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Umweltbeirat übergibt den neuen Bohlenweg an die Stadt Bad Schwartau

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Bad Schwartau. Die Stadt Bad Schwartau hat ihren Bohlenweg im Kurpark wieder. Vor rund 40 Vertretern aus Politik und Verwaltung, Sponsoren, die das Projekt unterstützt hatten, und einigen interessierten Bad Schwartauern übergab Rudolf Meisterjahn, Vorsitzender des Umweltbeirates der Stadt, den rundum erneuerten Weg in der vergangenen Woche an Bad Schwartaus Bürgervorsteherin Wiekbe Zweig und Bürgermeister Uwe Brinkmann.
Die Planken des ursprünlichen Bohlenweges waren derart morsch und marode gewesen, dass der Weg zuletzt monatelang gesperrt werden musste – zum Leidwesen nicht zuletzt vieler Schulklassen und Kindergruppen, bei denen der Gang durch das Schilf während der geführten Wanderungen durchs Schwartautal immer zu den Höhepunkten der Touren zählte. Nachdem die zuständigen Ausschüsse der Stadt sich der Sache angenommen hatten und zunächst ein Sperrvermerk für die Erneuerung des Weges beschlossen wurde, kümmerte sich schließlich der Umweltbeirat um die Angelegenheit.
„Zu dem Projekt sind wir dann aber eigentlich wie die Jungfrau zum Kind gekommen. Gert Kayser war es, der vorschlug, doch einmal zu versuchen, einen Zuschuss bei der Bingo-Umweltlotterie, zu beantragen“, so Meisterjahn. Gesagt getan. Noch am selben Tag habe er den Vorschlag seines langjährigen Vorgängers an der Spitze des Beirats aufgegriffen und sich mit der Umweltlotterie in Verbindung gesetzt.
Dort sei ihm mitgeteilt worden, dass die Antragsfrist bereits am nächten Tag um 15 Uhr ende. „Also haben wir uns hingesetzt, schnell einen entsprechenden Förderantrag verfasst und ihn abends um 21.30 Uhr per E-Mail auf die Reise geschickt.“
Mit Erfolg: „Es war der Tag, an dem die letzte Stadtverordnetenversammlung im Jahr stattfand. Da kam der Zuwendungsbescheid“, erinnert sich Meisterjahn nur allzu gern an jenen Morgen im Dezember des letzten Jahres.
Die Zuwendung in fünfstelliger Höhe fließe aber nur, wenn die Maßnahme bis September abgeschlossen ist, so die Auflage. Und dieser recht kurze Zeitraum hat es für den Umweltbeirat und die Stadt nicht einfacher gemacht, Firmen zu finden, die diesen Auftrag auf die Schnelle übernehmen – abgesehen von den unwegsamen Geländegegebenheiten.
Meisterjahn: „Umso mehr freue ich mich, dass es mit der Zimmerei Germann sogar eine Bad Schwartauer Firma ist, die uns sofort nach Begehung gesagt hat: ,Ja, das kriegen wir hin’.“
Auf Bitten des Umweltbeirates skizzierte Firmenchef Friedhelm Germann die Neugestaltung mit einigen Zahlen:
Baubeginn war am 17. Juli, Bauende am 16. August. Insgesamt wurden 320 Meter Kanthölzer aus Lärche, 800 Meter Lärchenbohlen, 121 Kunststoffbohlen und rund 170 Meter Moniereisen mit einem Gesamtgewicht von 7,84 Tonnen verbaut. Das gesamte Material wurde baustellenbedingt von Hand transportiert und bewegt. Vorher musste allerdings erst einmal der alte Weg – 3 Tonnen – ebenfalls durch körperlichen Arbeitseinsatz abgebaut werden. Die Länge des neuen Weges beträgt 165 Meter. Vorab wurden die Baukosten auf 42.000 Euro geschätzt. Tatsächlich liegen sie mit 38.000 Euro deutlich darunter. Finanziert wurde das Projekt über Zuschüsse der Umweltlotterie „Bingo“ und der Stadt Bad Schwartau sowie Eigenleistungen des Umweltbeirats und Spenden.
„Früher, als ich klein war“, erinnerte sich Bad Schwartaus Bürgervorstehherin Wiebke Zweig, „habe ich diesen Weg sehr oft benutzt. Er ist ein Stück Heimat, Zuhause. Ich freue mich, dass er der Stadt weiter erhalten bleibt“, richtete sie ihren Dank an den Umweltbeirat.
Den drückte anschließend auch Bürgermeister Uwe Brinkmann aus.: „Wir freuen uns, dass dabei so etwas Schönes herausgekommen ist. Im Sinne von ,Bingo’ kann man sagen: Sie haben den Jackpot gezogen“.
Vor dem gemeinsamen Durchtrennen des Bandes und der damit verbundenen offiziellen Über- und Freigabe des neuen Bohlenweges hatte Rudolf Meisterjahn allerdings noch eine schöne Überaschung im Gepäck, die die anwesenden mit großem Beifall quitierten: „Zwar müssen die zuständigen Ausschüsse unserem Vorschlag noch zustimmen. Aber ich bin sicher, das wird passieren. Als Umweltbeirat haben wir beschlossen, den Weg nach Gert Kayser zu benennen.“
Bad Schwartaus großer Umwelt- und Naturschützer sowie Stadtjäger konnte jedoch persönlich nicht anwesend sein. Grund: Ein „Dienstunfall“. Bei der Rettung eines Rehs hatte er sich verletzt, was ihm einen Krankenhausaufenthalt einbrachte. Für ihn war seine Tochter Miriam anwesend.


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