Reporter Eutin
21. November 2016 | Allgemein

„Das hast Du echt geschrieben? Cool!“

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Eutin (ed). So ein Montagvormittag in der Schule kann schon mal hart sein – es sei denn, es sind Kinder- und Jugendbuchwochen und die Kreisbibliothek lädt zur Lesung ein. Und wenn es dann noch der Autor von „Monsterland“ ist, der da aus seinem Autorenleben erzählt und aus seinen Büchern liest – „das hast Du echt geschrieben? Cool!“ – dann ist das ganz klar besser als Schule, egal, an welchem Tag. Der Kölner Autor Manfred Theisen nahm die Eutiner Viertklässler mit ins Monsterland und begeisterte sie mit Kölscher Frohnatur und echt coolen Geschichten. Seit 33 Jahren schon werden die Kinder- und Jugendbuchwochen von der Büchereizentrale Schleswig-Holstein veranstaltet – 34 Autoren und Künstler sind bei 300 Veranstaltungen im ganzen Land unterwegs und wecken auf die unterschiedlichste Weise bei 500 Klassen die Lust aufs Lesen und die Freude an Geschichten. Die örtlichen Bibliotheken konnten aus einer Liste von Autoren auswählen, wen sie am liebsten einladen würden – „und da habe ich mir Manfred Theisen gewünscht“, lacht die Kinder- und Jugendbuchlektorin der Kreisbibliothek Daniela Braun. „Er schreibt lustige Bücher und hat eine sprühende Art, mit der er die Kinder begeistern und Lust auf seine und alle anderen Bücher machen kann.“ Und damit legt der Autor auch gleich los – er komme aus Köln und „mein beruf ist es, Büscher zu schreiben“, sagt er in breitem Kölner Akzent. Das mit dem Dialekt und wieso wir nicht alle gleich reden erklärt er den Kindern auch gleich und macht mit ihnen einen kleinen Exkurs in Sachen Sprache und was Sprache alles ist und bedeutet. Dann nimmt er die Schüler mit ins Monsterland, eine Art Freizeitpark, der von Monstern unterschiedlichster Art bevölkert wird – und darum dreht sich seine dreibändige Kinderbuchreihe: Um den ehemaligen Geisterjäger Mark van Helsing, der für all die Monster, die er gejagt hat und die in unserer Zeit einfach keinen Platz mehr finden, ein Zuhause geschaffen hat, mit dem sie auch noch Geld verdienen: Monsterland. Ein riesiger Freizeitpark, in dem die Monster arbeiten – „die Leute denken natürlich, die sind verkleidet“, sagt Theisen, „sind sie aber nicht. Das sind echte Monster.“ „Cool“, strahlen die Kinder – und nicht nur die Jungs, auch die Mädchen. Denn die Reihe eignet sich bestens für alle beide – zwar ist die Heldin ein Mädchen, Fanny van Helsing, des Geisterjägers Tochter, aber es tapsen dermaßen viele Geister, Monster, Gruselgestalten umher, dass es auch für Jungs cool genug ist. Vom Putzteufel Mr. Mumie über den Hauswerwolf Wölfie bis zu Graf Dracula, der statt der Vampirzähne nun aus Sicherheitsgründen Implantate trägt, haben hier alle ein Zuhause gefunden – und Fanny bekommt zum Geburtstag nun auch noch den Ritter Finn von Friedefels, einen Geisterjungen, mit dem sie in die tollsten Abenteuer stolpert. Und den Anfang des ersten Bandes liest der Autor dann auch gleich mal – und bindet die Kinder beim Lesen mit ein: „Du, wie heißt Du? Du hast keine Lust zu lesen, ne?“ Torben sagt: „Och nöööö.“ „Prima, dann liest Du gleich mal den Finn.“ Madeleine liest Fanny und ihre Lehrerin vorbeischlendernde Geister und Gruselgestalten. Und die Kinder finden es super – ganz entspannt macht Manfred Theisen so Lust darauf, wie es wohl weitergeht mit Monsterland – und damit auch aufs Lesen. Weil, wenn die Geschichte schon so einen Spaß macht und der Autor ein ganz cooler Typ ist, dann gibt es bestimmt noch mehr Bücher, die das Lesen lohnen…und wenn durch so eine Lesung dann nur ein oder zwei Kinder Lust auf Geschichten bekommen, „dann haben wir unser Ziel schon erreicht“, sagt Beate Sieweke, die Leiterin der Kreisbibliothek. Einen unschlagbaren Vorteil von Büchern gegenüber allen elektronischen Geräten übrigens hat Manfred Theisen für die Kinder auch parat: Man kann sie fallenlassen, auch mehrmals, und sie gehen nicht kaputt, man kann sie gleich weiterbenutzen. Und das Beste: „Die muss man nur aufmachen und sie funktionieren sofort, auch ohne Strom.“ Auch die Monsterland-Bücher: „Könnt Ihr gleich hier ausleihen“, rät er den Kindern, „kost’ für Euch auch gar nichts. Müsst Ihr nur zurückbringen, wenn Ihr sie fertiggelesen habt.“


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