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Trotz „guter Buchungslage” kein Ausgleich nach dem Lockdown

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Plön (los). „Das war für alle ein herausforderndes Jahr“, zieht die Leiterin der Tourist Info Großer Plöner See Caroline Backmann Bilanz für Plön und Bosau. Die Auswirkungen der Corona Pandemie haben die Stadt Plön 25 Prozent ihres touristischen Umsatzes gekostet: „Bei einem durchschnittlichen jährlichen Bruttoumsatz von rund 54 Millionen Euro entspricht das einem absoluten Verlust von 13,5 Millionen Euro.“ Dabei hat es nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen eine Wende im Tourismusgeschäft gegeben: Ab Mitte Juni begann die Saison 2020, die zahlreiche Gäste über Sommer an den Plöner See lockte. „Doch selbst Betriebe mit sehr guter Buchungslage können sich nicht wirklich als Gewinner fühlen“, verdeutlicht Caroline Backmann mit Blick auf das verlustreiche Frühjahr. Die Sommer- und Herbstmonate haben die Folgen des Lockdowns nicht wieder auffangen können.
Viele Buchungen hätten insbesondere klassische Ferienhäuser in abgeschiedener Lage und mit viel Platz verzeichnet. „Sie haben mit einer guten bis sehr guten Auslastung annähernd das Vorjahresergebnis erzielt.“ Bei Privatunterkünften sei auch die längere Aufenthaltsdauer von zwei bis drei Wochen auffällig gewesen, „Längen, die die Vermieter gar nicht mehr kannten“, entgegen dem Trend der vergangenen Jahre zu kürzen Urlaubsaufenthalten. Selbst im September, wenn die Urlaubszeit nach Ende der großen Ferien normalerweise abebbt, habe eine „noch immer sehr gute Buchungslage“ festgestellt werden können. Da jedoch ein Viertel des touristischen Gesamtumsatzes im Frühjahr erwirtschaftet werde, sei dieser Ausfall nicht mehr rückholbar gewesen. Reserven für die Wintermonate fehlen nun. In der Konsequenz würde jetzt in den Folgemonaten „viel mit niedrigem Umsatz“ gefahren, um die Kosten der Unternehmen niedrig zu halten, erläutert Caroline Backmann. „Nur im Privatsegment gibt es eine gute bis sehr gute Auslastung.“
Für Hotels, allen voran solche, die mit Gruppengeschäft, Großveranstaltungen und Geschäftsreisen ihr Geld verdient haben, erwies sich 2020 als schweres Jahr. „Zum Teil müssen die Betriebe Mitarbeiter entlassen, in der Hoffnung, sie 2021 wieder einstellen zu können.“ Andere seien in Kurzarbeit oder freigestellt. Zudem würden Investitionen zurückgestellt. Wie sich die Buchungslage weiter entwickele, hänge vom Infektionsverlauf ab, so Backmann.
„Alles ist sehr kurzfristig“, sagt sie, das Plön bezogene Buchungsgeschehen sei für 2021 entsprechend verhalten. „Ich glaube, dass viele hoffen, dass sie wieder ins Ausland reisen können.“ Sorgen macht sich Caroline Backmann zudem um die Jugendherbergen, „da die Schulen viele Reservierungen für Klassenreisen zurückziehen.“ Die Betriebe reagierten unterschiedlich darauf. „Einige schließen bis Ende des Jahres, andere öffnen sich vermehrt dem Tourismus.“ Auch Campingplätze seien mit „deutlich höheren Anforderungen an die Hygiene“ konfrontiert und hätten daher mehr Personal im Einsatz – mehr an Arbeit und mehr Kosten fallen für sie an.
Wie die Tourismusunternehmen über den Winter in die nächste Saison kommen, müsse sich zeigen. „Für die wirtschaftliche Existenz ist 2021 jetzt absolut wichtig“, verdeutlicht Caroline Backmann, die mit zahlreichen Betriebsinhabern gesprochen hat.
Langfristig könne sich das veränderte Reiseverhalten als Chance für das Binnenland erweisen: „Man muss es aber auch schaffen, die Nachfrage bedienen zu können.“
Die Tourist Info präpariert sich schon für 2021, überarbeitet den Online-Auftritt und will im kommenden Jahr wieder von 8 bis 18 Uhr (derzeit 9 bis 17 Uhr) öffnen. Der Stadt-Bucht-Fest Termin wurde bereits auf den 20. bis 22. August festgelegt.


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