Petra Remshardt

Blaugrüne Mosaikjungfer ist Gartentier des Jahres

Bilder
Den Komplexaugen mit den bis zu 30.000 Einzelaugen der Libelle entgeht nichts. (Foto: Dr. Hannes Petrischak / Heinz-Sielmann-Stiftung)

Den Komplexaugen mit den bis zu 30.000 Einzelaugen der Libelle entgeht nichts. (Foto: Dr. Hannes Petrischak / Heinz-Sielmann-Stiftung)

Die Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) wurde von 1.033 Naturfreunden zum Gartentier des Jahres 2019 gewählt. Zwischen dem 4. April und 26. Mai konnte online für einen von sechs Gartenbewohnern abgestimmt werden. Insgesamt gaben knapp 3.100 Interessierte ihre Stimme ab. In diesem Jahr standen sechs Teichbewohner zur Wahl. Mit der Aktion möchte die Heinz-Sielmann-Stiftung auf den dramatischen Rückgang der biologischen Vielfalt in unserer Kulturlandschaft hinweisen. Mit 33,4 Prozent der Stimmen lag die Blaugrüne Mosaikjungfer, eine der häufigsten Großlibellen in Deutschland, klar vor den anderen Kandidaten. Den zweiten Platz belegte mit 21,56 Prozent der Stimmen die Erdkröte (Bufo bufo), dicht gefolgt vom Teichmolch (Lissotriton vulgaris), der knapp 19,51 Prozent der Stimmen bekam.
Das Gartentier des Jahres 2019 gehört zur Familie der Edellibellen. Mit einer Körperlänge von bis zu acht Zentimetern und einer Flügelspannweite von bis zu elf Zentimetern gehört die Art zu den größten Libellen. Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist gut an den ovalen, grün gefärbten Flecken auf dem Rücken zu erkennen. Auf dem schwarzen Hinterleib der Männchen sind oberseits grüne oder blaue Flecken sehr charakteristisch angeordnet. Bei den Weibchen sind alle Flecken braunschwarz-grün.
Riesenlibellen schon vor Millionen Jahren auf der Erde
Libellen sind echte Urviecher. Die ältesten Vorfahren der heutigen Arten umschwirrten schon im Karbon vor 358 bis 298 Millionen Jahren die Sumpfwälder, die heute als Steinkohle abgebaut werden. Dabei waren diese Vertreter deutlich größer. Fossilien belegen Flügelspannweiten bis zu 72 Zentimeter. Der Körperbau und die Lebensweise der Libellen haben sich in den letzten 150 Millionen Jahren kaum noch verändert. Libellen sind eine Erfolgsgeschichte der Evolution, die den Luftakrobaten gleich mehrere erstaunliche Fähigkeiten mit auf den Weg gegeben hat.
30.000 Augen entgeht nichts
Die großen Facettenaugen bestehen aus bis zu 30.000 Einzelaugen. Auf der Kopfoberseite liegen zusätzlich drei kleine Punktaugen, die als Gleichgewichtsorgan schnelle Flugbewegungen koordinieren können.
Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist ein geschickter Jäger. Sie fängt ihre Beute im Flug. Mücken, Fliegen und anderen Fluginsekten, manchmal auch anderen Libellen, stehen auf ihrem Speiseplan. Entlang des Gartenteichs, aber auch weiter entfernt auf Wiesen und an Waldrändern ist sie aktiv unterwegs, auf der Suche nach der nächsten Mahlzeit. Zur Paarungszeit patrouillieren die Männchen entlang des Gewässers. Sie bleiben häufig im Flug in der Luft stehen, um nach Weibchen Ausschau zu halten. Und Libellen haben noch eine erstaunliche Fähigkeit. Dank der unabhängigen Anordnung der vier Flügel können sie sogar rückwärts fliegen. Vor allem bei Revierkämpfen unter den Männchen ist diese Eigenschaft nützlich.
Libellen stechen nicht
Hartnäckig hält sich das Gerücht, Libellen würden stechen. Sie sind völlig harmlos und besitzen keinen Stachel. Allerdings sind einige Arten recht neugierig und umkreisen Menschen oder Objekte, um sie von allen Seiten betrachten zu können. Dabei verharren Sie oft im Flug oder ändern abrupt die Richtung.
Botschafter für gefährdete Libellenarten
Von den 79 heimischen Libellenarten werden 35 Spezies auf der Roten Liste der gefährdeten Insekten aufgeführt. Das Gartentier des Jahres 2019 steht noch nicht auf der Roten Liste. Denn die Blaugrüne Mosaikjungfer ist eher genügsam. Den Großteil ihres Lebens verbringt sie nicht als Fluginsekt. Die Larven leben bis zu drei Jahre lang im Wasser, bevor sie sich in die schillernde Libelle verwandeln. Sie tolerieren auch Sauerstoffmangel und Frost. Selten gelingt die Entwicklung der Larve zur Libelle sogar in Regentonnen. Die Ansprüche an die Gewässerqualität und -Struktur sind nicht sehr hoch. Dennoch ist diese häufige Libelle Botschafter für ihre gefährdeten Artgenossen.
Jeder kann etwas für die Artenvielfalt tun
Jeder Gartenfreund kann selbst etwas für das Gartentier des Jahres und all seine wasserbewohnenden Kollegen tun. Nora Künkler, Biologin bei der Heinz Sielmann Stiftung, erklärt: Der aktuelle Bericht des Weltbiodiversitätsrates zeigt, dass wir auf einen dramatischen Wendepunkt zusteuern, wenn wir den Verlust der Artenvielfalt nicht jetzt aufhalten. Jeder zweite Haushalt besitzt einen Garten, das sind etwa 20 Millionen Gärten in Deutschland. Allein alle Kleingärten, etwa eine Million insgesamt, bedecken eine Gesamtfläche von 40.000 Hektar. Gärten haben eine wichtige Funktion als Ersatzlebensräume und Trittsteine für Tier- und Pflanzenarten. Gärtner müssen sich ihrer Verantwortung für den Artenschutz bewusst sein. Mit einer naturnahen Gestaltung können sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten. Im naturnahen Garten sollte auf Insektizide, Pflanzenschutzmittel und chemische Dünger verzichtet werden. Durch die kluge Kombination von Pflanzenarten lässt sich die natürliche Abwehr stärken. Wilde Ecken im Garten bieten Nahrung und Rückzugsräume für Tiere. Totholzstapel etwa werden zum Winterquartier für Erdkröte oder Igel. Blumenwiesen statt Golfrasen locken Nützlinge wie Schmetterlinge, Käfer oder Hummeln in den Garten und bedeuten Zeitersparnis für den Gärtner. Statt den lärmenden Mäher über den Rasen zu schieben, kann der sich im Liegestuhl zurücklehnen und das bunte Treiben im Garten beobachten.
Weitere Informationen: https://www.sielmann-stiftung.de/gartentier. (red)


