

Dahme. Dr. Jürgen Möller, Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins und Urheber der Biografie des Ostseebades hat nun gemeinsam mit dem Heimat- und Kulturverein eine Ausstellung in das Haus des Gastes gebracht. Thema ist die Sturmflut 1872, die Dahme in der Nacht vom 12. auf den 13. November besonders hart getroffen hat. Auf vier Stellwänden wird eindrucksvoll aufgearbeitet, was in dieser Nacht geschah. So heißt es zum Beispiel: „Schrecklich hauste der Orkan in Dahme, wo 16 bis 20 Häuser gänzlich von den Fluten weggerissen und 40 bis 50 andere jetzt als Ruinen dastehen. 51 Familien sind obdachlos geworden und 10 Menschen kamen ums Leben, 8 davon ertranken und zwei Kinder starben auf dem Felde.“
Die Wasserstände erreichten in dieser Nacht eine noch nie dagewesene Höchstmarke von 3,40 Meter über Normal Null mit noch nie erlebten Wellenhöhen.
Die Ausstellung richtet den Blick allerdings auch auf die Entwicklung des Wasserstandes und auf den Küstenschutz in der heutigen Zeit. Auch wird auf die Geschichte des Deiches eingegangen.
„Wir müssen daran erinnern, was diese Sturmflut für Dahme bedeutet hat“, sind sich Jürgen Möller und Uwe Landschoof vom Heimat- und Kulturverein einig. Immerhin seien 75 Prozent der Häuser in Dahme zerstört gewesen und es habe einen kompletten Neuanfang gefordert.
Auch müsse man den Blick in die Zukunft richten und den Anstieg des Seewasserspiegels beobachten, so Möller. Hierfür ist die Betrachtung des Seewasserspiegels, der vor Dahme gemessen wird aufschlussreich. Denn seit Beginn der Messung im Jahr 2017 wurde ein Anstieg des Wassers von 5,5 Zentimetern verzeichnet, was einen jährlichen Anstieg von 1,1 Zentimetern bedeute. „Dieser Anstieg ist auf den Klimawandel zurückzuführen und hat erhebliche Auswirkungen auf die Zukunft von Dahme“, erklärte Jürgen Möller. So würde beispielsweise ein Anstieg des Meerwasserspiegels von 50 Zentimetern mehr als die Hälfte des Strandes verschlucken und die Wirtschaft entlang der Promenade gefährden.
Die Ausstellung über die Sturmflut wird noch bis zum 8. Januar 2023 im Haus des Gastes zu sehen sein. (ko)
Sachstand: Petition Regionaldeich
Passend zu diesem Thema stellte Initiatorin Birte Schmidt eine Petition vor, die mit 2.248 Stimmen zum Erhalt des Regionaldeichs zwischen Dahme und Kellenhusen aufruft. Hintergrund ist, dass der Wasser und Bodenverband die Pflege des Stücks zwischen Dahme und Kellenhusen aufgegeben, also entwidmet hat und laut Schmidt der dort gelegene Küstenradweg und Wanderweg durch fehlende Pflege in Gefahr sei. Die Petition wurde vom Land Schleswig-Holstein abgelehnt.




