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03. Januar 2017 | Allgemein

„Preetz hat Schwung“

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Das Amt des Bürgermeisters bietet Björn Demmin viel Gestaltungsspielraum, doch die Verfahrenswege sind oft langwierig. Für 2017 gilt es für Preetz wieder eine Menge anzupacken.

Das Amt des Bürgermeisters bietet Björn Demmin viel Gestaltungsspielraum, doch die Verfahrenswege sind oft langwierig. Für 2017 gilt es für Preetz wieder eine Menge anzupacken.

Preetz (sh). „Preetz hat Schwung“, beschreibt der Preetzer Bürgermeister Björn Demmin die Attraktivität seiner Stadt und auch die Preetzer Bürgerinnen und Bürger schätzen ihr lebenswertes Städtchen sehr. „Im Jahr 2016 hat sich die Stadt weiter stark entwickelt. Den Ausgaben von rund 27 Mio. Euro für 2017 stehen Einnahmen von 26,5 Mio. Euro gegenüber: Der Fehlbetrag wird mit dem Guthaben durch die Auflösung des Schulverbandes ausgeglichen“, rechnet Demmin und bedauert: „Wir können nur das Nötigste machen, denn die Stadt ist nicht ausreichend finanziert für das was wir machen müssen.“ Trotzdem hat sich 2016 viel getan und auch für 2017 steht einiges auf der To-do-Liste. Zu den schwierigsten Aufgaben des vergangenen Jahres gehörte die Diskussion um den Schulstandort. „Es tut mir leid, dass wir den nachvollziehbaren Wunsch für einen Anbau in der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule nicht erfüllen konnte.“ Die Verlagerung des zehnten Jahrgangs an die Außenstelle Hufenweg der THG Aufgrund der Platznot wurde mit zwei Räumen am benachbarten Gymnasium kurzfristig gelöst. Auch die Proteste gegen das Baugebiet Lehmkuhlenkoppel haben den Bürgermeister beschäftig. „Wir ziehen eine Lehre aus diesem Vorgehen und suchen nun geordnet nach neuen Möglichkeiten, Bauland auszuweisen. Die Entwicklungsmöglichkeiten der Stadt nach Außen sind räumlich begrenzt, wir müssen verdichten.“ Die gute Vernetzung zwischen Haupt- und Ehrenamt hat eine gut strukturierte und bleibende Willkommenskultur geschaffen. Auf gut 16.000 Einwohner kommen knapp 300 Flüchtlinge, durch die dezentrale Unterbringung war es nicht nötig, eine zentrale Unterkunft einzurichten. „Die Flüchtlingszahlen sinken – jetzt gilt es, die Integration in Angriff zu nehmen.“ Nach jahrzehntelanger Planung wurde 2016 die Sohlgleite an der Mühlenau fertiggestellt, sie wird im Februar offiziell der Stadt übergeben. Was lag den Preetzer Bürgerinnen und Bürgern am Herzen? In seiner Bürgersprechstunde jeden letzten Samstag im Monat auf dem Marktplatz ginge es meist um die kleinen Dinge, so Demmin: um fehlende Mülleimer, klappernde Gullideckel, Barrierefreiheit, Verkehrsprobleme und die ÖPNV-Verbindungen, aber auch den Glasfaserausbau. „Ich nehme alle Anregungen auf und unsere Mitarbeiter prüfen dann den Sachverhalt. Die dringendste Aufgabe im neuen Jahr werde somit der Glasfaserausbau. Zwar ist die benötigte Akzeptanz von 40 % im Stadtgebiet noch nicht flächendeckend erreicht, trotzdem wird nun geprüft, wie bereits jetzt mit dem Ausbau in einem Teilgebiet der Stadt begonnen werden kann. Als Ersatz für die noch bestehende DRK-Kita wird die Planung für den Neubau einer sechszügigen Kita im Bereich des Verkehrsübungsplatzes starten, gebaut wird 2018. Die Kindergartensituation ist sehr angespannt, es fehlen über 80 Plätze. Auf dem nördlichen Cathrinplatz wird die Diakonie ein Seniorenzentrum mit 72 Betten bauen. Im Rahmen des Klimaschutzkonzepts wird die Stadt einen Klimaschutzmanager einstellen, der 19 Klimaprojekte anpacken soll. Ein großes Projekt könnte die auf 100 Prozent erneuerbarer Energie basierende Nahwärmeversorgung für Glindskoppel und Wundersche Koppel werden. Vorgesehen sind eine große Solarthermie- und eine Holzhackschnitzelanlage sowie Biogas von Hof Hörnsee. „Die Infoveranstaltung war gut besucht“, sagt Demmin und wünscht sich, dass das Projekt weiterverfolgt wird. 2017 wird es eine Lösung für das Gewerbegebiet geben. Eine direkte Anbindung an die B76 wird vom Land nicht genehmigt – so wird es die kleine Lösung für die Preetzer Betriebe geben mit der Nutzung von bestehenden Straßen. Auf der Bahnstrecke Kiel-Lübeck wird voraussichtlich ein dritter Pendlerzug zwischen Preetz und Kiel eingerichtet, so Demmin sichtlich erleichtert. „Vorgesehen sind zwei weitere Haltepunkte am Berliner Ring oder an der Glindskoppel – eine echte Chance für Preetz. Zudem soll der Fahrradverkehr gestärkt werden. Er wird geprüft, ob und wo Fahrradboxen, Abstellbügel und E-Bike-Ladestationen aufgestellt werden können. Die vielen Veranstaltungen und Feste im Jahr freuen den Bürgermeister: „Es gibt viele gute Ideen, gemeinsam mit dem Verein Schusterstadt können wir einiges auf die Beine stellen.“ So solle auch der Cathrinplatz als Veranstaltungsfläche gefördert werden, Jahrmarkt und Eisbahn sind hier nur der Anfang. „Ich fühle mich wohl im Amt“, resümiert Demmin nach seinem ersten kompletten Amtsjahr, „und ich freue mich auch in Zukunft auf eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadtvertretung.“


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