Reporter Eutin

Ein Klavier, ein Klavier... sogar ein Schrankklavier

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Preetz (los). Vielleicht spielt das Instrument nicht die erste Geige unter den Musikinstrumenten. Ein Blickfang ist das neue alte und runderneuerte Schrankklavier im Heimatmuseum in der Preetzer Mühlenstraße allemal, auch wenn es sich so unauffällig gibt wie das Verschwindekabinett in Harry Potter. Klang und Namen hat es auch. Dafür hat Kunsthistoriker Jürgen Ostwald gesorgt, der durch die Fielmann-Stiftung die Restaurierung des historischen Möbelstücks initiierte, angestiftet von Jana Burchert, der stellvertretenden Niederlassungsleiterin der Plöner Fielmann-Filiale. „Es ist Fielmanns Idee gewesen, kleine und mittlere Museen mit geringem Anschaffungsetat zu unterstützen“, sagt Ostwald, der in diesem Fall die Instandsetzung der kuriosen Kostbarkeit in die Hand genommen hat. Über das ansehnliche wie wohlklingende Ergebnis freuen sich die Vertreter des Heimatvereins Frauke Eggers und der Vorsitzende Axel Langfeldt, die das besondere Exponat von einer Preetzerin geschenkt bekamen.
 

Ein Wendepunkt für das schöne Instrument, denn im Rahmen einer Haushaltsauflösung der ehemaligen Organistin habe sogar die Option der Verschrottung im Raum gestanden, berichtet Frauke Eggers. Jetzt taugt es sogar fürs Kammerkonzert, so schön klingt es, wenn Klavierbauer und -restaurator Stefan Schafft die Tasten anschlägt. Er habe dem Heimatverein „relativ gutes Ausgangsmaterial“ bestätigt und den Auftrag von Fielmann ausgeführt. Gebaut worden sei das Schrankklavier um 1900.
Das Instrument war seinerzeit eine findig „2 in 1 – Lösung“ für eine Doppelnutzung. „Es wurde für kleine Wohnungen entwickelt“, erklärt Jürgen Ostwald mit Blick auf die Kombination von Möbel und Klavier. Häufiger sei die gleichzeitige Nutzung als Sekretär beziehungsweise Schreibtisch gewesen. Schrankklaviere gab und gibt es seltener. „Aber so eine Kombi mit Bücherschrank habe ich auch noch nicht gesehen“, schränkt Ostwald ein.
„Es ist fast ein Unikat, und auch die einklappbare Klaviatur ist
 

mir vollkommen neu.“ Zudem war das Instrument in sämtlichen Details noch original, auch die Besaitung. „Die Hammerköpfe wurden minimal nachgearbeitet, dass es gut spielbar ist“, erklärt Stefan Schafft. Gerade die Hammerköpfe würden heutzutage ganz anders hergestellt und seien „fester und schwerer als damals“. Die Vorhandenen seien aber gut eingespielt, insgesamt „so, dass die noch gut formbar waren“, präzisiert er. Hersteller des Klaviers sei die Hoepfner Pianofabrik A. Jaschinski. (Die Hoepfner Pianofabrik A. Jaschinski wurde 1800 in Berlin gegründet.
 

Sie hatte sich auf die Fertigung von Hoepfner Schreibtischklavieren und „Stutzpianos“ mit Notenschränken spezialisiert. Nach kurzer Zeit zählte Hoepfner zu den Marktführern im Bereich der Schreibtischklaviere und soll Schreibtischklaviere mindestens bis 1929 gebaut haben.)
Das Heimatmuseum ist sonnabends und sonntags von 15.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.


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