Reporter Timmendorf

Fahrradstraßen in Timmendorfer Strand und Niendorf sollen im September eingerichtet sein

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Rund 50 Radfahrer haben an der Fahrrad-Demo teilgenommen und forderten die schnellstmögliche Einrichtung der Fahrradstraßen und sichere Schulwege.

Rund 50 Radfahrer haben an der Fahrrad-Demo teilgenommen und forderten die schnellstmögliche Einrichtung der Fahrradstraßen und sichere Schulwege.

Foto: René Kleinschmidt

Timmendorfer Strand. Nach der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses der Gemeinde Timmendorfer Strand am vergangenen Donnerstag steht nun fest, wann die Strandstraße und Rodenbergstraße in Niendorf/Ostsee sowie die Strandallee in Timmendorfer Strand in Fahrradstraßen umgewandelt werden. Nach dem aktuellen Stand sollen die beiden Hauptverkehrsstraßen (Strandallee und Strandstraße) sowie die Straße An der Acht und die Rodenberg­straße möglichst im September zu Fahrradstraßen (mit zugelassenem Pkw- und Lkw-Verkehr - „Anlieger frei“) werden.

Der Ausschuss für Umwelt, Energie und Verkehr hat bereits in seiner Sitzung am 19. Mai beschlossen, die Strandallee und die Strandstraße so schnell wie möglich zwischen der Ostseetherme Scharbeutz und dem Meerwasserhallenbad in Niendorf – als „Fahrradstraßen - Anlieger frei“ herzurichten.

Erneute Fahrrad-Demo vor der Ausschuss-Sitzung

Vor der jüngsten Ausschuss-Sitzung, die am Donnerstagabend in der Sporthalle des Ostsee-Gymnasiums stattgefunden hat, gab es erneut eine Fahrrad-Demo mit etwas über 50 Teilnehmern. Die Demonstranten forderten eine zügige Umsetzung der beschlossenen Fahrradstraße. Nachdem der Kreis Ostholstein im Frühjahr die Promenaden in der Gemeinde per Verordnung für Fahrräder sperren gelassen hat, sorgen sich die Demo-Teilnehmer, darunter auch Schüler und Eltern, vor allem um die Sicherheit der Schulkinder, die mit ihrem Rad unterwegs sind.

In den letzten Wochen war die Gemeinde im Punkt „Schulwegsicherung“ bereits wie folgt tätig: Am 3. August wurden 500 Warnwesten an die Schulen übergeben. Zudem hat der Bürgermeister am 30. Juli eine Eingabe beim Verkehrsministerium getätigt, die Strandpromenade für die Dauer der Vollsperrung der B 76 temporär für radfahrende Schüler*innen zu öffnen. Diese Eingabe wurde erneut abgelehnt.

Vollsperrung der B 76 wird verlängert

Nach Mitteilung des LBV muss die Vollsperrung der B 76 bis zur Fertigstellung der neuen Bahnhofsbrücke verlängert werden. An den Wochenenden (Freitag, 16 Uhr, bis Montag 7 Uhr) wird ein einspuriger Baustellenverkehr mit Ampel eingerichtet. Die Fertigstellung der neuen Brücke wird sich vermutlich bis ins Frühjahr 2022 verzögern.

Viele Fragen in der Einwohnerfragestunde

Während der Einwohnerfragestunde, die eigentlich nur für 30 Minuten anberaumt ist, stellten Mitglieder vom Aktionsbündnis „Pro Rad Timmendorfer Strand-Niendorf“ und Demo-Initiatoren eine Stunde lang ihre Fragen an die Ausschussmitglieder und an den Bürgermeister.

Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke berichtete, dass die Fahrradstraße in Vorbereitung ist und die Gemeindeverwaltung auf die bestellten Verkehrsschilder wartet. „Die Verwaltung hat alles für die Umsetzung getan,“ so Partheil-Böhnke.

Ein Niendorfer Bürger betonte, dass das Miteinander zwischen Fußgänger und Radfahrer bisher gut funktioniert hätte und fragt, ob dem Kreis als übergeordnete Behörde ein Unfallbericht oder -gutachten vorliegen würde? Daraufhin antwortete Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke: „Auch wenn es keine Unfälle gegeben hätte, wäre eine Anordnung des Kreises erfolgt, da die Promenaden generell Fußgängerwege zum Promenieren sind und Radfahrer lediglich gestattet wurden. Ein Unfallschwerpunkt ist da noch nicht mal ausschlaggebend. Eine Anwohnerin hat eine Beschwerde eingereicht, deshalb ist der Kreis aktiv geworden.“ Weiter sagte der Verwaltungschef: „Uns als Gemeinde sind leider die Hände gebunden. Wenn der Kreis das Radfahren auf der Strandpromenade per Verordnung verbietet, müssen wir uns dem leider beugen.“

Handel und Gastronomie befürchten Umsatzeinbußen

Die Einrichtung von Fahrradstraßen in Timmendorfer Strand und Niendorf/Ostsee sind aber auch umstritten: Während sich die Radfahrer auf die Straßen, in denen die Radler Vorrang haben, freuen, fürchten Gewerbetreibende - vor allem aus Niendorf - Umsatzeinbußen, wenn ihre Kunden „nur noch unter erschwerten Bedingungen mit dem Auto die Geschäfte erreichen können“.

