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Dank „Otschi“: Holstein siegt auch in Aue

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Die Kieler Gegengerade sollte Samstag wieder gut gefüllt sein

Die Kieler Gegengerade sollte Samstag wieder gut gefüllt sein

Foto: D. Freytag

Kreis Plön (dif). Nein, schwache Nerven durfte man als Fan der KSV Holstein am vergangenen Freitag beim Zweitligaspiel in Aue nicht besitzen. Bis weit in die 2. Halbzeit hinein schienen die Störche das Ruder klar Richtung Auswärtssieg eingestellt zu haben. Durch die Tore von Fin Bartels (18.) und Sören Gonther (38., via Eigentor) war alles im Lot, zumal sich die Gastgeber durch den Platzverweis von Soufiane Messeguem (42. Foulspiel) selbst dezimiert hatten. Doch ab Minute 78 nahm das „Erzgebirger Drama“ seinen Lauf. Nikola Trujic traf zum Anschluss und Jan Hochscheidt -mit seinem ersten Ballkontakt- sogar zum Ausgleich (84.).
 
Doch Kiels Neuverpflichtung Otschi Wriedt hatte etwas gegen eine Punkteteilung. Wie bereits sieben Tage zuvor Sterner, traf auch der Ex-Bayern Kicker in der 90. Minute zum Dreier. Vor dem Spiel war bereits klar: Auf lange Sicht verzichten müssen die Störche auf Hauke Wahl. Der „Capitano“ bekam Pfeiffersches Drüsenfieber diagnostiziert. Auch von uns gute Besserung und eine schnelle Rückkehr auf den Platz. Der sportliche Ausblick: In der 2. BUNDESLIGA heißt der nächste Gegner Samstag Karlsruher SC. In der vergangenen Saison wären die Störche mit einem Sieg in die Bundesliga aufgestiegen. Doch alles Vergangenheit und nur noch eine Randnotiz. Das Hinspiel endete kurios mit 2:2. Tor KSC nach 39 Minuten (Choi), dann Kieler Doppelschlag durch Joshua Mees und Fin Bartels binnen 120 Sekunden (78. und 80. Minute). Doch einmal mehr Torjäger Hofmann verhinderte acht Minuten später den Auswärtssieg der Nordlichter. Wir tippen auf einen 2:0-Sieg der Rapp-Mannschaft, die von der Veranlagung den Gästen überlegen sein sollte. Zumindest auf ein halbwegs gut gefülltes Stadion kann sich der Verein freuen. Stichwort Holstein Mannschaft: Welcher Akteur in „Blau Weiß Rot“ kommt eigentlich bei den Anhängern in Kiel am besten an. Wir haben hier in den Halbzeiten der Spiele gegen Sandhausen und den FC St. Pauli aus dem vergangenen Jahr im Block I einmal nachgefragt. Das Ergebnis wird kaum überraschen, denn mit großem Abstand ist Fin Bartels der beliebteste Holsteinspieler der Neuzeit. Gebürtiger Kieler, Pokal-Held gegen die Bayern im Januar 2021, dazu noch Leistungsträger und ein Akteur der einfach sympathisch rüberkommt. Dazu passt es natürlich, dass er seinen Vertrag kürzlich um eine Saison verlängerte. Auf dem „Silberrang“ findet man Fabian Reese. Der Außen ist ebenfalls an der Förde geboren und gilt zudem als Publikums-Motivator, der bei Rückständen immer wieder die Fanszene zum Support auffordert.
 
Da verzeiht man ihm auch mal den einen oder anderen Fehlpass. Sehr beliebt ist auch Alexander Mühling, der für Vereinstreue steht und am längsten das Holstein-Jersey trägt. Seine Fangemeinde gefunden hat auch Benedikt Pichler. Der Österreicher trifft regelmäßig, auch wenn er noch nicht der erhoffte Torjäger ist und hat auch schnell einen Draht zu den Anhängern gefunden. Vom Typ her könnten auch Fiete Arp und Lewis Holtby in diese Gruppe stoßen. Das Duo hat mit Sicherheit Qualitäten, die zum Publikumsliebling reichen. Nach dieser Umfrage machte Jonas Sterner mit seinem Düsseldorf-Treffer und auch dem starken Spiel gegen den FC St. Pauli auf sich aufmerksam. Sein Weg an der Förde hat gerade erst begonnen, eine gute Basis hat das Talent schon mal gelegt. Kapitän Hauke Wahl schwächelt in seinen Leistungen in der Serie, gehört aber trotzdem zu denjenigen, die in der Gunst der Szene weit oben stehen. Sein Bayern-Pokaltreffer in der 94. Minuten macht auch ihn in Kiel für alle Zeiten unsterblich. Zuletzt ist da noch Neuzugang „Otschi“ Wriedt, dessen Treffer in Aue nicht gerade nachteilig gewesen sein sollte. Von ihm dürfte man sich für die Zukunft einiges erhoffen. Nicht mehr Werbung in eigener Sache kann Holmbert Aaron Fridjonsson machen. Der Isländer wechselte per sofort und bis Ende des Jahres, auf Leihbasis mit Kaufoption, zu Lilleström SK nach Norwegen.


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