Reporter Eutin
23. März 2017 | Allgemein

„Bloß nicht weinen, Akbar“

Bilder

Ahrensbök (ed). Akbar war gerade 16, als ihn die Polizei als unbegleiteten minderjährigen Flüchtlöing vor der dänischen Grenze aufgriff – heute hat er eine Lehrstelle als Industriemechaniker und ist angekommen in seiner neuen Heimat. Seine Geschichte hat er zusammen mit seiner Deutschlehrerin Frauke Kässbohrer in einem ebenso berührenden wie aufrüttelnden Buch aufgeschrieben – „Bloß nicht weinen, Akbar“ heißt es und zeigt schonungslos und authentisch die Situation zahlreicher Flüchtlinge mitten in Europa auf, erzählt das, was wir nicht sehen (wollen). Eine wahre Odyssee, die hinter vielen der jungen Menschen liegt, die meisten in einem Alter, in dem wir noch brav zur Schule gehen, behütet bei unseren Eltern leben und nichts wissen von Krieg und Verfolgung. Und das ist auch der Grund, aus dem Akbar sich entschloss, seine Geschichte zu erzählen – er bat, nachdem er etwa drei Jahre in Deutschland war, seine Deutschlehrerin, ihm dabei zu helfen und seine Geschichte in Worte zu fassen. „Ich glaube, dass mich viele Leute hier in Deutschland besser verstehen werden, wenn sie wissen, wie es mir ergangen ist und warum ich hier bin“, sagte er. „Und für mich ist es auch gut, wenn ich mir mal alles von der Seele rede….warum gibt es Ausländerfeindlichkeit hier in Deutschland? Weil wir viel zu wenig voneinander wissen.“ Und Recht hat er – das fand auch Frauke Kässbohrer und schrieb Akbars Geschichte nieder, so wie er es ihr erzählte, in einfachen klaren Worten: Wie er in Afghanistan und im Iran aufwuchs, wie seine Eltern spurlos verschwanden und seine Tante ihn liebevoll bei sich aufnahm. Wie er mit gerade 15 Jahren in der Hoffnung auf ein richtiges Leben floh, über die Türkei, in einem kleinen Boot übers Mittelmeer schipperte, sich dann in einem griechischen illegal in den Laderaum eines Lkws versteckte, der sich als Kühltransporter entpuppte, und über Italien und Frankreich nach Deutschland gelangte. Damit möglichst viele Menschen Akbars Geschichte hören und vor allem sehen, dass seine Geschichte ein gutes Ende genommen hat, reisen der junge Mann, der mittlerweile 24 ist, und seine Deutschlehrerin, wann immer sie eingeladen werden, zu Lesungen im ganzen Land. Zusammen lesen die beiden an Schulen oder in Bibliotheken aus ihrem Buch, kommen mit den Menschen ins Gespräch, denn nur so kann man sich kennenlernen, Verständnis wecken Vorurteile ausräumen – am kommenden Mittwoch, dem 29. März um 19 Uhr auch in der Ahrensböker Gemeindebücherei. Auf Einladung der Büchereileiterin Ute Denckert-Fengler und der Ahrensböker Flüchtlingshilfe sind Akbar und Frauke Kässbohrer zu Gast und lesen Passagen aus „Bloß nicht weinen, Akbar“. Anschließend ist Raum für Gespräche und Fragen. „Wir finden es einfach wichtig, dass die Geschichte erzählt wird“, macht Ute Denkcert-Fengler deutlich, „deshalb haben wir die beiden eingeladen – und laden nun alle Interessierten herzlich dazu ein, Akbar und Frauke Kässbohrer zu lauschen und zu hören, was für eine Geschichte hinter diesem jungen Mann liegt.“ Der Eintritt zu der Lesung ist frei, Spenden für die Arbeit der Ahrensböker Flüchtlingshilfe sind herzlich willkommen.



Weitere Nachrichten Eutin am Mittwoch
Der Garten mit den stabilen Bänken lädt zum Pause- oder Hausaufgabenmachen, zum Chillen, Quatschen, Ausruhen ein – und natürlich zur Gartenarbeit.

Ein grünes Herz für die Schule an den Auewiesen

29.07.2017
Bad Malente-Gremsmühlen (ed). Grünes Herz hört sich komisch an, trifft die Sache aber auf den Punkt, denn der neue Schulgarten der Malenter Schule an den Auewiesen ist mitten in der Schule, ein kleiner Innenhof, der bis vor kurzem von Unkraut und alten Büschen...
Emma mit Jette, Lajana mit Mia, Jan mit Emmie – Mannschaft des PGHV-OH mit Jugendwart Sven.

Pokalregen im Seescharwald

28.07.2017
Eutin (t). Der Hundeverein PGHV-Ostholstein v. 1972 e.V. richtete an diesem Wochenende den Jugend Pokalwettkampf des DVG Landesverbandes Schleswig-Holstein aus. Es hatten sich 19 Starterteams aus Lübeck, Niebüll, Ahrensbök und Eutin für die verschiedenen...
Bürgermeister Carsten Behnk begrüßte die engagierten Bürger und machte sich für den Aktionsplan stark.

Eutin – eine Stadt für alle

27.07.2017
Eutin (fs). „Alle Menschen sollen in gleicher Weise an der Gesellschaft teilnehmen können.“ So formuliert Jutta Harter, Inklusionsbeauftragte der Stadt Eutin, das Ziel für den Aktionsplan Inklusion. Er dient der Umsetzung der 2008 beschlossenen...
Die Polizei nimmt Hinweise entgegen.

Frau wird von Ladendieb gebissen - wer hat etwas gesehen?

26.07.2017
Eutin. Am vergangenen Sonntag kam es in einem Drogeriemarkt in der Industriestraße zu einem Zwischenfall. Ein Pärchen mit Kind kaufte dort ein. Nachdem die Frau die Waren an der Kasse bezahlte, löste die Warensicherungsanlage beim Verlassen des Geschäftes Alarm...
Die freigesprochenen Milchtechnologen und Milchwirtschaftlichen Laboranten.             Foto: Schneider

Freisprechung in der Lehr- und Versuchsanstalt für Milchwirtschaft

26.07.2017
Bad Malente-Gremsmühlen (los). Das „weiße Gold“ der Kühe schafft Zukunft. Dies wurde bei der Freisprechung von 17 Milchwirtschaftlichen Laboranten und 26 Milchtechnologen am vergangenen Freitag in der Lehr- und Versuchsanstalt für Milchwirtschaft (LVAM) in Bad...

UNTERNEHMEN DER REGION