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Festakt und Sommerfest: 50 Jahre Evangelischer Kindergarten in Timmendorfer Strand

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Timmendorfer Strand. Der Evangelische Kindergarten im Steenkamp in Timmendorfer Strand feierte vor Kurzem sein 50-jähriges Bestehen mit einer Festwoche, in der die Kita-Kinder jeden Tag etwas anderes zum Jubiläum erlebten.

Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten war am 2. September das große Sommerfest, das mit einem Festakt begonnen hat. Die Erzieherinnen und Kinder gestalteten die Feierstunde gemeinsam musikalisch. Zu Beginn erklang das Lied „Einfach spitze“. Dann begrüßte die Kita-Leiterin Cornelia Techen alle Kinder und anwesenden Eltern sowie Vertreter vom Förderverein, der Kirche und aus der Politik.

„50 Jahre Kindergarten, das heißt: Seit 50 Jahren gehen hier kleine und große Menschen ein und aus. 50 Jahre sind 18250 Tage,“ rechnete Cornelia Techen aus. „Diese Tage sind gefüllt mit Kinderlachen und manchmal auch mit Tränen.“ Seit 50 Jahren treffen Kinder und Eltern im Steenkamp 1 auf andere Kinder und andere Eltern und es entstehen Freundschaften, „die halten manchmal ein Leben lang“. Cornelia Techen weiter: „Das sind 50 Jahre Eingewöhnung, Laternen basteln, Krippenspiel, Faschingspartys, Ostereiersuchen und Elternabende auf viel zu kleinen Stühlen …“

 



Und schon 49 Mal haben Kinder, die doch gerade noch so klein waren, den Kindergarten verlassen und wurden eingeschult. Techen: „Und sie bekamen von uns ein Rucksack voll mit Selbstvertrauen und Sozialkompetenz mit auf den Weg in ihr weiteres Leben.“

Die Kita-Leiterin berichtet, dass seit 50 Jahren in diesem Haus gespielt, gelacht, gestritten, versöhnt, gesungen, geturnt, gemeinsam gegessen, auch mal Pipi in die Hose gemacht wird - „und alles begleitet von Mitarbeitern voller Liebe und Geduld.“ 50 Jahre Kindergarten war aber nicht immer das gleiche: „Jeder Tag, jede Situation und jedes Kind ist neu und einzigartig. Jedes Kind, jeder Mensch ist von Gott gewollt, so wie er ist. Und mit diesem Selbstverständnis können hier in diesem Haus Kinder mit Gott groß werden.“ So dankte auch Pastor Michael Franke dem Kita-Team für die gute, religiöse Früherziehung.

Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke übermittelte in seinem Grußwort die Glückwünsche der Gemeinde - auch im Namen der anwesenden Bürgervorsteherin Anja Evers - und lobte die gute Arbeit, die die Erzieherinnen tagtäglich leisten.

Dann kam die langjährige, ehemalige Kindergartenleiterin Barbara Bergmann zu Wort, die die Kita von der ersten Stunden an 40 Jahre lang leitete. Ihre Rede fing mit einem Zitat an: „Einen Garten anzulegen, heißt, an ein Morgen zu glauben.“

 



Barbara Bergmann: „Frei nach Audrey Hepburn könnten wir sagen, einen Kindergarten zu bauen, heißt, in die Zukunft zu investieren. Ein Haus zu bauen, in dem Kinder spielen, lernen, sich erproben, Neues erleben und Freunde finden können – in einem geschützten Raum, das war das Bestreben vor 50 Jahren der Kirchen- und politischen Gemeinde. Sie gaben damals diesem Bau ihren Segen, der in seiner Bauart an eine Aneinanderreihung von Waben erinnert, Waben, die um einen Innenraum arrangiert sind – einen Raum der Begegnungen, der abends und bei Licht seinen ganz eigenen Charme entfaltet.“
Neu war dies alles für alle, sagte sie. So war dieser Kindergarten doch mit einer der ersten im Kreis Ostholstein – also nicht nur neu für die ersten Kinder, die wie alle folgenden ihre ersten Tage immer mit Herzklopfen beginnen.

„Ein Kindergarten ohne Kinder wäre eine leere Hülle, wäre wie ein Garten ohne Blumen, sie geben Herz und Seele, sie schenken Vertrauen und unberechnend Liebe, sie regen an, Denkspuren zu verlassen und neue Wege zu gehen, sie fordern uns heraus und zum Denken und Nachdenken auf, stellen unsere Autorität in Frage und oft viele oder unbequeme Fragen. Wir können soviel von ihnen lernen, wenn wir bereit sind, uns ihnen zu öffnen und Zeit und Gefühl in sie zu investieren,“ so Barbara Bergmann. „Daher ist die Unterhaltung und Begleitung dieses Kindergartens sicherlich auch eine kostspielige und zeitintensive, aber immer eine Investition in die Zukunft.“

 



Nach ihrer Rede überreichten die Mitglieder des Fördervereins noch ein Banner, das am Kindergarten-Gebäude heruntergelassen wurde, und die WUB-Fraktion Timmendorfer Strand spendete 250 Euro. Schließlich richtete auch Probst Peter Barz einige Worte an die anwesenden Jubiläumsgäste und zündete mit den Kindern eine Gartenkerze an, die er als Geschenk mitbrachte.

Im Anschluss an die Feierstunde wurde das große Sommerfest gemeinsam mit Speis und Trank und einigen Spielstationen auf dem Gelände gefeiert. (rk)


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