Reporter Fehmarn

Arne Jacobsen im XXL-Format

Die vier Standorte der Arne Jacobsen Skulpturen in Burgtiefe auf Fehmarn

Die vier Standorte der Arne Jacobsen Skulpturen in Burgtiefe auf Fehmarn

Bild: © Gabriele Staarmann

Fehmarn. Ein sehr großer Sessel, auf dem man Platz nehmen kann, eine überdimensionale Leuchte am Wegesrand und eine Dusche, die zugleich ein Designobjekt ist: In Burgtiefe wird das Werk des dänischen Architekten und Designers Arne Jacobsen künftig im wahrsten Sinne des Wortes erlebbar. Vier überdimensionale Skulpturen greifen ikonische Entwürfe Jacobsens auf und setzen sie in Beziehung zur Architektur des Seebads Burgtiefe. Gemeinsam mit der Künstlerin Gabriele Staarmann entwickelte der Tourismus-Service Fehmarn die Idee, vier bekannte Objekte des dänischen Architekten und Designers Arne Jacobsen in den öffentlichen Raum zu übertragen. Ziel ist es, Einheimischen und Gästen einen niedrigschwelligen Zugang zu den Werken des weltberühmten Künstlers und zur besonderen Architektur Burgtiefes zu eröffnen. „Viele Menschen kennen Arne Jacobsens Möbel und Designobjekte, ohne sich immer bewusst zu sein, wer hinter ihrer Gestaltung steht. Durch die Vergrößerung werden die vertrauten Formen plötzlich ganz anders wahrgenommen. Gleichzeitig entsteht ein verständlicherer Zugang zur Architektur von Burgtiefe“, so Gabriele Staarmann. Die Enthüllung der Skulpturen findet am Freitag, den 30. Oktober um 14 Uhr statt. Treffpunkt ist beim Tourismus-Service Fehmarn (Zur Strandpromenade 4). Anschließend folgt ein Rundgang zu den vier Skulpturen. Um 14:15 Uhr geben Künstlerin und Initiatorin Gabriele Staarmann sowie Prof. Dr. Christian Schäfers von der Hochschule Osnabrück am Egg Chair Ausführungen zum gesamten Projekt. Einheimische und Gäste sind herzlich eingeladen, an der Eröffnung teilzunehmen. Eine Anmeldung vorab ist nicht erforderlich. Die Idee knüpft an die Ausstellung „Gesamtkunstwerke“ an, die 2022 im Haus des Gastes in Burgtiefe die Architektur und das Design von Arne Jacobsen und Otto Weitling in den Mittelpunkt stellte. Eine begleitende Lichtinstallation, bei der eine Licht-Choreografie auf die 17-stöckigen Appartementhäuser des IFA-Hotels projiziert wurde, stieß auf große Resonanz. Sie gab den Anstoß, die Auseinandersetzung mit dem architektur- und designgeschichtlichen Erbe des Seebads dauerhaft fortzuführen. „Burgtiefe ist ein einzigartiger Ort auf Fehmarn. Die Architektur von Arne Jacobsen und Otto Weitling gehört zu unserer Inselgeschichte und ist gleichzeitig bis heute überraschend modern. Mit den Skulpturen entsteht eine neue Möglichkeit, dieses besondere Erbe sichtbar und erlebbar zu machen“, so Tourismusdirektor Oliver Behncke. Die Skulpturen orientieren sich an den Proportionen der Originalentwürfe, sind jedoch deutlich vergrößert und speziell für den Einsatz im Außenraum entwickelt. Sie verbinden künstlerische Gestaltung mit praktischen Funktionen:
Ant Chair („Ameise“): Der rund 2,70 Meter hohe Stuhl steht vor dem Haus des Gastes an der Südstrandpromenade.
Egg Chair („Ei“): Der rund 2,40 Meter hohe Sessel befindet sich auf der Wiese südlich des Yachthafengebäudes. Er lädt dazu ein, selbst Platz zu nehmen und das Design aus einer ungewohnten Perspektive zu erleben.
Lamp AJ 1957: Die rund 3,50 Meter hohe Edelstahlskulptur steht auf der Wiese an der Westmole beim Café Chillaz. Mit ihrer Beleuchtung übernimmt sie zugleich eine Funktion im öffentlichen Raum.
Watertap HV1: Die rund 3,50 Meter hohe Skulptur wird am Strand nahe der Westmole als nutzbare Dusche während der Badesaison eingesetzt.
Die Konzeption und künstlerische Idee stammen von Gabriele Staarmann. Die technische Entwicklung erfolgte in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Christian Schäfers von der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik der Hochschule Osnabrück. Unterstützt wird das Vorhaben durch die Europäische Union aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), das Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein sowie die AktivRegion Wagrien-Fehmarn e. V.. Die zuwendungsfähigen Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 182.000 Euro; 60 Prozent dieser förderfähigen Kosten (109.000 Euro) werden aus ELER-Mitteln der EU bezuschusst. Mit den vier Skulpturen erhält Burgtiefe eine dauerhafte Ergänzung, die Kunst und Alltag verbindet und die besondere Bedeutung des Seebads als Architekturdenkmal sichtbar macht. Dank der vier Objekte kann man das Design Jacobsens ab sofort nicht nur betrachten, sondern unmittelbar erleben.

UNTERNEHMEN DER REGION

Meistgelesen