Rune Dahmke-Der Mönkeberger Euro-Champion 217  |  20.01.2021 16:30

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Kreis Plön (dif). Der Bundesligahandball in Form des THW-Spielers Rune Dahmke aus Mönkeberg nimmt heute einen Großteil der Sportseite ein. Der waschechter Kieler im Kader des aktuellen Euro-Champions League-Siegers verdient es hier einmal näher beleuchtet zu werden. Sein Kurzportrait liest sich wie folgt: Der am 10. April 1993, wie gesagt in Kiel, geborene Dahmke machte seine ersten Handballschritte beim SV Mönkeberg und ist damit ein Talent aus dem Kreis Plön. „Erblich vorbelastet“, sein Vater Frank trug von 1981-1991 zehn Spielzeiten lang das Trikot der Zebras und war bis 2019 fünf Jahre Mitglied im THW-Aufsichtsrat, konnte sein Weg eigentlich nur Richtung Handball gehen. Bis ins Jahr 2008 war der Linksaußen, der auch im Rückraum spielen kann, beim SV aktiv, dann der fast logische Wechsel zum Turnverein Hasse Winterbek. Ab der Saison 2012/13 war „Otter“, so sein Spitzname, mit einem Doppelspielrecht auch für den TSV Altenholz ausgestattet. Danach wurde er ein fester Bestandteil beim Rekordmeister. Mit stattlichen Werten von 1.89 Meter Größe und 85 Kilo Gewicht kann der Sportler aufwarten. Das Erbe trat er damit von keinem geringeren als Gudjon Valur Sigurdsson an, den es zum FC Barcelona zog. Sein internationaler Weg ging dann weiter bis zur deutschen Nationalmannschaft, für die er am 6. November 2015 gegen Brasilien, dann ausgerechnet im „Feindesland Flensburg“, debütierte. Stand Anfang 2021 stehen 34 Länderspiele und 68 Tore in seiner Vita. Die internationale Krönung mit der Deutschen Sieben war natürlich der EM-Titel 2016 in Polen nach einem eindrucksvollen 24:17-Sieg über Spanien. Das Kapitel Auswahlmannschaft hat Dahmke aber keineswegs abgeschlossen. Das starke letzte Jahr und die Tatsache, dass der Nati-Coach nun Alfred Gislason (Anm. Ex-Trainer des THW Kiel) heißt, lassen auf ein baldiges Comeback hoffen. Die Titelsammlung hat mit dem frisch gekürten Champions-League-Titel 2020 einen neuen Höhepunkt erreicht. Mit den Supercuperfolgen 2014, 2015 und 2020, dem DM-Sieg aus den Spielzeiten 2015 und 2020, sowie dem Pokalgewinnen 2017 und 2019 oder auch dem EHF-Coup im gleichen Jahr, schmücken nicht wenige weitere „high-lights“ den eigenen Briefkopf. Ebenfalls Glanz im Mönkeberger Hause Dahmke verleiht die Norwegerin Stine Bredal Oftedal. Die Welthandballerin 2019 ist nicht nur die Freundin, sondern auch ein wichtiger Bau-und-Grundstein für die Karriere Rune Dahmkes. Und diese soll noch lange und gerne auch weiter in der Landeshauptstadt andauern.
Natürlich fehlen auch dem Rechtshänder die Besucher in seiner „Ostseehalle“ immens. Die beim Einlaufen in eine erneut leere Halle, kürzlich berechtige Frage der Nummer 23 aus der Landeshauptstadt: „Wofür machen wir das eigentlich“ ist hoffentlich bald Geschichte. Seinen Kontrakt hat der Allüren freie Handballer vor gut einem Jahr bis ins Jahr 2022 verlängert. Dies sehr zur Freude der zahlreichen Zebra-Anhänger, bei denen er in der Gunst ganz weit oben steht. Seine Begründung “Für mich ist es das Größte beim THW zu spielen“ nimmt ihm dann auch jeder Fan ab.
Und sollte er tatsächlich einmal den THW verlassen, steht mit Malte Vogt bereits ein weiteres Ausnahmetalent in der zweiten Reihe, der den Mönkeberger Dahmke (damals verletzt) in den Bundesligaspielen bei den Siegen gegen Stuttgart und die Rhein Neckar Löwen hervorragend vertrat. Auch Vogt geht aktuell mit dem Doppelspielrecht THW Kiel/ TSV Altenholt einen ähnlichen Weg wie einst der Stammlinksaußen.
Info Verbandsliga Ost: Man hatte es natürlich bereits geahnt. Die Fußball-Ligen in Deutschland im Amateurbereich pausieren nach dem verlängerten Lock Down weiter bis zum 31. Januar 2021. Man braucht aber kein Prophet zu sein, um zu befürchten: Auch im zweiten Monat des neuen Jahres 2021 wird Sport in den kleinen Vereinen kaum möglich sein, ganz zu schweigen von Besuchern in den Stadien. Doch wie kann es dann weitergehen? Im günstigsten Falle startet man Anfang Februar. Doch sollte auch hier eine Fortführung der Ligen nicht machbar sein, läuft den Planern die Zeit wie im Vorjahr davon. Ein erneuter Abbruch der Staffeln wäre ein Horror-Szenario.