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3 Millionen Euro Sand - „Kurz nachgefragt“ zum Thema Strandaufspülung in Sierksdorf

Sierksdorf. Der Strand in Sierksdorf bekommt derzeit eine Frischzellenkur: Rund 70.000 Kubikmeter Sand werden momentan vor der Küste angelandet und entlang des Strandes verteilt. Diese sehr kostspieligen Arbeiten dauern insgesamt etwa drei Wochen und sind keine Luxusanschaffung. Wir haben bei Bürgermeister Carsten Bruhn (FWV) „kurz nachgefragt“ und erfahren, dass der zusätzliche Sand zwar den Strand verbreitert und ihn damit auch attraktiver für Urlauber und Einheimische macht, er aber vor allem den Küstenschutz verbessern wird.

Das Aufspülgebiet erstreckt sich von der Pfingstbeekpromenade bis etwas über den Fischerplatz hinaus und umfasst damit eine Strecke von rund 2,5 Kilometern. „Der neue Sand wird so modelliert, dass der Strand zur Küste hin stärker ansteigt. Dadurch können Wellen künftig sanfter auslaufen und ihre Energie verlieren“, erläuterte Bruhn gegenüber dem reporter.

Arbeiten rund um die Uhr

Die Arbeiten laufen nahezu rund um die Uhr. Ein Spezialschiff bringt etwa alle zwölf Stunden eine neue Ladung Sand an, die vor Kühlungsborn aufgenommen wird. Pro Lieferung werden rund 2.500 Kubikmeter angelandet, insgesamt sind damit für die gesamte Maßnahme rund 28 Schiffsladungen nötig. Anschließend wird der Sand an Land verteilt.

Dafür ist ein Team von rund zehn Personen Tag und Nacht im Einsatz. Moderne Technik spiele dabei eine wichtige Rolle, berichtete der Bürgermeister: Der Strand wurde zuvor digital vermessen, und die Maschinen orientieren sich bei der Verteilung des Sands an diesen Daten. „Der Sand wird in dünnen Schichten aufgebracht, damit er ‚ausbluten‘ und sich anschließend wieder verdichten kann“.

Kostenfaktor: Rund 3 Millionen Euro

Die Kosten für die Maßnahme liegen bei insgesamt rund drei Millionen Euro. Darin enthalten sind auch etwa eine Million Euro für sogenannte Ökopunkte, die im Rahmen der Genehmigungsverfahren erforderlich waren. Den größten Teil der Kosten trägt die Gemeinde Sierksdorf, zusätzlich beteiligen sich Anlieger der Pfingstbeekpromenade. Vom Land Schleswig-Holstein wird lediglich die Menge an Sand gefördert, die bei der Sturmflut vor etwa zweieinhalb Jahren verloren gegangen ist.

Die letzte Strandaufspülung in Sierksdorf liegt etwa zehn Jahre zurück. Mit der aktuellen Maßnahme soll der Strand nun wieder langfristig stabilisiert werden, pünktlich vor der kommenden Badesaison.

Strandaufspülung: Was bedeutet das?

Bei einer Strandaufspülung wird Sand vom Meeresboden oder aus geeigneten Abbaugebieten mit Spezialschiffen an die Küste transportiert und dort auf den Strand gepumpt. Anschließend wird er mit Maschinen verteilt und in die gewünschte Form gebracht. Ziel ist es, abgetragenen Sand zu ersetzen, den Strand zu verbreitern und den Küstenschutz zu verbessern. Ein steilerer Strand lässt Wellen langsamer ausrollen und kann so die Küste besser vor Sturmfluten schützen.

Strände an der Ostsee verändern sich ständig: Strömungen, Stürme und Hochwasser transportieren Sand ab. Deshalb werden viele Strände alle paar Jahre erneut aufgespült.

Zum Vergleich: Eine typische Sandkiste (1,5 mal 1,5 Meter) im Garten fasst etwa 0,5 Kubikmeter Sand. Die Strandaufspülung in Sierksdorf entspricht damit ungefähr 140.000 Sandkisten. (gm)


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