Reporter Eutin

„Explosionen im Keller! Rückzug!“

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Eutin (sh). Es ist Samstag, ein herrlicher Tag. Die Sonne lacht vom Himmel – doch plötzlich sind mehrere Explosionen zu hören, Menschen schreien um Hilfe, Rauch steigt auf. Was wie ein tragisches Unglück im ehemaligen „Hotel zum Uklei“ in Sielbeck anmutet, wurde von Heino Kreutzfeldt, Gemeindewehrführer Eutin, und einem zehnköpfigen Feuerwehr-Team aus Eutin und Malente als Einsatzübung inszeniert.
Der Rauch stammt von Brenngelen und Nebelmaschinen, die Hilferufe kommen vom Band und die Explosionen hat Pyrotechniker René Becker von der Feuerwehr Malente kontrolliert ausgelöst – aber davon ahnen die Feuerwehrleute in der Umgebung noch nichts.
Um 14.04 Uhr schlagen die Fernmeldeempfänger, die alle Feuerwehrlaute stets bei sich tragen, Alarm – und schon machen sich die Mitglieder der Ortswehren der Stadt Eutin, der Ortswehr Bad Malente, der Johanniter Unfallhilfe und die Mitglieder der Ortsverbände des THW Eutin, Neustadt und Plön auf den Weg zu ihren Wachen. Dort ziehen sie sich in Windeseile um und fahren zum Einsatzort.
Um 14.12 Uhr hört man die ersten Sirenen der Einsatzfahrzeuge, die sich dem alten Hotel nähern. Kai Jansen von der Feuerwehr Malente trifft als erster ein – und hat damit das Kommando. „Es müssen Erstmaßnahmen getroffen werden, bis die zuständige Feuerwehr Eutin da ist.“
Zunächst wird die Lage von außen sondiert und Gebäudeabschnitte zwischen den Feuerwehren aufgeteilt. So arbeiten die einzelnen Gruppen einerseits für sich und kommen sich nicht ins Gehege. Andererseits halten die Gruppenführer engen Kontakt. „Die Zusammenarbeit soll gefördert werden“, erläutert Manuel Kramp, Gruppenführer Feuerwehr Eutin, den Sinn solcher groß angelegten Einsatzübungen.
Mittelweile sind rund 160 Männer und Frauen mit über 20 Einsatzfahrzeugen, darunter zwei mit einer Drehleiter, in Sielbeck eingetroffen. Jeder weiß, was zu tun ist. Jeder hat seine feste Aufgabe und unterstützt sein Team. Es geht um Menschenrettung und Brandbekämpfung.
Was von den Einsatzkräften noch keiner weiß: Im Gebäude befinden sich 24 Personen, die Verletzte darstellen. Diese sind Kollegen aus Benz, Schönwalde sowie von der Jugendfeuerwehr. Alle haben einen Zettel an der Kleidung befestigt, auf dem steht, welche Verletzungen vorliegen – damit die Einsatzkräfte genau wissen, wie sie mit ihnen umgehen müssen.
Diverse Schläuche werden ausgerollt und einzelne Mannschaften beginnen mit den Löscharbeiten. Parallel verschaffen sich mehrere Zweier-Teams mit Atemschutzgerät mithilfe von Äxten Zutritt zu dem verschlossenen Gebäude. Martina Böckenhauer von der Feuerwehr Eutin kontrolliert die Atemschutzgeräte, bevor sie zum Einsatz kommen, und hält dann den Kontakt zu den Kameraden im Inneren. Und schon werden die ersten „Opfer“ geborgen und zur Verletztensammelstelle gebracht. Dort werden sie von der Johanniter Unfallhilfe registriert und versorgt.
Plötzlich sind wieder Explosionen aus dem ehemaligen Hotel zu hören. „Explosionen im Keller! Rückzug!“ ertönt es von den Gruppenführern. Dann ein: „Wieder vor!“
Immer wieder ziehen sich die Truppen zu kurzen Lagebesprechungen zurück und gehen die einzelnen Bereiche im Gebäude durch, die bereits kontrolliert und nach möglichen Verletzten abgesucht wurden. Parallel sichern die Kollegen vom THW die Zugänge des Gebäudes, weil nach Explosionen Einsturzgefahr besteht. Die Übung dauert mehrere Stunden. Als die Dämmerung hereinbricht, werden Scheinwerfer und Spezialleuchten aufgestellt. Am Ende ist Heino Kreutzfeldt zufrieden mit dem Ablauf: „Es lief besser, als ich dachte. Nur bei der Kommunikation hakte es ein wenig. Aber wie ein Kollege immer sagt: Fehler gehören zu einer Übung – sonst hieße sie ja ,Könnung’.“
Am Tag zuvor wurden in der Nähe des Hotels von der Feuerwehr ein Teil der Parkplätze mit Flatterband blockiert, damit die großen Löschfahrzeuge nach der Übung wenden können. Doch Unbekannte haben die Markierungen weggerissen oder geklaut. So ein rücksichtsloses Verhalten überrascht. Aber so musste die gesamte Übung unter ohnehin schon sehr realen Bedingungen durchgeführt werden.



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