Reporter Eutin
20. Januar 2017 | Allgemein

Kleine Forscher ganz groß!

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Kleine und große Forscher strahlen vor Stolz – und das ganz zu Recht, denn mit einem großen Forscher-Fest feierte die Bosauer KiTa Schwalbennest ihre Zertifizierung als erstes Haus der kleinen Forscher im Kreis Ostholstein. Die gemeinnütziuge Stiftung Haus der kleinen Forscher zeichnete die KiTa für ihr naturwissenschaftliches Engagement aus – und ihren hervorragenden, selbstgemachten Früchtetee

Kleine und große Forscher strahlen vor Stolz – und das ganz zu Recht, denn mit einem großen Forscher-Fest feierte die Bosauer KiTa Schwalbennest ihre Zertifizierung als erstes Haus der kleinen Forscher im Kreis Ostholstein. Die gemeinnütziuge Stiftung Haus der kleinen Forscher zeichnete die KiTa für ihr naturwissenschaftliches Engagement aus – und ihren hervorragenden, selbstgemachten Früchtetee

Bosau (ed). “Was ist da eigentlich so drin?” Mit dieser Frage und einer Tüte ihres Lieblingsfrüchtetees lösten die Schulkinder der evangelischen KiTa Schwalbennest in Bosau eine Reihe spannender Ereignisse aus, die am vergangenen Freitag in einer Riesen-Forscher-Party im Gemeindehaus mündete. Denn hier wurde der Bosauer Kindergarten als erste KiTa im Kreis Ostholstein als Haus der kleinen Forscher zertifiziert – damit unterstützt die gemeinnützige Stiftung “Haus der kleinen Forscher” die Qualitätsentwicklung pädagogischer Einrichtungen, wertschätzt das Engagement für naturwissenschaftliche Bildung und macht es nach außen für alle sichtbar: “Hier wird geforscht.” Denn als die Schulkinder fragten, was da so drin sei im Früchtetee, wollte Sabine Hirner die Neugier und den Forschungsdrang der Kinder natürlich nutzen. “Wir wollten nicht nur auf die Packung gucken sondern richtig forschen.” Dass die Schulkinder dann den Tee aber in seine Einzelteile zerlegten und feststellten, dass da ganz viel drin ist, was sie selbst im Garten haben, und dann die Idee hatten, den Tee einfach nachzumachen, damit hatte Sabine Hirner nicht gerechnet. Kinder sind neugierig, von Natur aus, sie wollen die Welt entdecken, alles ganz genau wissen – vom Pfützenwasser bis zum Früchtetee. “Und eben weil wir so tolle und neugierige Kinder haben, die fragen und so vieles wissen wollten, haben wir beschlossen, die Forschung aus dem Alltag rauszuholen, richtig zu forschen.” Und dann forschte auch Sabine Hirner – nach Möglichkeiten, die Kinder beim Forschen und Entdecken zu unterstützen. “Ich habe nach Impulsen und Anregungen gesucht – und das Haus der kleinen Forscher entdeckt.” Die gemeinnützige Stiftung “Haus der kleinen Forscher” unterstützt KiTas durch unterschiedliche Maßnahmen wie Workshops und Fortbildungen der pädagogischen Fachkräfte dabei, die naturwissenschaftliche, technische und mathematische Bildung von Kindergartenkindern zu fördern. “Und da habe ich mich einfach mal angemeldet, um zu gucken, wie es ist”, lacht Sabine Hirner, von ihren Kollegen habe sie nicht verlangen wollen, gleich ihr Wochenende zu opfern – aber am Montag darauf erzählte die KiTa-Leiterin so begeistert vom Carsten Kreutzfeldts Workshop an der Berufsschule in Lensahn, “dass alle gesagt haben: Das wollen wir auch.” Und so absolvierte das Erzieher-Team des Schwalbennestes die für das Zertifikat “Haus der kleinen Forscher” notwendigen Workshops – mit Begeisterung, dank des Workshop-Leiters Carsten Kreutzfeldt, der für seine naturwissenschaftlichen, technischen und mathematischen Themen “brennt, denn nur dann kann auch der Funke überspringen”, wie er schmunzelnd sagt. Er habe gesehen, wie seine Schüler Experimente und Versuche spannend finden, das wiederum motiviere ihn, andere dafür zu begeistern, Kinder für Technik und Naturwissenschaften zu interessieren. “Und das”, strahlt Sabine Hirner, “hat er bei uns geschafft.” Die Erzieherinnen wiederum geben ihren Kindern wertvolle Impulse und Anregungen, weiter zu forschen und zu entdecken. Um das Zertifikat und das Recht, sich letztendlich aber auch wirklich “Haus der kleinen Forscher” nennen zu können, muss sich die KiTa mit einem Projekt bewerben – und das hatten die kleinen Forscher des Schwalbennestes ja quasi schon fertig: Den Früchtetee. Denn die Kinder hatten ihren Lieblingstee nicht nur auseinandergenommen und analysiert, “wir sind auch raus, haben Him-, Erd- und Johannisbeeren gepflückt, sie getrocknet, probiert, was durch das trocknen mit ihnen passiert”, erzählt Sabine Hirner. “Wie schmeckt uns der Tee am besten? Heiß oder kalt? Wir haben ganz viel ausprobiert, auch Apfelschalen getrocknet und dazu gegeben.” All das wurde dokumentiert und zur Zertifizierung eingereicht – “und wir haben es geschafft.” “Zu Recht stolz dürfen Sie auf sich sein”, sagte Andrea Baum von der Stiftung “Haus der kleinen Forscher, die nicht nur das Zertifikat sondern auch jedem kleinen Forscher eine Forschungs-Medaille überreichte, “Sie waren so aktiv und sind es weiter. Sie sind ein Haus der kleinen Forscher.” “Wir Deutschen sind ExportWeltmeister und ganz vorne mit dabei bei der Patentanmeldung”, so der Bundestagsabgeordnete Ingo Gaedechens, “damit wir das auch weiter sind, brauchen wir kleine Forscher wie Euch, die irgendwann große Forscher werden. Bleibt so neugierig.” Gefördert wird das Haus der kleinen Forscher auch von der Industrie- und Handelskammer – und dafür, sagte Ulrich Hoffmeister von der IHK, gebe es auch einen guten Grund: “Das ist Investition in die Zukunft. Die Rendite gibt es in 15 Jahren.” In Form von Naturwissenschafts- und Technik-interessierten und -affinen Jugendlichen. Und natürlich wird im Schwalbennest längst weitergeforscht – was passiert, wenn Wasser und Farben aufeinandertreffen, wenn es wieder trocknet, man dann wieder Wasser darauf gibt. Was in Pfützenwasser alles drin ist – und was passiert, wenn man Farben mischt. Das nächste Projekt ist “Zählen, Zahlen, Rechnen – Mathe entdecken” – aber das Projekt Früchtetee wird auch in diesem Sommer wieder aufleben, diesmal vielleicht mit Brom- und Fliederbeeren, mal sehen, was die kleinen Forscher noch so entdecken.



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