Reporter Eutin

„Obst wächst nicht im Supermarkt!”

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Die Gruppen „Frösche“ und „Marienkäfer“ der Katholischen Kindertagesstätte Spatzennest durften letzte Woche bei ERNA die letzten Äpfel des Jahres ernten.

Die Gruppen „Frösche“ und „Marienkäfer“ der Katholischen Kindertagesstätte Spatzennest durften letzte Woche bei ERNA die letzten Äpfel des Jahres ernten.

Eutin (sh). Die Sonne scheint und es ist knackig kalt. Unbeschwertes Kinderlachen ist zu hören. Auf der Obstwiese von ERNA, dem Verein Erlebnis Natur in der Diekstauen 5, ist mächtig was los: 27 Kinder zwischen drei und sechs Jahren laufen in ihren bunten Leuchtwesten zwischen den Obstbäumen hin und her. Vorsichtig wird an den Bäumen gerüttelt und danach fleißig das Fallobst eingesammelt.
Es sind die beiden Gruppen „Frösche“ und „Marienkäfer“ der Katholischen Kindertagesstätte Spatzennest in Eutin. „Dr. Sach hat uns eingeladen, die letzten Äpfel des Jahres zu ernten“, berichtet Kita-Mitarbeiterin Sabine Hierna. „Und da sind wir natürlich sehr gern hergekommen.“
„Die Apfelernte passt wunderbar zu dem Thema, was wir gerade in der Kita behandeln“, verrät Sabine Hierna. „Das Thema heißt: Märchen – und wir sind heute auf der Suche nach Schneewittchens Apfel!“ Und davon hängen hier noch einige an den Bäumen. Die Kinder sind mit Begeisterung dabei. In Windeseile wird ein Berg an Äpfeln zusammengesammelt. Und nicht nur das: Natürlich wird das Obst auch gleich vor Ort gekostet. Auf die Frage, wie die Äpfel schmecken, folgt ein fröhliches, langgezogenes „Guuuhuut!“
„Viele Kinder haben sonst gar nicht die Möglichkeit, Obst selbst zu pflücken“, weiß Kita-Mitarbeiterin Tina Kramp. „Dabei ist es so wichtig für die Kinder, die Zusammenhänge kennenzulernen und den Kreislauf der Natur zu begreifen.“ Und weiter: „Durch so eine Obsternte lernen die Kinder noch mehr von der Natur kennen. Und nur was man kennt, schützt man auch.“ Ein wunderbarer Satz.
Mindestens einmal in der Woche findet bei der Kita Spatzennest der sogenannte „Naturtag“ statt. Dann geht es mit den Kids raus, in die Natur. Neues entdecken und kennenlernen. Bei Wind und Wetter. Das stärkt das Immunsystem. Und die gemeinsamen Erlebnisse fördern den Zusammenhalt.
„Hier bei ERNA ist viel Platz, da können sich die Kinder frei bewegen, das ist natürlich toll.“ Und das tun sie auch. Sie laufen vergnügt über die Obstwiese und suchen fleißig nach Äpfeln. Es ist fast schwierig, alle kurz zusammen zu trommeln, um ein Gruppenfoto zu machen. Gleich im Anschluss schwärmen alle wieder aus. Kisten werden geschleppt, ein Bollerwagen wird gezogen. Alle machen mit.
„Hier lernen die Kinder, wo die Äpfel wirklich herkommen“, so Sabine Hierna. „Wir gehen nicht einfach einkaufen – sondern ernten selbst.“ Viele Kinder kennen Obst nur aus dem Supermarkt – hochpoliert und perfekt geformt. Im Gegensatz zu den Äpfeln, die hier gerade geerntet werden. Einige Früchte haben sogar kleine Stelle. „Die schneiden wir später einfach weg“, erklärt die Kita-Mitarbeiterin. Im Spatzennest befindet sich eine Küche. Dort werden aus den Äpfeln später Apfelchips gemacht oder sie werden für einen Apfelkuchen oder Apfelschalentee verwendet. Dank einer Saftpresse wird mit den Kindern auch Apfelsaft selbst hergestellt.
Die Ernte ist vorbei, es geht zu Fuß zurück ins Spatzennest. „Wir wären übrigens auch bei strömenden Regen hergekommen“, erzählt Tina Kramp. „Für uns gibt es kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.“ In diesem Sinne: Auch im Herbst raus an die frische Luft und die Natur genießen!
Übrigens: Die Firma Bremer aus Eutin hat dem Spatzennest rund 90 Leuchtwesten für die Kinder gespendet. Die Mädchen und Jungen sagen: „Vielen Dank!“ Vor allem jetzt, in der dunklen Jahreszeit, sind solche Westen besonders wichtig.


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