Reporter Eutin

Ein Stück dunkler Geschichte

Bilder

Preetz (kud). Der Weg: Idylle pur. Raisdorf, Neuwühren, Waldkapelle, Gedenkstätte. Auf einer kleinen Lichtung stehen Menschen und betrachten eine kleine Tafel, die in respektvollem Abstand zu einem Gedenkstein steht. Alle sind gekommen, um an das erschütternste Ereignis der Region im Jahre 1961 zu erinnern: den Mord an Förster Franz Bartels, eine in diesen Jahren unglaubliche Tat.

Begangen von zwei jungen Menschen, die damit ihre Raubzüge in der Umgebung verschleiern und ihr Diebesgut genau hier vergraben wollten.
Gerd Dreßler hat diese Geschichte von einst keine Ruhe gelassen. In Archiven und Annalen hat er minutiös verfolgt, was damals im August 1961 geschah und den couragierten Förster das Leben kostete. Licht strahlt durch die Bäume der kleinen Lichtung, die erst jüngst geschlagen wurde, aus Baumschutzgründen. Die kleine Tafel steht knietief. Sie soll die Menschen zwingen, sich ein wenig zu verbeugen, wenn sie sie lesen wollen. So jedenfalls wünscht es sich Gerd Dreßler.

Nur zwei Tage dauert es, um die beiden jungen Mörder dingfest zu machen. Auch ohne DNA-Untersuchung und weitere heute üblichen Ermittlungsmethoden waren sie dank aufmerksamen Wahrnehmungen von Menschen der Umgebung schon nach kurzer Zeit ermittelt.

Dienstag, 1.8.1961: Förster Franz Bartels steigt in seinen Dienst – VW, um Runde durch sein Revier zu machen. Gegen 17 Uhr startet er. Wie spätere Ermittlungen ergeben, trifft er auf zwei Jugendliche, die im Begriff sind, für ihre Beute aus mehreren Raubzügen eine Grube zu graben. Gegen 20 Uhr wird der VW von Angehörigen des Försters gesichtet. Sein Hund kehrt herrenlos heim. 2. August: eine groß angelegte Suchaktion führt zu der Grube. Darin Förster Bartels – erschlagen. Auch die Täter sind schnell ermittelt. Zwei Jugendliche. Die bald darauf folgende Gerichtsverhandlung löst in der Region heiße Diskussionen aus, denn die beiden jungen Männer werden nach dem damals neuen Jugendstrafrecht abgeurteilt.

Die Erschütterung der Menschen in der Region währte lange. Und Zeitzeugen erinnern sich noch heute an das Geschehen, das, so Gerd Dressler, nicht in Vergessenheit geraten sollte.
Der alte Gedenkstein, der an das mutige Einschreiten des Försters erinnert, blinkt in der Sonne. Die in respektvollem Abstand stehende neue kleine Tafel ebenso.
Dirk Sauer, heutiger Revierförster, hat sich um die Herrichtung der Gedenkstätte gekümmert, damit das Andenken gewahrt bleibt.

Auch Fritz und Klaus Bartels, die Söhne des Ermordeten, haben sich eingefunden. Ebenso die Priörin und der Probst des Klosters Preetz. Erinnerungen an eine Zeit der damals westdeutschen Ruhe, erinnert Gerd Dreßler: endlich wieder Frieden, Vollbeschäftigung. Und dann solch eine Greueltat. Die Tatwaffe, ein Beil, fand die Polizei später am Wegesrand.


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