Reporter Eutin
03. März 2017 | Allgemein

Den Blick ins Innere gekehrt

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Museumsleiterin Dr. Julia Hümme inmitten einiger aus dem Archiv ans Licht gehobener „Schätze“.

Museumsleiterin Dr. Julia Hümme inmitten einiger aus dem Archiv ans Licht gehobener „Schätze“.

Eutin (wh). Wer demnächst das Dachgeschoss des Ostholstein-Museums betritt, fragt sich vielleicht: Bin ich in einem Antiquitäten-Geschäft? Oder in der guten Stube der Großmutter? In einem Heimatmuseum? Befinde ich mich auf einer Zeitreise in die Vergangenheit? Letzteres trifft in gewisser Weise zu, wenn auch nicht im Sinne von H.G. Wells. Zumal der Besucher der neuen Ausstellung mit dem mehrdeutigen Titel „Aufgeschlossen“ auch auf moderne bzw. zeitlose Exponate treffen wird. Auf jeden Fall gewinnt er oder sie einen guten Eindruck von der Vielfältigkeit und Qualität der Sammlung dieses Museums, das sich vom 3. März bis 14. Mai 2017 seinen eigenen Beständen widmet. Diese Bestände sind aufgrund des rund 130jährigen Bestehens des Museums nicht nur umfangreich, sondern mit Blick auf die museale Entwicklungsgeschichte auch vielfältig. So reichen die „Schätze“ des Museums von Gemälden, Grafiken und Zeichnungen namhafter oder auch längst vergessener Künstler über historische Möbel und Waffen bis hin zu unterschiedlichen Textilien, Büchern und kunsthandwerklichen Objekten wie Glas und Keramik. In der Ausstellung finden sich Exponate aus den Anfängen des viele Jahrzehnte als „Kreisheimatmuseum“ betitelten Museums ebenso wie Neuerwerbungen und Schenkungen der letzten Jahre für das heutige Ostholstein-Museum; manche Stücke sind den aufmerksamen Besuchern aus Ausstellungen in der Vergangenheit bekannt, andere Exponate wiederum wurden noch nie öffentlich gezeigt. In der Ausstellung geht es dabei nicht um eine wissenschaftliche Aufarbeitung von besonders wertvollen Stücken aus der Eutiner Sammlung, sondern darum, anhand von unterschiedlichsten Ausstellungsstücken ein wenig von der eigenen Museumsgeschichte zu erzählen, die von den Anfängen des Hauses als „Museum für Geschichte und Altertümer“ um 1889 über seine Ausrichtung als „Kreisheimatmuseum“ ab 1937 bis hin zu seiner sehr viel späteren Umbenennung in „Ostholstein-Museum“ reicht. Ganz bewusst werden Altes und Neues, Historisches und Modernes in direkter Nähe zueinander präsentiert, um den Besuchern einen – wenn auch sehr kleinen – Ausschnitt dessen zu zeigen, was hinter den verschlossenen Türen der Museumsmagazine aufbewahrt wird. „Das Ostholstein-Museum hat mit dieser Ausstellung den Blick ins Innere gekehrt und lädt die Besucher nun ein, sich von den Exponaten überraschen zu lassen“, sagt die Leiterin des Museums, Dr. Julia Hümme. Sie habe beim Aufräumen der Magazine immer wieder „so viele schöne Sachen“ gesehen, dass sie schon lange den Wunsch gehegt habe, diese mal zu zeigen. Zwar sei nicht alles unbedingt vorzeigbar, was sich in den Schränken, Regalen und Schubladen im Laufe der Zeit angesammelt habe. Doch es seien neben kuriosen auch wirklich wertvolle Dinge darunter, die es wert seien, entstaubt und ins Licht gestellt zu werden. Wer sich auf eine kleine museale Zeitreise einlassen möchte, hat dazu Gelegenheit: bis 31. März mittwochs bis freitags von 15 bis 17 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 11 bis 17 Uhr; ab 1. April dienstags bis freitags von 11 bis 17 Uhr, am Wochenende 10 bis 17.30 Uhr. Achtung: Vom 17. bis 19. März ist die Ausstellung wegen einer Sonderveranstaltung nicht „aufgeschlossen“. - Die Vernissage ist am Donnerstag, dem 2. März um 18 Uhr, musikalisch begleitet von der Kreismusikschule Ostholstein.


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