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Knappe Entscheidung der Gemeindevertretung: ETC-Bürgerentscheid zur Sanierung im Bestand kommt - Gegenfrage für einen Neubau in Timmendorfer Strand ist vom Tisch

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So könnte laut Architekt und Verwaltung eine Grundsanierung  als „ETC und Sporthotel Timmendorfer Strand“ aussehen.  Diese Skizze wurde während der öffentlichen Sitzung präsentiert.  Bei der Fragestellung des Bürgerentscheides wird aber nur über eine  Sanierung im Bestand abgestimmt. Für die Sanierung mit Mehrwert ist ein Hotelneubau neben der Eishalle – wie auf der Skizze zu sehen –  zur Finanzierung zwingend erforderlich.

So könnte laut Architekt und Verwaltung eine Grundsanierung als „ETC und Sporthotel Timmendorfer Strand“ aussehen. Diese Skizze wurde während der öffentlichen Sitzung präsentiert. Bei der Fragestellung des Bürgerentscheides wird aber nur über eine Sanierung im Bestand abgestimmt. Für die Sanierung mit Mehrwert ist ein Hotelneubau neben der Eishalle – wie auf der Skizze zu sehen – zur Finanzierung zwingend erforderlich.

Timmendorfer Strand. Kein April-Scherz, sondern Demokratie: Mit 13 Nein- zu 12 Ja-Stimmen sprachen sich die 25 anwesenden Gemeindevertreter (von 28) in der jüngsten Sitzung in Groß Timmendorf nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung gegen eine Gegenfrage und damit gegen einen zusätzlichen Bürgerentscheid zum Eissport- und Tenniscentrum (ETC) aus.
In der Gegenfrage der Gemeindevertretung hätten die Wahlberechtigten der Gemeinde Timmendorfer Strand auch über einen von der Verwaltung bevorzugten Neubau auf dem heutigen ETC-Grundstück in Zusammenarbeit mit einem Projektpartner abstimmen können. Mit der knappen Mehrheit und den Stimmen von CDU, Grüne und FDP verabschiedeten die Gemeindevertreter den mittlerweile dritten Bürgerentscheid zum ETC. Am einstimmig festgelegten Termin, dem 26. Mai, am Tag der Europawahl, können die Bürger der Gemeinde nun lediglich über die „Sanierung des ETC durch die Gemeinde“ abstimmen. Die Abstimmungsfrage lautet: „Sind Sie dafür, dass das ETC unverzüglich grundsaniert wird (technische Anlagen wie Kälte-, Lüftungs- und Entfeuchtungsanlage, Heizanlagen, Elektrik, Brandschutz sowie die Sanitärbereiche), und die weitere Nutzung als Eis- und Tennishalle gesichert wird?“
Wenn diese Frage von der Mehrheit der Bürger mit „Ja“ beantwortet wird, muss die Sanierung innerhalb von zwei Jahren durch die Gemeinde ausgeführt werden. Wenn allerdings das erforderliche Quorum nicht erreicht wird oder die Mehrheit mit „Nein“ stimmt, hat der Bürgerentscheid keine Wirkung, heißt es aus dem Rathaus. Dann würde die Diskussion über die Zukunft des ETC von vorne beginnen und die Gemeindevertreter können wieder selbst darüber entscheiden.
Aktuell darf Bürgermeister Robert Wagner nicht weiter nach möglichen Investoren suchen und sprach sich in der Sitzung noch einmal offen für eine Eishalle plus Hotel in Zusammenarbeit mit einem Projektpartner aus.
„Ich finde es sehr schade, dass der Verwaltung die Chance genommen wird, neu zu planen,“ so Wagner, der auch noch einmal betonte, dass weiterhin Bedarf an Hotels bestände.
Die Entscheidung ist nicht nur ein herber Rückschlag für die Gemeinde, sondern auch für die WUB, SPD und das „BürgerBündnis Neue Perspektive“ (BBNP) als Neubau-Befürworter.
Vor der Abstimmung gab es reichlich Diskussionen im Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrgerätehaus von Groß Timmendorf.
Stefanie Paetow (Grüne) bezeichnete das Vorgehen der letzten Monate und Jahre als „politische Schmierenkomödie“.
„Wir haben uns gegen die Gegenfrage entschieden,“ so Melanie Puschaddel-Freitag (CDU). „Für uns als CDU kommt nur eine Sanierung im Bestand mit Mehrheit in Frage.“ Da in der nun verabschiedeten Fragestellung der Initiatoren des Bürgerbegehrens allerdings nur von einer Grundsanierung die Rede ist und nicht von einer Sanierung mit Mehrheit, sorgte diese Aussage für etwas Verwunderung.
„Bei dem Bürgerbegehren und dem daraus resultierenden Bürgerentscheid handelt es sich ausschließlich um eine Sanierung im Bestand,“ so Kerstin Raber (WUB).
„Ein Investor möchte auch Geld verdienen und das ist mit einer Eishalle wohl nicht möglich,“ so Sven Partheil-Böhnke (FDP). „Ein Neubau wird wohl auch teurer als die Sanierung im Bestand.“
„Eine Sanierung hat aber keinen Mehrwert und die Kosten fliegen uns um die Ohren,“ so Michael Strümpell (BBNP). „Die Gemeinde macht in 15 Jahren 15 Millionen Euro Verlust,“ rechnete Strümpell vor, „nur um zwei Millionen Euro Förderung für die Sanierung im Bestand zu erhalten.“ Bei einer Förderung für die Sanierung verpflichtet sich die Gemeinde nämlich, das ETC 15 Jahre lang alleine zu betreiben.
„Wir sind immer noch für einen Neubau und somit für die Gegenfrage,“ so Gabriela Eckert (SPD). „Man sollte die Bürger jetzt darüber abstimmen lassen, ob man eine alte Halle mit neuem Mantel oder einen Neubau mit Mehrwert haben möchte.“
„Es wird langsam lächerlich,“ ärgerte sich Kirsten Bruns (BBNP). „Warum wehren sich einige gegen die Gegenfrage oder haben davor Angst? Darüber entscheiden doch dann letztendlich die Bürger?“ Ihr Fraktionsvorsitzender Michael Strümpell („Die Vereine können doch froh sein, ob Sanierung oder neue Halle“) forderte während der Diskussion die Verwaltung auf, eine Studie mit einer Skizze, die am Abend zuvor den Fraktionen vorgestellt wurde, an die Wand zu werfen. Dort war zu sehen, wie - laut Architekt und Verwaltung - eine Grundsanierung als „ETC und Sporthotel Timmendorfer Strand“ aussehen könnte. Bei der Fragestellung des Bürgerentscheides wird aber nur über eine Sanierung im Bestand abgestimmt. Für die Sanierung mit Mehrwert ist ein Hotelneubau neben der Eishalle – wie auf der Skizze zu sehen – zur Finanzierung zwingend erforderlich.
Aber auch dies änderte nichts an der knappen Entscheidung am vergangenen Donnerstagabend, in der jetzt die Chance vertan wurde, die Bürger über einen eventuellen Neubau abstimmen zu lassen, wovon auch Eishockeyfans und -spieler sowie Tennisspieler und Eislauffans profitiert hätten.



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