Marlies Henke

Freiwillige Feuerwehr Sierksdorf: Führungswechsel nach 17 Jahren

Sierksdorf. Ein Führungswechsel nach 17 Jahren und ein deutliches Zeichen für Zusammenhalt haben die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Sierksdorf geprägt. Im Mittelpunkt stand der emotionale Abschied von Ortswehrführer Stephan Willert sowie der Blick auf eine Zukunft, die die Wehr nach schwierigen Jahren gestärkt angehen will. Die Versammlung fand am 6. Februar im örtlichen Gerätehaus statt.

Rückgang der Einsätze und Abwendung der Pflichtfeuerwehr

Mit insgesamt 75 Einsätzen im Jahr 2025 verzeichnete die Sierksdorfer Wehr einen Rückgang um 25 Alarmierungen im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch war das Jahr 2025 für die Einsatzkräfte von besonderer Bedeutung.
Über allem stand die drohende Einführung einer Pflichtfeuerwehr. Durch zahlreiche persönliche Gespräche und großen Einsatz der Wehrführung gelang es, so viele neue Mitglieder zu gewinnen, dass dieser Schritt abgewendet werden konnte (der reporter berichtete). Aktuell zählt die Einsatzabteilung 33 aktive Mitglieder, darunter zwei Zweitmitgliedschaften.

Das vergangene Jahr stand daher stark im Zeichen der feuerwehrtechnischen Grundausbildung, da viele Neuzugänge zuvor keinen direkten Bezug zum Brandschutz hatten. Zwei zusätzlich ausgebildete Lkw-Fahrer stärken zudem die Einsatzbereitschaft der Großfahrzeuge, insbesondere während der kritischen Tagbereitschaft.

Unterstützt wird die aktive Wehr durch elf Mitglieder der Ehrenabteilung sowie den Nachwuchs in den Jugend- und Kinderabteilungen. Acht Jugendliche engagieren sich in der Jugendfeuerwehr Roge-Sierksdorf, während die Kinderfeuerwehr „Feuerkrabben“ neun Mitglieder zählt.

Technik: Sorgenkind Tanklöschfahrzeug

Während das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) und der Einsatzleitwagen (ELW) als gut gewartet und einsatzbereit gelten, bleibt das Tanklöschfahrzeug (TLF) aus dem Jahr 1988 ein Problemfall. Der technische Zustand des Fahrzeugs lässt einen sicheren Einsatz nicht mehr zu, Ersatzteile sind kaum noch erhältlich. Die Ersatzbeschaffung läuft, ist jedoch mit bürokratischen Herausforderungen verbunden. Die Wehr zeigte sich dennoch optimistisch, das Thema im Jahr 2026 lösen zu können.
Bürgermeister Carsten Bruhn, der an der Versammlung teilnahm, sicherte der Feuerwehr in seinem Grußwort weiterhin die Unterstützung der Gemeinde zu.

Emotionaler Stabwechsel nach 17 Jahren
Der emotionale Höhepunkt des Abends war die Verabschiedung von Ortswehrführer Stephan Willert, der sein Amt nach 17 Jahren zur Verfügung gestellt hatte.
Bürgermeister Carsten Bruhn überreichte die Entlassungsurkunde und würdigte Willerts langjährigen und engagierten Einsatz für das Ehrenamt. In einer Laudatio ließ der stellvertretende Ortswehrführer Paul Stellmacher Willerts Wirken Revue passieren und hob hervor, dass sich dieser mit großem persönlichen Einsatz gegen Abwärtstrends und für den Erhalt der Wehr eingesetzt habe.

Auch fachlich habe Willert die Wehr geprägt, etwa durch die Einführung des Löschmittelzusatzes „F500“. Eine besondere Note erhielt der Abend dadurch, dass Willert ausgerechnet am Tag der Jahreshauptversammlung Geburtstag hatte, diesen aber bewusst in den Dienst der Mannschaft stellte.
Als Dank erhielt Willert von seinen Kameraden einen zu einer Minibar umgebauten Feuerlöscher sowie seine Frau Kirsten einen Blumenstrauß als Anerkennung für die Unterstützung über viele Jahre. Der sichtlich bewegte Willert bedankte sich für die stets gute Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung und versprach, der Wehr auch nach dem Wechsel in die Ehrenabteilung mit seinem Wissen zur Verfügung zu stehen.

Neuer Ortswehrführer blickt nach vorn
Willerts Nachfolge übernimmt Stefan Machlitt. Da aufgrund der personellen Umbruchsituation kein Wahlvorschlag zustande kam, wurde er vom Kreis Ostholstein eingesetzt – eine Entscheidung, die innerhalb der Mannschaft breite Zustimmung fand.
Machlitt ist seit seinem zehnten Lebensjahr Mitglied der Feuerwehr und verfügt über Führungserfahrung aus seiner früheren Tätigkeit als Ortswehrführer in Süsel. Hauptberuflich ist er als leitender Angestellter im Süseler Seepark tätig.

Sein Ziel ist es, die Sierksdorfer Feuerwehr als schlagkräftige Einheit mit starkem Gemeinschaftsgefühl in die Zukunft zu führen. Die Wehr stehe vor einem historischen Umbruch, erklärte Machlitt. Themen wie das neue Gerätehaus, die Ersatzbeschaffung des Tanklöschfahrzeugs und die Sicherung des Personalbestands würden der Truppe alles abverlangen.
Gleichzeitig habe die Wehr durch den großen Zusammenhalt in allen Bereichen deutliche Fortschritte erzielen können. Sie gehe aus dieser Krise massiv gestärkt hervor und stehe bereit, sich auch 2026 mit voller Kraft für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger einzusetzen, so Machlitt

Wahlen: Stellvertretender Gruppenführer ist Sebastian Hoffmann Atemschutzgerätewart Cedric Willert, stellvertretender Atemschutzgerätewartin Daniela Tegler, Kassenprüfer Klaus Friedrich Volckens und stellvertretender Kassenwart Peer Hendrik Grenke-Klimstein.

Beförderungen: Pascal Fink, Peer Hendrik Grenke-Klimstein und Klaus Friedrich Volckens wurden zu Feuerwehrmännern befördert. Julia Dammasch, Matthias Knoop, Daniela Tegler, Lars Warnemünde und Oliver Woldt tragen nun den Dienstgrad Oberfeuerwehrfrau beziehungsweise Oberfeuerwehrmann. Nina Machlitt wurde zur Löschmeisterin befördert.

Ehrungen: Für seine 40-jährige treue Mitgliedschaft erhielt Nils Dammasch eine besondere Ehrung. (red/he)


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