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Endstation Ratekau?: Aktivgruppe Timmendorfer Strand verfasst Online-Petition zum Erhalt der Bäderbahn

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Mike Lindner und Heinz Meyer von der Aktivgruppe Handel und Gewerbe Timmendorfer Strand bitten um Unterstützung zum Erhalt der Bäderbahn. (Foto: AGHGT/hfr)

Mike Lindner und Heinz Meyer von der Aktivgruppe Handel und Gewerbe Timmendorfer Strand bitten um Unterstützung zum Erhalt der Bäderbahn. (Foto: AGHGT/hfr)

Timmendorfer Strand. Wenn die neue Bahntrasse an der A1 entsteht, soll es nach 2028 für Zugreisende nach Timmendorfer Strand nur noch den Endhaltepunkt Ratekau geben.
„Die Frage, wie der Gast von Ratekau nach Timmendorfer Strand gelangt, ist angesichts der Tatsache, dass die Bahntrasse zum Timmendorfer Bahnhof stillgelegt werden soll, völlig offen. Buspendelverkehr – autonome Fahrzeuge auf der alten Trasse – Fahrradwege: alles Vorschläge, die nicht funktionieren werden, angesichts der enormen Zahl von Reisenden, die von Ratekau dann nach Timmendorfer Strand befördert werden müssen – und zwar mit Gepäck“, machten Heinz Meyer und Mike Lindner von der Aktivgruppe Handel und Gewerbe Timmendorfer Strand (AGHGT) jetzt im Rahmen eines Pressegespräches deutlich. Sie haben eine Petition verfasst, die sich an das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein wendet, mit der Bitte um den Erhalt der schienengebundenen Bäderbahn nach Timmendorfer Strand und Scharbeutz. Darin fordern sie dazu auf, den Letter of Intent vom Land Schleswig-Holstein und der Deutschen Bahn von 2014 zu revidieren.
„Die vorhandene Bahntrasse nach Timmendorfer Strand und weiter nach Scharbeutz/Haffkrug muss erhalten und weiter betrieben werden. Alles andere würde bedeuten, dass wir den Gast in Ratekau seinem Schicksal überlassen“ so Meyer.
Dabei spielt es für die AGHGT auch keine Rolle, dass sich die Politik in Timmendorfer Strand längst für den Bahnhof in der Nachbargemeinde entschieden hat. „Alle Politiker, Leis­tungsträger und Vereine und Verbände sollten jetzt den Schulterschluss zeigen, sonst ist bald Endstation Ratekau. Noch ist es nicht zu spät. Jetzt handeln für den Erhalt der Bäderbahn“, sagen sie. Denn für Urlaubsgäste, Tagesgäste, Pendler und Ausflügler seien Bahnhöfe auf der grünen Wiese unattraktiv und ein Umstieg in Bus oder Taxi, zeitintensiv, aufwändig, nicht zuverlässig, teuer und unbequem.
„Einer Studie zufolge schreckt es 50 Prozent der Fahrgäste ab, die Bahn zu nehmen, wenn sie nur einmal umsteigen müssen“, machten Lindner und Meyer deutlich und legten weitere Zahlen vor, die auch in der Petition nachzulesen sind: „Timmendorfer Strand ist der am stärksten frequentierte Bahnhof entlang der Ostseeküste. Bei täglich im Durchschnitt 1.400 Fahrgästen betrifft diese Planung jährlich zirka 450.000 Personen auf ihrem Weg zur Arbeit, zur Schule, zur Ausbildungsstätte, an den Strand oder in den Urlaub.“ Hinzu kämen täglich im Durchschnitt rund 900 Fahrgäste, die den Scharbeutzer Bahnhof nutzen.
Lindner: „Analysen gehen davon aus, dass dann zirka 50 Prozent weniger Fahrgäste mit dem ÖPNV an die Ostsee reisen, stattdessen zusätzlichen Straßenverkehr verbunden mit Umweltbelastung, Lärm und Abgasen auslösen. Alleine an direktem Kaufkraftverlust errechnet sich so eine Summe von zirka 7,5 Millionen Euro im Jahr weniger in Timmendorfer Strand.“
Um das zu verhindern, fordert die AGHGT dazu auf, der Online-Petition zu folgen, die dann mit möglichst vielen Unterschriften durch eine namhafte Abordnung aus Timmendorfer Strand an das Ministerium in Kiel übergeben werden soll.
Dabei betont Meyer: „Nicht nur Timmendorfer können sich beteiligen und uns unterstützen. Wir haben auch schon Unterschriften aus Berlin und Bayern. Schließlich geht es ja auch alle an, die die Bäderbahn nutzen.“
Die Online-Petition ist zu finden unter www.aktivgruppe-timmendorferstrand.de/petition. Außerdem liegen an öffentlichen Plätzen in Timmendorfer Strand Unterschriften­lis­ten aus.
Zum Wegfall der Bäderbahn hat die AGHGT ein Video ins Internet gestellt, das das Thema im Detail erläutert: https://vimeo.com/343646790.



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