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Anzeige: „Extrawurst“Plattdeutsche Komödie mit dem Ensemble des Hamburger Ohnsorg-Theaters

Das Hamburger Ohnsorg-Theater ist mit der Komödie „Extrawurst“ bei „Theater in der Stadt“.

Das Hamburger Ohnsorg-Theater ist mit der Komödie „Extrawurst“ bei „Theater in der Stadt“.

Bild: Oliver Fantitsch

Neustadt in Holstein. Eine plattdeutsche Komödie darf im Programm vom „Theater in der Stadt“ nicht fehlen. Zum Abschluss der Saison gastiert am Freitag, dem 20. März um 20 Uhr das Hamburger Ohnsorg-Theater mit der Komödie „Extrawurst“ im Theatersaal an der Jacob-Lienau-Schule.

 

Kloppstedt in der norddeutschen Provinz: Heribert, erster Vorsitzender und Rentner, Matthias, zweiter Vorsitzender und Logistiker, und der Webetexter Torsten haben sich zur obligatorischen Mitgliederversammlung ihres Tennisclubs zusammengefunden. Natürlich dürfen auch Torstens Frau Melanie, Übersetzerin und beste Spielerin im Verein, sowie Anwalt Erol, der beste Spieler, der im Doppel mit Melanie schon einige Preise gewonnen hat, nicht fehlen. Als letzter Punkt der Tagesordnung steht die Abstimmung über einen neuen Grill für die Vereinsfeiern auf dem Programm. Eigentlich kein Problem und Heribert möchte schließlich auch endlich zum Buffet. Doch dann meldet sich Melanie mit einem Vorschlag zu Wort: Könnte man nicht einen zweiten, einen Extragrill für Erol anschaffen? Denn gläubige Muslime dürfen nicht nur kein Schweinefleisch essen, sie dürfen ihr Gegrilltes auch nicht auf einen Rost mit Schweinefleisch legen. Eine wohl gut gemeinte Idee, die aber immense Diskussionen auslöst und den friedlichen Verein vor eine Zerreißprobe stellt. Wie viele Rechte muss eine Mehrheit einer Minderheit einräumen? Muss man Religionen tolerieren, auch wenn man sie ablehnt? Gibt es auch am Grill eine deutsche Leitkultur? Und sind eigentlich auch Vegetarier eine Glaubensgemeinschaft? Immer tiefer schraubt sich der kleine Konflikt um den Grill in die Beziehungen der Mitglieder. Ebenso respektlos wie komisch stoßen Atheisten und Gläubige, Deutsche und Türken, „Gutmenschen“ und Hardliner frontal aufeinander. Und allen wird klar: Es geht um mehr als einen Grill und um viel mehr als nur eine „Extrawurst“. Es geht darum, wie wir zusammenleben. Zumal die Grenzen zwischen „rechts und links“, „tolerant und intolerant“, „religiös und ungläubig“ viel fließender sind als man denkt.

 

Die Zuschauer sind als Vereinsmitglieder direkter Teil des Geschehens und erleben mit, wie sich eine Gesellschaft komplett zerlegen kann. Und das in einer schnellen, hochpointierten und sehr aktuellen Komödie, die im Ohnsorg-Theater zur Uraufführung kommt. Eintrittskarten gibt es beim Kulturservice im Neustädter Rathaus, Tel. 04561/619-321, bei der Konzertagentur Haase, Tel. 04561/8585, bei Buchstabe am Markt, Tel. 04561/4411 oder online unter www.stadt-neustadt.de/tickets. Die Eintrittspreise liegen zwischen 33,50 und 40,10 Euro (inklusive Vorverkaufsgebühr). Die Abendkasse öffnet ab 19 Uhr (Tel. 01525/2879817). (red)


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