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Kreis kritisiert mangelnde Transparenz zur Fehmarnbelt-Anbindung

Fehmarnsundbrücke.

Fehmarnsundbrücke.

Bild: hfr

Eutin. Auf welches Datum sollen sich Kreis, Gemeinden und Wirtschaftsbetriebe in Ostholstein einstellen, wenn es um die Fertigstellung der Fehmarnbelt-Anbindung geht? Mit dem jetzt vorgelegten „Infraplan“ von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger wird die Region wieder mit einem neuen Fertigstellungsdatum konfrontiert - und das nicht etwa im direkten Austausch zwischen der Vorhabenträgerin und den Ostholsteiner Akteuren, sondern „versteckt“ in einem Dokument des Bundesverkehrsministeriums.

 

„Dass die Deutsche Bahn nicht direkt mit dem Kreis und den betroffenen Kommunen ins Gespräch geht, um uns über die aktuelle Zeitplanung auf dem Laufenden zu halten, ist nicht nachvollziehbar“, kritisiert Landrat Timo Gaarz. Er verweist dabei auf die zahlreichen Arbeitsgremien und Infotermine, die in der Region existieren und die die Bahn aus Sicht des Kreises für einen transparenten Austausch mit den Akteuren in der Region nutzen könnte.

 

Die erneute Verschiebung des Fertigstellungstermins sieht der Landrat auch als Problem für den Wirtschaftsstandort Ostholstein. Eine optimierte Infrastruktur steigere grundsätzlich die Attraktivität für Investoren, sichere die Unternehmensstandorte vor Ort und führe zu Unternehmensexpansionen. Wenn nun eine Verzögerung einträte, hätte dies entsprechend negative Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Ostholstein, so der Landrat. „Auch für Berufspendler ist der Ausbau der Schienenbindung wichtig, weil er die Attraktivität des ländlichen Raumes als Wohnstandort stärkt und zugleich einen besseren Zugang für Unternehmen in Ostholstein zu den Fachkräftepotenzialen in den städtischen Zentren ermöglicht. Wenn es nun erneut zu Verzögerungen kommt, können auch die positiven Effekte dieses Infrastrukturausbaus erst später wirksam werden“.

 

Bei aller Kritik an dem neuen Fertigstellungszeitpunkt ist dem Landrat aber auch ein anderer Effekt wichtig: Wenn der Zeitplan sich nun ohnehin bis 2035 verschiebe, sollte diese Zeit im Interesse der Region genutzt werden, um einen zukunftsweisenden und leistungsfähigen Ausbau der Bäderbahn vorzunehmen: „Die vom Land angekündigte Elektrifizierung der Bäderbahn begrüßen wir sehr, aber für den Kreis und die Gemeinden an der Strecke geht es auch um weitere Maßnahmen, die gleich mitgedacht und mitgeplant werden müssen, wie zum Beispiel eine Streckenverschwenkung im Bereich Haffkrug und ein drittes Bahnsteiggleis im Bahnhof Ratekau. Wenn die Gesamtstrecke nun ohnehin erst 2035 fertig wird, bietet dies dem Land die nötige Zeit, um eine gute und mit der Region abgestimmte Lösung für den zukünftigen Nahverkehr auf der Bäderbahntrasse zu entwickeln und umzusetzen“, betont der Landrat. (red)


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