Reporter Timmendorf

Baukosten wurden auf 3 Millionen Euro reduziert: Tourismusausschuss stimmt für neues Kurparkhaus als „Kulturhaus Haffkrug“

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Haffkrug. In einer Sondersitzung hat der Tourismusausschuss der Gemeinde Scharbeutz im voll besetzten Saal des Haffkruger Kurparkhauses am vergangenen Mittwochabend mit 9 zu 2 Stimmen für den Neubau des maroden und 60 Jahre alten Hauses gestimmt. Geplant ist ein modernes Kulturhaus für Bürger und Touristen.
Als der Tourismusausschuss am 24. Oktober zusammengekommen ist, war sich das Gremium nicht einig. Der Bau war umstritten, weil sich die Kosten seit der ersten Schätzung Ende 2015 um 2 Millionen Euro auf 3,6 Millionen Euro erhöht hatten.
In der jüngsten Sitzung wurden jetzt zur Realisierung des Bauvorhabens „Kulturhaus Haffkrug“ zusätzliche Haushaltsmittel in der leicht reduzierten Höhe von 3 Millionen Euro netto bereitgestellt.
„In der letzten Sitzung hat die Diskussion zwei völlig berechtigte Positionen beherrscht,“ so Bürgermeister Volker Owerien. „Zum einen die berechtigte Forderung der Vereine und Verbände, der Dorfschaft, aber auch insgesamt des Tourismusortes Haffkrug dahingehend, dass nach vielen Jahren der Diskussionen und Beratung hier
nun endlich ein neues Haus entsteht, das den Vereinen, Verbänden und der gesamten Dorfschaft eine neue Heimstätte gibt und gleichzeitig auch ein touristisch attraktiver Veranstaltungsort werden soll. Andererseits besteht aber auch gleichzeitig die Verpflichtung für unsere Politik, mit den ihnen zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln verantwortungsvoll umzugehen und zu hinterfragen, welcher Beitrag angemessen ist, um die berechtigte Forderung nach einem Neubau zu finanzieren.“ Dies zähle umso mehr, wenn über einen nicht gerade unerheblichen Betrag in Höhe von 3,6 Millionen Euro entschieden werden soll, so Owerien.
„Dass die Forderung der Dorfschaft Haffkrug, nunmehr endlich die hier nicht haltbaren Zustände einer Nutzung dieses abgängigen Gebäudes absolut nachzuvollziehen ist, zeigt auch der bisherige Zeitablauf der Planungen. Denn bereits im Februar 2014 hatte der Tourismusausschuss entschieden, für dieses Projekt eine Arbeitsgruppe – bestehend aus Mitgliedern aller Fraktionen, der Verwaltung, des Dorfvorstandes und den Fachplanern – einzurichten, um die weitere Vorgehensweise und eine Entscheidung unter Berücksichtigung des Raumprogramms beziehungsweise des Raumbedarfs festzulegen,“ berichtet der Bürgermeister.
In 2015 wurde dann der 1. Entwurf des damaligen Architekten vorgelegt, dem abschließend im Tourismusausschuss am 21. Juli 2016 zugestimmt wurde. Zu diesem Zeitpunkt lag eine Kostenschätzung in Höhe von 1,6 Millionen Euro vor, „allerdings auch mit dem Hinweis des Architekten, dass es sich hier nicht um die Endsumme handelt, da zum Beispiel noch weitere Positionen in den Kostengruppen Küche, Brandschutz oder auch Umwelttechnik fehlen.“
In 2016 stand damit eigentlich schon die grundsätzliche Entscheidung für einen Vorentwurf. „Ab da hätte es eigentlich in die Detailarbeit gehen sollen,“ berichtet Volker Owerien. „Das dann aber mehr als ein Jahr keine Detailarbeiten möglich waren, hat nicht daran gelegen, dass die Politik solange beraten hat oder dieses Projekt gar schieben wollte, sondern hat schlichtweg daran gelegen, dass der damalige Architekt keine Kapazitäten mehr hatte, um die weiteren Leistungsphasen zu erbringen und das Projekt bis zum Ende zu begleiten,“ so Owerien weiter.
Im Mai letzten Jahres ist dann die Entscheidung über die Vergabe der Planungsleistungen an ein neues Architekturbüro ergangen. „Dies auch mit der Zielsetzung der Einreichung des Bauantrages im 1. Quartal 2018, mit der Einplanung eines ausreichenden Zeitfensters für die Genehmigungsphase, um dann im September 2018 mit dem Abbruch zu beginnen und danach dann die Tief- und Hochbauarbeiten umzusetzen, damit eine Fertigstellung in jedem Fall im Jahre 2019 realisiert werden kann,“ erläutert Owerien.
