Reporter Eutin
23. März 2017 | Allgemein

„Das Rausschmeißen ist am Schönsten!“

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Ahrensbök (ed). An jedem Donnerstag – außer an dem vor dem letzten Freitag des Monats – treffen sich oben im Saal des Bürgerhauses die Senioren der Gemeinde Ahrensbök zum geselligen Beisammensein. Wobei. Eigentlich wird hier hoch konzentriert, aber doch sehr unterhaltsam gespielt und Kaffee getrunken. An fünf Tischen wird gekniffelt, Skat oder Mensch ärgere dich nicht, Elfer raus oder auch SkipBo gespielt. „Wir haben aber auch noch alle anderen Spiele da“, sagt Marianne Berger, die das Seniorentreffen mit Kaffee und Spielen seit gut zwölf Jahren organisiert. Sie und drei weitere Helferinnen sorgen dafür, dass der Kaffee fertig ist, die Kerzen angezündet, die Tische eingedeckt sind und fertig zum Spielen, wenn die Mitspieler eintreffen – zuvor hat der Bauhof schon Tische und Stühle arrangiert, verlässlich jeden Donnerstag. Dann trifft um 14 Uhr auch schon der Bürgerbus der Gemeinde ein. Der Fahrer Herr Hundt hat die Senioren der gemeinde zuhause abgeholt und bringt sie zum Bürgerhaus – oben gibts erstmal eine Tasse Kaffee, es werden Neuigkeiten ausgetauscht und dann kann es auch losgehen. Für die rund 20 Damen und Herren ist der Donnerstagnachmittag gesetzt – für viele von ihnen schon seit vielen Jahren. Denn gegründet wurde der Spielenachmittag als Seniorenkaffee gemeinsam von AWO, DRK, der Kirchengemeinde und der Gemeinde Ahrensbök – am 10. Februar 1977 fand das erste Treffen statt, mitgegründet vom Ehepaar Zwöck, das den Spielnachmittag lange begleitete. Und damals schenkten Gertrud Haß für das DRK und Ingemarie Lindenau für die AWO Kaffee aus – “wir sind vom ersten Tag an dabei”, sagt Ingemarie Lindenau und lacht. Mit dem Kaffee haben sie dann nach 16 und 20 Jahren aufgehört und lieber mitgespielt. Ähnlich geht es auch Hildegard Wagner. 30 Jahre lang hat sie den Spielern den Kaffee ausgeschenkt – mit 80 habe sie dann aufgehört und lieber angefangen zu spielen. Das macht sie jetzt seit zehn Jahren und ist die älteste Teilnehmerin des Spielenachmittags – zusammen mit Ingemarie Lindenau spielt sie Elfer raus, seit 16 Jahren. Langweilig ist den Damen nie – und seit acht Jahren ist Wilgart Rathge mit von der Partie. Sie ist damals nach Ahrensbök gezogen, und weil sie gerne spiele, habe sie sich den Seniorentreff mal anschauen wollen und sei geblieben. Am lustigsten geht es am Mensch ärgere dich nicht-Tisch zu – hier spielen Meta Hart, Margit Schramm, Ursel Fischer, Frauke Döring, Gertrud Haß und Hannelore Papenfuß teilweise schon seit 20 Jahren zusammen. “Es ist schön, wenn wir zusammen kommen. Wir klönen und spielen und haben Spaß”, sind die lustigen Damen sich einig, “erzürnt haben wir uns noch nie.” Gespielt wird nach den gängigen Regeln. Und auf die Frage, was am meisten Spaß macht, sind sie sich natürlich auch einig: “Das Rausschmeißen ist am Schönsten” rufen sie und lachen. Die vier Herren am Skat-Tisch wünschen sich Verstärkung, denn von ihnen spielen nur drei, der vierte freut sich am Zugucken. “Und wenn wir noch drei Mitspieler mehr hätten, könnten wir einen zweiten Tisch aufmachen, das wär was”, sagen sie. Am Kniffeltisch herrscht Konzentration – die Zahlenkolonnen werden lang und länger, ab und an macht einer der Spieler einen Witz, dann geht es weiter mit dem Rechnen und Würfeln, Würfeln und Rechnen. “Hier spielt jeder, worauf er Lust hat”, sagt Marianne Berger – sie spielt mit ihren Damen SkipBo und hüpft zwischendurch auf, um Kaffee zu holen oder einen kleinen Schnack zu halten. Denn es wird ja nicht nur gespielt, es wird auch geklönt – und einmal im Jahr wird geschmaust: Denn zum Spielenachmittag gehört auch das alljährliche Grünkohlessen – “wir haben einmal überlegt, es abzuschaffen, weil wir dachten, dass es zuviel wird”, erinnert sich Marianne Berger schmunzelnd, “aber das kam gar nicht in Frage.” Sie würde ja eigentlich viel lieber Skat spielen, verrät sie – aber seit sie vor einigen Jahren, als die Organisatorin aus familiären Gründen aufhören musste, deren “Job” übernommen hat, spielt sie lieber etwas, worauf man sich nicht so konzentrieren muss. “Provisorisch war das damals, damit es erstmal weitergeht”, sagt sie und schmunzelt. Das Provisorium dauert mittlerweile fünf Jahre, weil sich niemand gefunden hat, der die Organisation offiziell übernehmen wollte. Und weil es weitergehen sollte mit dem Spielenachmittag, macht Marianne Berger ebenfalls weiter. “Das kann man den Leuten doch nicht antun, dass es einfach keinen Spieletreff mehr gibt. Das macht allen so einen Spaß.” Weitere Mitspieler sind herzlich willkommen – “wir haben alle Spiele da, auch Halma, Dame, leichte und schwierigere Spiele”, so Marianne Berger, “wer Lust hat, schaut einfach donnerstags um 14 Uhr mal hier bei uns vorbei. Wir freuen uns über jeden Mitspieler.” Der Beitrag für den Nachmittag beträgt 50 Cent, dafür gibts Kaffee satt und ab und an Kuchen, wenn die Kasse das zulässt.



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