Reporter Eutin

Leiterin Claudia Gusovius feiert 20-jähriges Jubiläum – Einweihung des neuen Verkehrsübungsplatzes

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Plön (los). Mit der Eröffnung eines neuen Verkehrsübungsplatzes und der Ehrung ihrer langjährigen Leiterin Claudia Gusovius hatte die Mofaschule des Förderzentrums Plön-Lütjenburg und der Kreisverkehrswacht (KVW Plön) gleich doppelten Grund zum Feiern. Im Rahmen der Ehrung in der Aula Am Schiffsthal und anschließender Einweihung des übernommenen Areals hinter der ehemaligen Heinrich-Harms-Schule ließen die Akteure zwei Jahrzehnte ihres Projekts Revue passieren und würdigten die Leistungen von Claudia Gusovius, die seit 20 Jahren die Regie hat. Schüler der Mofaschule präsentierten anschließend die Praxis, kreisten im nachgestellten Straßenverkehr und knatterten im Slalom durch den Hütchenparcours. Mancher Zuschauer fühlte sich in die eigene Jugend zurück versetzt und an erste Fahrstunden erinnert. Claudia Gusovius, durch langjähriges Engagement versiert, lotste ihre Fahranfänger sicher über den neuen Kurs auf dem ehemaligen Schulhof. Die Lehrerin am Förderzentrum führt als Leiterin der Mofaschule jährlich zwei Kurse mit Theorie und Praxis durch, mittlerweile sind es 38. Nutzten zunächst fast ausschließlich Schüler des Förderzentrums das Angebot, wurde dieses seit 2012 auch für Teilnehmer der anderen Schularten zugänglich, was zu weiteren Kooperationen führte. Federführend war dabei der Verein FRISBI, aus dem sich die offene Ganztagsschule entwickelt habe, verdeutlichte Gusovius.
Aufgrund des speziellen Konzepts, das auf eine bestimmte Zielgruppe ausgerichtet sei, bestehe keine Konkurrenz zu den Fahrschulangeboten im Kreis Plön, betonte Hans-Dieter Schwarz von der Kreisverkehrswacht. Denn insbesondere die Verkehrssicherheit steht im Vordergrund. Sie wird durch Theorie und Praxis vermittelt: Die Mofaschule kann dafür sogar einen eigenen Mofa-Fuhrpark nutzen. Der war in der Vergangenheit an der Rodomstorschule untergebracht und rollte während seines Einsatzes durch den Verkehrsgarten am Büffelpfad. Dies änderte sich, da die Fläche künftig von der Grundschule für den Sportunterricht genutzt werden soll. Bis 2020 wurden die Kurse an der Rodomstorschule durchgeführt. Angesichts des Platzproblems bot dann die Gemeinschaftsschule den nur noch sporadisch genutzten Schulhof der ehemaligen Hauptschule an. Die von der KVW Plön bereitgestellten und unterhaltenen sechs Mofas sowie das erforderliche Equipment würden inzwischen in einer dort extra neu errichteten Garage gelagert, informierte Hans-Dieter Schwarz. Und da der Übungsplatz realitätsnah gestaltet ist, werden die Teilnehmer hier auf die unterschiedlichsten Situationen im Straßenverkehr vorbereitet. Claudia Gusovius kann mit ihren Kursen also wieder kräftig durchstarten, noch dazu in unmittelbarer Nachbarschaft zum Förderzentrum (neben der Aula am Schiffsthal), als weiterem Vorteil. Denn ein Steckenpferd ihrer Arbeit ist die schulartübergreifende Inklusion und eins der Ziele der Mofaschule notwendigerweise auch die Steigerung der Lesekompetenz. Mancher Schüler habe während des Mofa-Kurses das Lesen erlernt, verriet sie. Zudem entwickelten die Teilnehmer durch Teamarbeit und Hilfsbereitschaft ihre Sozialkompetenz und Persönlichkeit. Der verbriefte Erfolg, die Mofa-Prüfbescheinigung erworben zu haben, fördere zudem das Selbstvertrauen und die Selbstsicherheit. Diese Aspekte und auch die erreichte Mobilität im ländlichen Raum, erhöhten wiederum die Chancen beim Einstieg ins Berufsleben. „Teilweise waren bei Förderschülern vier theoretische Prüfungen nötig“, erinnerte Gusovius daran, wie viel Motivation und Durchhaltevermögen einige Jugendliche mitbringen müssen, um das Ziel zu erreichen. „Für viele junge Menschen ist es nach wie vor schwierig, zeitgerecht zur Schule oder zum Ausbildungsplatz zu kommen, auch heute.“ Ein erschwingliches Mofa sei daher für zahlreiche Jugendliche eine Lösung. Ab 15 Jahren dürfen sie sich damit im Straßenverkehr bewegen, wobei die kleinen Roller nur 25 km/h aufweisen dürfen.
Die Mofa-Schule wurde 1975 von dem Polizeibeamten Gerhard Seefluth gegründet, später führten die Polizeibeamten Stephan Kalinowski und Manfred Helm das Projekt fort. Im Frühjahr 2000 übernahm Claudia Gusovius die Leitung. Ihre Zukunftsvision: Das Thema Elektromobilität und die allmähliche Erneuerung des Fuhrparks. „Und eine mobile Ampelanlage habe ich auch noch auf dem Wunschzettel“, verriet sie.


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