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Innere Lübecker Bucht wird zur Tourismus-Modellregion

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Die Bürgermeister*innen und Tourismusverantwortlichen von Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Sierksdorf und Neustadt ziehen für die Lübecker Bucht an einem Strang.

Die Bürgermeister*innen und Tourismusverantwortlichen von Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Sierksdorf und Neustadt ziehen für die Lübecker Bucht an einem Strang.

Foto: TSNT GmbH

Kiel/Timmendorfer Strand/Scharbeutz. Der Kreis Nordfriesland mit seiner Ferieninsel Sylt, der Dithmarscher Urlaubsort Büsum, die Schleiregion samt Eckernförde sowie die innere Lübecker Bucht (mit Timmendorfer Strand, Niendorf/Ostsee, Scharbeutz, Haffkrug, Neustadt, Pelzerhaken und Rettin) sind für die kommenden Monate Tourismus-Modellregionen in Schleswig-Holstein. Sie werden unter wissenschaftlicher Beobachtung vorsichtige Öffnungsschritte wagen. Das gab Wirtschafts- und Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz nach Beratungen mit Verantwortlichen der Tourismusbranche und innerhalb der Regierungs-Koalition am vergangenen Freitag bekannt. Beworben hatten sich insgesamt 12 Kreise, Städte, Gemeinden und Regionen. Alle ausgewählten Modellprojekte stehen unter dem Vorbehalt, dass das jeweils zuständige Gesundheitsamt der Umsetzung zustimmt oder Auflagen erteilt.

„Die von uns einmütig ausgewählten Bewerber haben allesamt gute und ambitionierte Konzepte vorgelegt, mit denen sich nach unserer Überzeugung beweisen lässt, dass ein sicherer Tourismus trotz Pandemie möglich ist“, sagte Buchholz. Bestandteil der Konzepte sei unter anderem der Aufbau einer – gegenüber dem augenblicklichen Zustand – deutlich erhöhten Test-Kapazität in den Kommunen. Nun gehe es darum, die zu Papier gebrachten Ideen möglichst rasch in konkretes Handeln umzusetzen. Buchholz machte allerdings auch deutlich, dass das Infektionsgeschehen und die damit verbundene Belastung des Gesundheitswesens das ausschlaggebende Kriterium bleibe. „Das heißt auch, dass im Ernstfall – unabhängig vom Inzidenzwert eines Kreises – jedes Modellprojekt durch das Veto des örtlichen Gesundheitsamtes abgebrochen werden kann und die Gäste nach Hause geschickt werden“, so der Minister.

Mit Blick auf die einzelnen Bewerbungen kam die „Task Force Tourismus“, zu der neben dem Tourismusministerium und dem Tourismusverband unter anderem auch die IHK Schleswig-Holstein, der DEHOGA, der Städteverband und der Landkreistag gehören, für die Lübecker Bucht zur folgenden Bewertung: Die innere Lübecker Bucht (Timmendorfer Strand-Niendorf, Scharbeutz, Haffkrug, Sierksdorf, Neustadt, Pelzerhaken, Rettin) hatte bereits im vergangenen Sommer viel Erfahrung bei der Besucherlenkung und im Umgang mit einem hohen touristischen Andrang sammeln können. Angesichts des schwer berechenbaren Tagestourismus bezeichnete Buchholz die Bewerbung als „mutig“, zugleich aber auch als sinnvoll, da sich einzelne Orte nicht aus der Perlenkette herauslösen könnten. „Denn die Vorgabe ist unter anderem eine regionale Abgrenzbarkeit und dieses Modellprojekt wäre ein exzellentes Beispiel für eine gelungene Öffnung des Tourismus unter schwierigen Bedingungen einer hohen touristischen Frequenz“, so der Minister.

Buchholz hob hervor, dass bewusst hohe Anforderungen an die touristischen Modellprojekte gestellt worden seien, weil sie den Beleg liefern sollen, dass Tourismus auch in Corona-Zeiten sicher und gesund möglich ist. „Wir haben nicht umsonst eine wissenschaftliche Begleitung gefordert. Es ist uns ernst damit, so dass nur solche Projekte an den Start gehen können, die mit Partnern aus Hochschulen oder Kliniken zusammenarbeiten, die den Verlauf des Projekts genau verfolgen. Es ist schließlich niemandem geholfen, wenn das schiefgeht.“

Wiederöffnung des Tourismus erfolgt in zwei Schritten

Das Hochfahren des Tourismus wird in zwei Schritten vorgenommen: Ab Montag, den 19. April, sollen Beherbergungsbetriebe zur Selbstversorgung (Ferienwohnungen und Campingplätze) und Freizeiteinrichtungen öffnen dürfen. Neben der Außengastronomie darf dann in den an der Modellregion beteiligten Betrieben auch die Innengastronomie wieder öffnen. Ab Montag, den dem 26. April, soll dann die Hotellerie folgen.

Laut Auskunft von Joachim Nitz, Geschäftsführer der Timmendorfer Strand Niendorf Tourismus GmbH, und André Rosinski, Vorstand der Tourismus Agentur Lübecker Bucht, haben insgesamt 220 der angeschriebenen Betriebe eine verpflichtende Beteiligungserklärung unterschrieben: „Wir können bei diesem touristischen Modellprojekt rund 40 Prozent unserer Gesamtkapazitäten von Niendorf bis Rettin an den Start bringen.“

Bis zum morgigen Mittwoch sollen die Hygienekonzepte aller teilnehmenden Betriebe eingesammelt sein, die dann beim Kreisgesundheitsamt zwecks Erteilung der Ausnahmegenehmigungen eingereicht werden. Parallel dazu werden für Betriebe und Gäste entsprechendes Info-Material erstellt und weitere Corona-Testzentren errichtet, wie zum Beispiel in Niendorf /Ostsee (im Haus des Kurgastes), in Groß Timmendorf (im Hotel Fuchsbau) und in Scharbeutz (im Bayside Hotel). (rk)


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