Kristina Kolbe

Protestaktion gegen den Fehmarnbelt-Tunnel

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Fehmarn. Aus Protest gegen die geplante Untertunnelung des Fehmarnbelts in der Ostsee haben sich Aktivisten der Organisation Robin Wood heute Vormittag von der Fehmarnsundbrücke zwischen dem schleswig-holsteinischen Festland und der Insel Fehmarn abgeseilt. Sie spannten dort ein Transparent mit der Aufschrift „Beton-Tunnel wird WAL-URNE“. Begleitet wird die Aktion vom Traditionssegler Lovis, der ein Banner mit dem Slogan „Tunnel stoppen – Ostsee schützen“ hisste. Auch Vertreter des Bündnisses Beltretter waren vor Ort.
 
Nach Aufforderung der Polizei, die mit vier Funkwagenbesatzungen vertreten waren, wurde das Banner wieder nach oben gezogen. Die Kletterer kamen zurück auf die Brücke. Nach erfolgter Personalienfeststellung wurde die Versammlung aufgelöst und die Aktivisten der Brücke verwiesen. Dieser Aufforderung wurde sofort Folge geleistet.
 
Vonseiten der Polizeistation Fehmarn und der Versammlungsbehörde des Kreises Ostholstein wird die Aktion ein Bußgeldverfahren wegen versäumter Anzeige einer Versammlung unter freiem Himmel zur Folge haben.
 
Die Aktion richtete sich gegen den geplanten Bau des Belt-Tunnels. Zwei der Personen hatten sich circa 15 Meter weit abgeseilt und hingen wenige Meter über dem Wasser, während die anderen Personen sicherten.
 
Eine Versammlung unter freiem Himmel war nicht angezeigt worden und nach Einschätzung der eingesetzten Beamten handelte es sich bei der Maßnahme um eine für Leib und Leben der Kletterer gefährliche Aktion.
 
Mit einer Länge von 18 Kilometern wäre der Fehmarnbelt-Absenktunnel weltweit der längste Straßen/Schienen-Tunnel. Er soll von Puttgarden auf Fehmarn nach Rödby auf der dänischen Insel Lolland führen. Geplant sind vier Beton-Röhren, in denen vier Autobahnspuren und zwei Eisenbahntrassen verlaufen. Zum Projekt gehört zudem ein Ausbau der Schienen- und Straßen-Hinterlandanbindungen auf beiden Seiten. (ko)


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