Die Frage, wie lange es dauern würde, eine andere Maßnahme wie den im Tourismusausschuss vorgestellten Dünenweg entlang der Strandpromenade umsetzen zu können, konnte nur mit „einige Jahre“ beantwortet werden. Wie „der reporter“ bereits berichtete, kann es von der Vorstellung über Planung und Genehmigungsverfahren bis zu einer Umsetzung zirka drei Jahre dauern. Der Tourismusausschuss hat in seiner Sitzung am 11. Mai die Verwaltung beauftragt, gemeinsam mit der Fachplanerin Schlie ein Konzept für einen Dünenweg zu erarbeiten. Die Entwürfe sollen im Herbst vorgestellt werden.

Beschilderungs- und Markierungsplan für die Fahrradstraßen wurde vorgestellt

Während der Sitzung wurde schließlich ein benötigter Beschilderungs- und Markierungsplan vorgestellt, der mehrheitlich auf Zustimmung der Ausschussmitglieder stieß. Vertreter von CDU und WUB kritisierten ihn als „Flickenteppich“. Vor allem, dass Radler in der Fahrradstraße auch gegen die Einbahnstraße auf der Strandallee fahren dürfen, wurde kritisiert. „In der Poststraße kann man gefahrlos von Timmendorfer Strand in Richtung Niendorf fahren, da muss man nicht entgegen der Fahrtrichtung die Strandallee benutzen,“ hieß es von WUB-Vertreter Andreas Müller.

CDU beantragte Aufhebung des Fahrradstraßen-Beschlusses vom Mai

Die CDU-Vertreter bezweifelten öffentlich, ob der Verkehrsausschuss überhaupt für eine Entscheidung und einen rechtsgültigen Beschluss zur Einrichtung einer Fahrradstraße zuständig sei. „Es handelt sich hier schließlich um einen großen Eingriff in die zentrale Infrastruktur der Gemeinde,“ so CDU-Ausschussmitglied Gudula Bauer. Die CDU-Fraktion beantragte, den Fahrradstraßen-Beschluss vom Mai 2021 wieder aufzuheben. Laut Gemeindeordnung ist der Ausschuss allerdings tatsächlich für eine endgültige Entscheidung in diesem Punkt zuständig.

„Wir haben jetzt wieder eine beschämende Situation in einer Sitzung, das missfällt mir sehr,“ fand Wolfgang Hargus vom BürgerBündnis Neue Perspektive deutliche Worte, der sich gegen ein Hin und Her aussprach. Gabriela Eckert (SPD) stimmte ihm zu und sagte: „Es gibt momentan keine andere Alternative.“ Und Dr. Felix Benary (Grüne) sagte: „Was hier vorgestellt wurde, ist eine deutliche Verbesserung für alle Radfahrer und die Autofahrer können die Straßen auch weiterhin nutzen.“ Mit den Stimmen von BBNP, Grünen, SPD und FDP wurde der Antrag der CDU schließlich abgelehnt.

Benötigte Haushaltsmittel werden in den Haushalt gestellt

Letztendlich stimmte die Mehrheit dafür, die benötigten 325.000 Euro für die Fahrradstraßen in den Haushalt zu stellen. Für die benötigten Haushaltsmittel zur Einrichtung der Fahrradstraße wurde am 20. August ein Förderantrag gestellt und die benötigten Haushaltsmittel sind im Nachtragshaushaltsplan 2021, im Haushaltsplan 2022 und im Haushaltsplan 2023 bereit zu stellen. „15 Jahre Förderung hört sich lange an,“ sagte Bürgermeister Partheil-Böhnke, „aber dennoch kann man die Förderung zurückzahlen, wenn die Fahrradstraße nach einigen Jahren wieder wegfällt, wenn dann beispielsweise eine andere Möglichkeit zum Radfahren auf der Promenade gegeben ist.“

Außerdem werden die gebührenpflichtigen Parkstände und die Verkehrsinseln in der Strandallee zugunsten des fließenden Verkehrs aufgehoben. Laut Beschluss wird die Verwaltung beauftragt, vor der Umsetzung baulicher Maßnahmen ein Konzept zur Parkraumgestaltung in der Strandallee und Strandstraße zu erarbeiten und die Öffentlichkeit zu beteiligen.

Der Entwurf des Beschilderungs- und Markierungsplanes wird jetzt der Polizeidirektion Lübeck und dem Fachdienst Straßenverkehr des Kreises Ostholstein zur Freigabe vorgelegt und soll nach derzeitigem Stand im September 2021 umgesetzt werden. Hierfür wurden mit Unterstützung der Timmendorfer Strand Niendorf Tourismus GmbH bereits ein Informations-Flyer erarbeitet und weitere Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit vorbereitet. (rk)


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