Reporter Eutin
15. Februar 2017 | Allgemein

Zwei junge Musiker mit Talent und Spaß

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Eutin (ed). Mit neun und zehn Jahren schon einen ersten und einen zweiten Platz bei “Jugend musiziert” erspielt zu haben, das können nicht viele junge Musiker von sich behaupten. Elise Schmitt aus Sasel und Matthies Kruse aus Pönitz können das ganz entspannt. Die Pianistin und der Schlagzeuger finden es nämlich einfach cool, Musik zu machen, und das schon seit einigen Jahren. Als Matthies Kruse klein war, erzählt er, habe er auf allem rumgetrommelt – so lange, bis er Ärger mit seiner Mama bekam. Kurz darauf, das war vor fast vier Jahren, hielt das erste Schlagzeug bei Familie Kruse in Pönitz Einzug. Heute ist Matthies zehn und hat gerade mit Bravour den zweiten Platz bei „Jugend musiziert“ für die Kreismusikschule Ostholstein nach Hause geholt. Mit dem Song “Hallelujah” und, was noch viel erstaunlicher ist: Mit einem dreiminütigen Solo, das er selbst geschrieben hat. “Ich habe mich schon für Musik interessiert, als ich noch ganz klein war”, sagt er – das haben seine Eltern gemerkt und sind mit ihm in zur musikalischen Früherziehung gegangen. “Ich wollte sogar Cello lernen”, erzählt der junge Schlagzeuger. Aber in der Musikschule stellte sich dann heraus, dass Matthies eine ganz natürliche Begabung für Rhythmus hat – und auch zuhause trommelte er auf allem rum, dessen er habhaft werden konnte. “Wir haben es dann in Bahnen gelenkt”, erzählt seine Mama Andrea. Drei ihrer vier Kinder spielen ein Instrument, “keine Ahnung, von wem sie das haben”, lacht sie, “aber wir sind super stolz.” Matthies bekam also mit jungen sechs Jahren ein Schlagzeug, das zu spielen er zuerst privat bei zwei Lehrern lernte. Und vor zweieinhalb Jahren dann kam er an die Kreismusikschule und damit auch zu seinem Schlagzeuglehrer Kevin Kafka Davies – die beiden verstehen sich, “er erklärt das so, dass ich es verstehe”, sagt Matthies. Die Begeisterung ist aber auf beiden Seiten: Sein Schüler, sagt Kevin Kafka Davies, höre Sachen, die andere in seinem Alter längst nicht hörten. “Davon bin ich immer wieder begeistert. Ich könnte ihn in 20 Bands unterbringen, wenn er 18 wäre.” Da müsste Matthies sich nur entscheiden, welches Instrument er spielen will, denn die ganze Bandbreite von Jingle Bells bis zur Star Wars Melodie beherrscht er. Aber neben dem Schlagzeug spielt er noch Gitarre, und das soll nicht das letzte Instrument sein, das er lernt, das stellt er klar. Auch Elise überlegt, ob sie irgendwann noch ein Instrument lernt, aber im Moment findet sie das Klavier ganz ok – dabei kam sie eigentlich eher per Zufall zur Musik. Als sie fünf war, erzählt sie, habe sie unbedingt schon in die Schule gewollt. Aber dafür war sie natürlich noch zu klein, „also haben wir es mit der Musikschule probiert“, erinnert sich ihre Mama Karin schmunzelnd. Damit war Elise auch zufrieden, denn die Hauptsache war ja, etwas zu lernen, wie die Großen. Ihre Lehrerin Kerstin Krieger setzte sie ans Klavier – „und ihr Klavierstart war toll“, strahlt die Musiklehrerin, „sie kam ganz schnell rein und konnte schon mit sechs Jahren den ersten Wettbewerb spielen, den sie auch gewonnen hat.“ Der Vorteil des Klaviers sei, sagt Kerstin Krieger, dass man alleine für sich schon vollständige Musik spiele – und Elise hat Riesenspaß dabei. “Sie übt jeden Tag”, sagt ihre Mama, “und ohne, dass man sie erinnern muss.” Elise spielt gern Klavier – am liebsten Beethoven. Mit einem Stück des alten Meisters ist sie auch bei “Jugend musiziert” angetreten und unter anderem dem “Verliebten Dreiklang” des Eutiner Musikers Zeki Evyapan. Damit begeisterte sie die Jury – “sie gestaltet die Stücke einfach sehr schön”, freut sich ihre Klavierlehrerin, “sie ist sehr musikalisch und kann alles, was man ihr sagt, sofort umsetzen.” Tolle Lehrer, Eltern, die ihre Kinder stolz, aber im perfekten Rahmen fördern, und Musikalität sind die besten Voraussetzungen – aber das Wichtigste ist der Spaß dabei. Und werden die beiden gefragt, ob sie Spaß beim Klavier- und Schlagzeug-Spielen haben, nicken Elise und Matthies strahlend. Das ist fast noch besser als die “Jugend musiziert”-Urkunde, obwohl die zwei darauf auch ganz schön stolz sind.



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