepflegt werden, und Wildwuchs breitete sich aus. Mit der Herrichtung eines Gehölzelehrpfades wird jetzt der dritte Teil des Themenkomplexes „Baum/Wald“ wieder zugänglich gemacht: Im Wildpark kann man den Wald als Lebensraum großer Wildtiere erleben, der Holzbergturm mit seinen Schautafeln informiert über die Lebensfunktionen von Bäumen, und im Arboretum sollen die ökologischen Funktionen unterschiedlicher Baumarten, wie zum Beispiel der Einfluss der Bäume auf die Insektenvielfalt und den Klimawandel sichtbar werden.
Wildbienen, so erklärten FöDoNa- und andere Vertreter des Projekts, haben in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit erfahren, aber die Kenntnisse über die zahlreichen Arten und ihre Lebensraumansprüche sind nicht so verbreitet. Das Interesse an Wildbienen soll mit einem Bienenlehrpfad unterstützt werden, der innerhalb des Arboretums angelegt wird. Berücksichtigt werden in erster Linie etwa 20 Wildbienenarten, die in der Umgebung von Malente vorkommen. In unmittelbarer Nähe der Schautafeln werden Nahrungspflanzen wie Malve, Dill, Kleearten u.a. angesiedelt und soweit wie möglich Nistmöglichkeiten geschaffen. Der Wildbienenpfad soll so angelegt werden, dass hinter jeder Wegbiegung etwas Interessantes zu entdecken sein wird.
Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 50.000 Euro, in denen 30.000 Euro Fördergelder von der AktivRegion und Bingo, 20.000 Euro von FöDoNa und von Förderern wie Rotary und Volksbank stecken. Der FöDoNa-Vorsitzende Jan Eskildsen sagte, die Planung und Entstehung des Arboretums habe bisher viel Kraft gekostet. Das sei nur mit ehrenamtlichem Engagement zu leisten.


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