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Gründungsfest der Kinderabteilung für Kids zwischen sechs und zehn Jahren

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(v.l.) Maik Kramp (Ortswehrführer), Timo Plath (Jugendwart), Eric Köbernick und Rolf Müller (Gemeindewehrführer) sind sich bewußt, wen sie zwischen sich haben: die Zukunft der freiwilligen Feuerwehr.

(v.l.) Maik Kramp (Ortswehrführer), Timo Plath (Jugendwart), Eric Köbernick und Rolf Müller (Gemeindewehrführer) sind sich bewußt, wen sie zwischen sich haben: die Zukunft der freiwilligen Feuerwehr.

Zarnekau (fl). Sind Ihre Kinder auch schon einmal mit leuchtenden Augen aus der Grundschule gekommen und haben voller Begeisterung von den riesigen, roten Feuerwehrautos, den coolen Wasserschläuchen und hammermäßig schweren Uniformen berichtet? Jetzt gibt es für die Kids der fünfzehn Süseler Dorfschaften im vierzehntägigen Turnus die Möglichkeit, noch tiefer in die geheimnisvolle Welt der Feuerwehr einzutauchen. Am vergangenen Samstag wurde die offizielle Gründung der Zarnekauer „Kinderfeuerwehr“ festlich begangen. Anmelden können sich jetzt Kinder zwischen sechs und zehn Jahren.
 

Und nein, natürlich werden die Kinder beim nächsten Brand auf keinen Fall mit zum Einsatz gerufen! Es bleibt auch weiterhin den älteren Jugendgruppen vorbehalten, die Arbeit mit Einsatzgeräten zu trainieren. Aber, so Timo Plath, zuständiger Jugendwart, die Kinder werden mit viel Spaß, Freude und in fröhlicher Gesellschaft so manch sinnvolles altersgerecht lernen: Wie gehe ich mit offenem Feuer um, wie kann ich mich in einem feurigen Notfall richtig verhalten oder, wie hört sich ein Rauchmelder an - mit Rauchdemonstration in einem kleinen Rauchhaus. Eine Übernachtung mit Laternenbasteln für den Laternenumzug ist bereits für dieses Jahr eingeplant und auch die eine oder andere Fahrt im Feuerwehrauto gehört mit zu den tollen Erfahrungen, die Kinder dort machen können.
Jugendliche und Erwachsene greifen bei ihrer Freizeitgestaltung häufig auf positive Kindheitserfahrungen zurück und genau das ist der Grund, warum allen die Gründung der Kinderwehr so sehr am Herzen liegt. In Schleswig-Holstein gibt es vier Berufsfeuerwehren: In Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster. In allen anderen Ortschaften ist es rund 48000 freiwilligen Feuerwehrmännern und -frauen zu verdanken, dass nicht jeder Haushalt mit einem roten Eimer ausgestattet wird, um bei Feuerausbruch eine Löschkette zur nächstliegenden Wasserfläche bilden zu müssen. Auf je hundert Schleswig-Holsteiner kommen nicht ganz zwei Feuerwehraktive. Das Ehrenamt Feuerwehrmann/frau ist mehr als nur ein Hobby - es verlangt Spontanität, verständnisvolle (Ehe)Partner und Arbeitgeber, Interesse an Weiterbildung und persönlichen, körperlichen Einsatz. Es bedeutet, aktiv am Schutz seiner Mitmenschen und deren Hab und Gut beteiligt zu sein. Wer als Kind bereits Feuerwehr im positiven Sinne erlebt, hat zu einem späteren Zeitpunkt eher den Impuls, sich tiefer auf die Erfahrung einzulassen und mitzuwirken, so die Hoffnung aller Beteiligten. „Feuerwehr“, so der stellvertretende Süseler Bürgermeister Albrecht Dudy, „geht uns alle an“. Die Gründung der Kinderfeuerwehr ist keine spontane Idee, sondern ein notwendiger Schritt in Richtung Zukunftssicherung. Die 1990 gegründete Jugendfeuerwehr Zarnekau hat nur noch drei Mitglieder, die in diesem Jahr alt genug sind für einen Wechsel in die aktive Wehr. Die Jugendwehr wird nicht aufgelöst, sondern in einen Ruhezustand versetzt. Timo Plath ist optimistisch: „Zur Zeit gibt es im Dorf so gut wie keine Jugendlichen im passenden Alter. Dass kann sich in ein paar Jahren schon wieder ändern, wenn Mitglieder aus der Kinderabteilung heranwachsen“.
 

Der Jugendwart hat bereits im vergangenen Jahr alle notwendigen Ausbildungen zum Leiter der Kinderabteilung und zur Brandschutzerziehung absolviert und bei der Malenter Kinderwehr viele Impulse mitnehmen können. Lachend gesteht er ein, dass sein Werdegang bei der Feuerwehr eher ungewöhnlich war. So waren es seine Kinder Alicia und Marwin, die mit zehn in die Jugendfeuerwehr eintraten und den Vater mit ihrer Begeisterung ansteckten. Jetzt ist Alicia selber im Betreuungsteam der Kindergruppe mit dabei, ebenso Eric Köbernick, er ist mit 13 Jahren der Jugendfeuerwehr beigetreten, und die engagierte Zarnekauerin Sabine Petersen. Die Mitwirkung von „Zivilisten“ in der Zarnekauer Feuerwehr wurde durch eine Satzungsänderung ermöglicht, mit der neben einer Kinderabteilung auch eine sogenannte Verwaltungsabteilung geschaffen wurde.
Mehr Informationen und Kontaktdaten über die Freiwillige Feuerwehr Zarnekau finden sich unter anderem auf Facebook @freiwilligefeuerwehrzarnekau. Das erste Mal treffen sich die Kids mit Timo Plath und seinem Team am Samstag, den 16. Juni von zehn bis zwölf Uhr bei der Freiwilligen Feuerwehr im Griebeler Weg 15 in Zarnekau.


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