Weitere Sonderthemen
Auto-Glasbruch
Elektriker
40 Jahre Buchstabe Hochtorstraße
Offroader
SeniorenSonderseiten
Hof Klostersee besticht durch eine reichhaltige Auswahl von selbst erzeugten Produkten ergänzt durch ausgewählte Zukaufartikel.

Gewussst woher


Seit 33 Jahren lebendiger Einkaufsort

11.11.2020
Hof Klostersee in Grönwohldshorst Der biologisch-dynamisch bewirtschaftete Hof Klostersee in Grömitz-Grönwohldshorst ist seit 33 Jahren ein lebendiger Einkaufsort in der Region und für die Region. Im Mittelpunkt stehen die eigenen…
Bauen Sonderseiten
Hilfe in schweren Stunden
Auto Sonderseiten
Einfach nur „yummy“: die leckeren Pizzen à la Ollex.

Wir sind für Sie da - Lieferung/Abholung


Neu in Bliesdorf: Restaurant Ollex

06.11.2020
Bliesdorf. Ein Start mit Hindernissen, aber mit vielen kreativen und vor allem leckeren Ideen - eigentlich wollte Alexander Schmidt am vergangenen Mittwoch die Neueröffnung seines Restaurants „Ollex“ auf dem Campingplatz Kagelbusch…
Weihnachtsmärkte
Preisträger Familienfreundliches Unternehmen im Kreis Ostholstein 2020.

Familienfreundliches Unternehmen


Der Kreis Ostholstein zeichnet familienfreundliche Unternehmen 2020 aus

31.10.2020
Eutin. Der Kreis Ostholstein hat am 22. Oktober familienfreundliche Unternehmen in Ostholstein ausgezeichnet. Kreispräsident Harald Werner als Schirmherr dieser Auszeichnung und Landrat Reinhard Sager ehrten in einer Festveranstaltung im Kreishaus Unternehmen, die…
30 Jahre Mein Friseur
Steuerberater
Innenarchitektin Renate Reinhard hat ihr Sortiment um Tapeten und Farben der Firmen Farrow & Ball sowie Little Greene erweitert.

Herbstzeit


Wohnraumgestaltung an der Ostsee

21.10.2020
Scharbeutz-Klingberg. Das komplette Programm von Tapeten und Farben der Firmen Farrow & Ball und Little Greene gibt es ab sofort bei der Innenarchitektin Renate Reinhard in Scharbeutz-Klingberg. Liebhaber von außergewöhnlichen Stoffen für…

UNTERNEHMEN DER REGION