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Gemeindewehren Stockelsdorf: Personalsorgen trotz hoher Mitgliederzahlen

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Stockelsdorf. Traditionell in der Gaststätte „Dissauer Hof“ waren die Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Stockelsdorf vor kurzem zusammengekommen, um hier ihre jährliche Hauptversammlung abzuhalten. Von 80 Delegierten aus den elf Stockelsdorfer Wehren waren insgesamt 78 anwesend. Vielfach wurden sie dabei von ihren Kameraden aus den Ortswehren begleitet, die nicht zu den Delegationen zählten. Somit war der Festzahl im „Stammlokal“ in Dissau auch diesmal mit rund 200 Besuchern wieder gut gefüllt.
In seinem Jahresbericht erinnerte Gemeindewehrführer Günter Volgmann an den 13. April letzten Jahres. Der Freitag, an dem die Feuerwehr Horsdorf Opfer eines Brandes geworden war und festellen musste „Nichts geht mehr“. „Noch während des Einsatzes wurde uns Hilfe von den Kameraden aus den benachbarten Wehren zugesagt“, hob er besonders die gemeindeübergreifende Unterstützung aus Bad Schwartau hervor und dankte ausdrücklich dem als Gast anwesenden Gemeindewehrführer Lars Wellmann aus Bad Schwartau. Die Einsatzkräfte aus der Nachbarstadt hatten spontan zugesagt, der Horsdorfer Wehr ein auszurangierendes Fahrzeug zur Verfügung zu stellen, solange die Horsdorfer auf Ersatz für ihr durch den Brand zerstörtes Fahrzeug warten müssen. Landesweit hätten Wehren von dem Schicksalschlag gehört und ihre Hilfe in Form von Sachspenden angeboten, wofür Günter Volgmann ebenfalls seinen Dank aussprach.
Anschließend ging er auf die Mitgliedersituation ein. Trotz der erfreulich hohen Zahl der Aktiven mahnte er zur Vorsicht. Das Problem: die Verteilung. Während die beiden großen Wehren Stockelsdorf und Mori personell aus dem Vollen schöpfen können, sieht es in einigen kleineren Ortswehren eher mau aus. In einer dieser kleineren Wehren habe zuletzt nur ein Brandbrief an die Einwohner auf der Suche nach neuen Mitgliedern eine Auflösung verhindern können, so Volgmann. Denn „eigentlich sollte in jedem Einsatzfahrzeug jeder Platz mindestens dreimal besetzt sein“. Und das sei bei enigen Wehren auf den Dörfern nicht der Fall.
Weiteres Problem: die Tagesverfügbarkeit. „Viele Einsatzkräfte arbeiten weit entfernt von ihren Einsatzgebieten und stehen im Ernstfall nicht zur Verfügung.“
Dennoch warnte Stockelsdorfs Feuerwehrchef vor Zusammenlegungen oder gar Auflösungen – auch nicht zeitweise. Das löse das Problem der Tagesverfügbarkeit auch nicht. Und: „Ich habe in letzter Zeit nicht gehört, dass überhaupt irgendwo eine Wehr neu gegründet wurde. Wenn eine Wehr weg ist, dann ist sie weg“.
Auch mitgliederschwächere Ortswehren müssten daher unbedingt erhalten bleiben und sollten stattdessen von anderen Wehren stärker unterstützt werden, riet Volgmann.
Ähnlich wie im Vorjahr gehören aktuell rund 300 Aktive den Feuerwehren der Gemeinde an. Im Berichtsjahr 2018 mussten sie 212 Einsätze im eigenen Ausrückebereich abarbeiten. Hinzu kommen 61 Einsätze im Rahmen der nachbarschaftlichen Löschhilfe. Für fünf Personen kam jede Hilfe zu spät, 28 Menschen konnten verletzt geborgen, 19 gerettet werden.
„Ich weiß, ich kann auf sie zählen. Das wissen auch die Einwohner unserer Gemeinde. Für diesen Einsatz möchte ich Ihnen danken“, sagte Stockelsdorfs Bürgermeisterin Julia Samtleben, die nach dem Bericht von Günter Volgmann erstmals als neue Verwaltungschefin im Rahmen der Mitgliederversammlung zu ihren Feuerwehrleuten sprach. „212 Einsätze haben Sie 2018 abgearbeitet – darunter Brände, Verkehrsunfälle, Rettungen, Unwettereinsätze.“ Bei immer weiter steigenden Anforderungen verlange das auch viel mentale Kraft ab. „Wir können Sie dabei unterstützen, indem wird Ihnen moderne Ausrüstung zur Verfügung stellen. Ich kann Ihnen versichern, dass wir sie weiterhin unterstützen“, versprach sie und legte dazu Zahlen vor. Im letzten Jahr hat die Gemeinde Stockelsdorf knapp 164.000 Euro in ihre Feuerwehren investiert, in diesem Jahr sind es 868.000 Euro.
In seiner Grußrede für den Kreisfeuerwehrverband dankte Kreisbrandmeister Thorsten Plath der Gemeinde für dieses Engagement. Ebenso dankte er den über 30 Feuerwehrleuten aus den Reihen der Stockelsdorfer Wehren, die sich zusätzlich auch auf Kreisebene engagieren.
Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden die bereits gewählten Christian Beth (FF Eckhorst) und Sven Assmußen (FF Horsdorf) offiziell zu Ortswehrführern ihrer jeweiligen Wehr ernannt sowie Ingo Hackmann zum Stellvertretenden Wehrführer in Borsdorf.
Zuvor waren bereits zwei Wahlentscheidungen vom 17. Dezember letzten Jahres von den Delegierten bestätigt worden. So übernimmt per einstimmigem Beschluss Georg Muss (FF Horsdorf) am 1. Januar 2020 die Gemeindefeuerwehrkassenführung, Markus Fischer (FF Stockelsdorf) ist rückwirkend zum 1. Januar 2019 mit 52 Ja- und 23 Nein-Stimmen mehrheitlich zum Beauftragten für Brandschutzerziehung und -aufklärung gewählt worden. Neu gewählt wurde Abdrea Kaacksteen (FF Obernwohlde), die ab sofort die Musikzugführung übernimmt.
Bei den anschließenden Ehrungen für 25 Jahre Feuerwehrdienst wurden Björn Schlieter (FF Mori), Knut Porath, Dieter Meyer (beide FF Arfrade), Uwe Meins, Detlev Klüver, Jan Fickert (alle FF Obernwohlde) und Kai Giebelstein (FF Dissau) mit dem Brandschutz­ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet.
Die gleiche Auszeichnung in Gold für 40 Jahre erhielt Andreas Schwarz aus Dissau.
Für langjärige Mitgliedschaften wurden zudem Udo Bohlmann (FF Dissau) für 50 Jahre sowie Hans Schäding (FF Eckhorst) und Wilke Wilms (FF Horsdorf) jeweils für 60 Jahre ausgezeichnet.
Durch die Gemeindewehrführung vom Hauptfeuerwehrmann** zum Löschmeister befördert wurde Stefan Prüß (FF Stockelsdorf).
Kreisbrandmeister Thorsten Plath beförderte darüber hinaus die Löschmeister Dr. Markus Dahlke (FF Stockelsdorf), Sebastian Paasch (Sachbearbeiter TEL Ostholstein) und René Buchholz (FF Stockelsdorf) zu Oberlöschmeistern sowie Lars Schöppich (FF Arfrade) vom Oberlöschmeister zum Brandmeister und den stellvertretenden Gemeindewehrführer Björn Schlieter vom Hauptbrandmeister** zum Hauptbrandmeister***.



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