reporter Neustadt

Clemens Tangerding setzt auf Begegnung und Tun

Neustadt in Holstein. Wie kann gesellschaftlicher Zusammenhalt gelingen, wenn politische Unterschiede größer werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich die diesjährige Demokratiekonferenz der Partnerschaft für Demokratie Neustadt (PfD) in der Kulturwerkstatt Forum.

Zu Gast war der Historiker Clemens Tangerding, der aus seinem Buch „Rückkehr nach Rottendorf. Von Rechten, Linken und anderen normalen Leuten“ las. Im Mittelpunkt standen Fragen nach Demokratie, Zugehörigkeit und Verständigung - und die Beobachtung, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt dort entsteht, wo Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen. Ein Schwerpunkt der Lesung war ein Dialogprojekt in der sächsischen Stadt Radeberg. Dort brachte Tangerding Menschen mit sehr unterschiedlichen politischen Sichtweisen miteinander ins Gespräch. Sein Fazit: Verständigung bedeutet nicht zwangsläufig Einigkeit. Entscheidend sei, die Erfahrungen und Sichtweisen anderer verstehen zu wollen und Gesprächsräume offenzuhalten.

Im anschließenden Austausch entwickelte sich ein generationenübergreifendes Gespräch. Zu Wort meldeten sich ein Schüler ebenso wie mittelalte und betagtere Besucherinnen und Besucher. Dabei ging es auch um die Frage, welche Rolle die eigene Haltung in Konflikten spielt und wie es gelingen kann, trotz unterschiedlicher Meinungen im Gespräch zu bleiben. Viele Gäste nahmen keine fertigen Antworten mit nach Hause, wohl aber die Anregung, genauer hinzuschauen, wo Begegnung, gemeinsames Handeln und Verantwortung über Unterschiede hinweg möglich bleiben: im Alltag, im Beruf oder eben in der Politik. (red)


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