Kristina Kolbe

Feuerwehr Kellenhusen zog Bilanz

Kellenhusen. Es war ein eher durchschnittliches Jahr, auf das die Freiwillige Feuerwehr Kellenhusen am vergangenen Freitag in ihrer Jahreshauptversammlung zurückblickte. Die Kameradinnen und Kameraden rückten in 2025 insgesamt 62 mal aus. Allein 25 Einsätze waren jedoch in den Nachbargemeinden, wo die Kellenhusener Wehr als Löschhilfe unterstützte. „Kaum eine Wehr ist heute noch in der Lage, mittlere und größere Einsätze allein abzuarbeiten. Bei mehr als der Hälfte der Einsätze waren zwei oder mehr Wehren beteiligt“, erklärte Wehrführer Hans-Werner Landschoof in seinem Jahresbericht.

Eine besonders erfreuliche Nachricht hatte Bürgermeister Stefan Schwardt im Gepäck. Wie schon auf dem Neujahrsempfang erwähnt, wurde die Genehmigung für den Erweiterungsbau des Feuerwehrgerätehauses erteilt. Nun können die Ausschreibungen für das 3,5 Millionen-Projekt starten und auch die 540.000 Euro für ein neues Feuerwehrfahrzeug wurden in den Haushalt eingestellt. Schwardt lobte die grundsolide Ausrichtung der Feuerwehr und hob ihre ruhige und harmonische Art bei den Einsätzen hervor. Davon konnte er sich in der Vergangenheit immer wieder selbst ein Bild machen, wenn er zu den Einsätzen ausrückte. Damit er in Zukunft ein offizielleres Bild auf den Einsätzen abgeben kann, gab es für ihn eine eigene Feuerwehrjacke mit der Aufschrift „Bürgermeister Kellenhusen“. „Nicht, dass du noch aus Versehen vom Einsatzort weggeschickt wirst“, scherzte der Wehrführer bei der Übergabe.

Großes Lob gab es außerdem für die erfolgreiche Jugendarbeit, die mit circa 45 Stunden für Übungsdienste, Sommerfeste, Ausflüge und Unternehmungen für große Freude bei den Kindern und Jugendlichen im vergangenen Jahr gesorgt hat. „Die Nachwuchsschmiede ist offen“, freute sich Jugendwart Fabian Schwarz. Inzwischen sind sieben Kinder in der Jugendfeuerwehr, wodurch sich die Mitgliederzahl fast verdoppelt hat. „Tolle Arbeit, macht weiter so“, lobte auch Kreiswehrführer Michael Hasselmann. „Wenn die Jugendlichen in die aktive Wehr übergeben werden können, das ist das Tollste“, so Hasselmann. Er würdigte auch den Einsatz der Kameradinnen und Kameraden und bezeichnete es als ein starkes Signal, dass die Feuerwehr immer da sei, wenn sie gebraucht werde. Dennoch gebe die Mitgliederzahl Anlass zu leichten Bedenken. Zwar bewege sie sich noch auf einem vernünftigen Niveau, doch die Tagesverfügbarkeit sei ein echtes Problem, vor dem viele Wehren stünden.

Wehrführer Landschoof appellierte daher an seine Feuerwehr, auch zu den vermeintlich kleinen Einsätzen zu kommen und warb um noch mehr Beteiligung an den Übungsdiensten. Auch dürfe man die Mitgliederwerbung nicht aus den Augen verlieren, so Landschoof, wobei sich die Lage in 2025 zumindest nicht wesentlich verschlechtert habe. Die aktuelle Mitgliederzahl beläuft sich auf 56 Mitglieder, im Vorjahr waren es 54. Davon sind aktuell 33 in der Einsatzabteilung, drei weniger als im Vorjahr. An der Spannung und Vielfalt in den Diensten könne dieser Rückgang jedoch nicht liegen, betonte Landschoof. Auch in 2025 fanden zahlreiche Übungen zu verschiedensten Themen wie technische Hilfe, Ölwehr und Brandbekämpfung statt. Auch die geselligen Veranstaltungen wie Sommerfest, Kartoffelfest oder Vogelschießen tragen zur Attraktivität der Wehr bei. Abschließend dankte der Wehrführer den Kameradinnen und Kameraden für ihren Einsatz und die gute Zusammenarbeit.

Wahlen

Mit der Neuwahl eines stellvertretenden Wehrführers stand in diesem Jahr wohl die größte strukturelle Neuerung im Vorstand der Wehr an. Nach 18 Jahren legte Bernd Bader sein Amt nieder und machte den Weg für eine Nachfolge frei. „Wenn man so lange aktiv war, sammelt man viele Menschen, Tätigkeiten und Momente, die einen prägen. Wir haben gemeinsam Großbrände bekämpft, Menschen aus lebensbedrohlichen Situationen gerettet, Naturkatastrophen, Unfälle und Notlagen geprobt, in einem Team, das sich blind vertraut“, so Bader, der seine Vorstandsposition immer als Aufgabe verstanden habe, die er mit Stolz und Freude erfüllt hat. „Feuerwehr ist eine Haltung. Danke, dass ich diesen Weg mit euch gehen durfte“, erklärte er. Sein Nachfolger wurde mit 24 von 26 Stimmen Jan-Henrick Landschoof, wodurch die Wehrführung nun in den Händen von Vater und Sohn liegt.

Auch für die Kassenführung stand ein Wechsel an, Alice Petersen übernimmt künftig dieses Amt anstelle von Carmen Behnke. Gruppenführer wurden Patrick Hanßen und Max Wendelmuth und Atemschutzgerätewart bleibt Chris Landschoof.

Ehrungen und Beförderungen

Für 20-jährige Mitgliedschaft wurde Fabian Schwarz geehrt und Max Wendelmuth stieg zum Oberfeuerwehrmann auf. Abschließend gab es das Schleswig-Holsteinische Feuerwehrehrenkreuz in Gold für Bernd Bader in Würdigung hervorragender Dienste auf dem Gebiet des Feuerwehrwesens. (ko)


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