Im Frühjahr sind die Bauantragsunterlagen erstellt worden, die auch im August bei der Baugenehmigungsbehörde eingereicht wurden. „Wir hätten also tatsächlich auch entsprechend der selbst auferlegten Zeitschiene im September/Oktober mit dem Abriss und den weiteren Baumaßnahmen beginnen können. Ein Strich durch die Rechnung hat uns dann aber die dezidierte Kostenberechnung gemacht, die natürlich erst nach Feststehen aller Detailplanungen vorgenommen werden konnte und somit auch erst Anfang September vorlag,“ berichtet Owerien vor gut 150 Zuhörern im Saal des Kurparkhauses. Die Arbeitsgruppe hat sich dann insgesamt dreimal im September und Oktober zusammengefunden, um sich mit der Kostenentwicklung zu beschäftigen und in der Sitzung am 19. September einstimmig dem Kostenumfang und dem Bauzeitenplan mit einer Umsetzung ab November zugestimmt. „Gleichzeitig sollte aber auch noch Kostenreduzierungspotenzial aufgezeigt werden. All das mündete dann in der Sitzung des Tourismusausschusses am 24. Oktober,“ so Bürgermeister Owerien.
Die Zeit seit der letzten Sitzung wurde für intensive Gespräche der Fraktionen untereinander genutzt und abschließend hat Bürgermeister Volker Owerien dann am Vorabend der jüngsten Sitzung zu einer vorbereitenden Sitzung eingeladen, damit man einen möglichst tragfähigen Kompromiss darlegen kann.
Die Größe des geplanten Hauses ist von zwei Faktoren abhängig, wie Bürgermeister Owerien erklärte: „Wir brauchen einen Saal, der für Veranstaltungen größerer Art für mindestens 200 Personen ausgelegt ist.“
Die zweite maßgebliche Einrichtung, die die Größe dieses Hauses bestimmt, sei die Gastronomie. „Auch im Hinblick auf die Nutzung des Saales für Hochzeiten, Jubiläen oder Geburtstagen bedarf es meiner Meinung nach einer Gastronomie, mit entsprechender Größe,“ so Owerien.
Ohne die Qualität oder Nutzungsmöglichkeiten des Hauses einzuschränken, könnte man auf die Kücheneinrichtung und kleinere Detailpunkte in der Gestaltung des Außenbereiches verzichten. Es bestehe die Möglichkeit, dass im Rahmen der Ausschreibung und der Suche nach einem Betreiber, dieser seine eigene Kücheneinrichtung oder Bestuhlung mitbringen möchte. Vielleicht sei es dann möglich oder auch notwendig, dem Pächter für die Anfangsphase bei der Pacht entgegen zu kommen.
Dies unterstellt könnte man die Leistungsverzeichnisse für die Ausschreibung dahingehend ändern und man käme dann auf eine Gesamtsumme von rund 3,27 Millionen Euro. „Im Ergebnis haben wir uns dann mehrheitlich auf ein Kompromiss und eine Grenze für die Ausschreibung in Höhe von 3 Millionen EUR geeinigt,“ so Owerien.
Mit neun Ja-Stimmen und zwei Nein-Stimmen (WUB) wurde dann folgendem Beschluss zugestimmt:
„1. Der Tourismusausschuss empfiehlt der Gemeindevertretung, zur Realisierung des Bauvorhabens ,Kulturhaus Haffkrug’ einen Gesamtbetrag in Höhe von 3 Millionen Euro netto im Wirtschaftsplan 2019 bereitzustellen.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, eine Förderung des Kulturhauses Haffkrug zu beantragen.“
Dorfvorsteher Helmut Kurth bedankte sich bei den Bürgerinnen und Bürgern für ihr zahlreiches Erscheinen und bei den Ausschussmitgliedern für die Zustimmung. Nach ersten Schätzungen könnte das marode Kurparkhaus spätestens im Januar 2019 abgerissen werden. „Das neue Kulturhaus, das sturmsicher positioniert werden muss und deshalb ein Meter höher stehen wird als das alte Kurparkhaus, könnte 2019 stehen,“ zeigt sich Bürgermeister Owerien zuversichtlich.



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