Getreideernte startet in Schleswig-Holstein
Schleswig-Holstein. Die Mähdrescher kehren auf die Felder Schleswig-Holsteins zurück: Mit der Wintergerste beginnt in diesen Tagen die Getreideernte. Je nach Region und Standort haben die ersten Betriebe bereits mit dem Drusch begonnen. Größere Ernteaktivitäten werden ab Ende dieser Woche erwartet, der flächendeckende Start dürfte in der kommenden Woche erfolgen, wenn sich das Wetter weiter stabilisiert hat. Damit beginnt für die landwirtschaftlichen Betriebe die arbeitsintensivste Zeit des Jahres.
Die Entwicklung der Getreidebestände wurde in diesem Jahr maßgeblich durch die Witterung geprägt. Nach einem überwiegend trockenen Frühjahr beschleunigte die ausgeprägte Hitze Ende Juni die Abreife vieler Bestände. Gleichzeitig sorgten regional kräftige Gewitter für sehr unterschiedliche Bedingungen. Entsprechend unterschiedlich präsentieren sich die Bestände kurz vor der Ernte.
Erste Erträge werden mit Spannung erwartet
Noch ist es zu früh, um belastbare Aussagen zu Erträgen und Qualitäten zu treffen. Die ersten Druschergebnisse werden in den kommenden Tagen erwartet und liefern eine erste Einschätzung über die Auswirkungen der Trockenheit und der hohen Temperaturen.
Regional rechnet Achim Seidel, Referent für den Bereich Marktfruchtbau und Getreide der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, mit unterschiedlichen Ergebnissen. Während tiefgründige und gut wasserversorgte Standorte die Trockenphase vielfach besser überstanden haben, könnten insbesondere auf leichteren Böden Mindererträge auftreten.
Auch der Erntebeginn fällt regional unterschiedlich aus. Auf leichteren, trockeneren Standorten ist die Wintergerste vielerorts bereits druschreif. Auf anderen Flächen sind die Bestände zwar weit entwickelt, das Stroh ist jedoch teilweise noch grün. Voraussetzung für den weiteren Ernteverlauf bleibt eine stabile Wetterphase, die nach den aktuellen Prognosen ab Ende der Woche beziehungsweise vor allem in der kommenden Woche erwartet wird.
Wintergerste eröffnet die Erntesaison
Die Wintergerste ist jedes Jahr die erste Druschfrucht. Anschließend folgen Winterraps, Roggen, Triticale und Winterweizen als wichtigste Getreideart Schleswig-Holsteins. Die gesamte Getreideernte wird, unabhängig von Witterung mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Für die Betriebe bedeutet dies eine Phase mit hoher Arbeitsbelastung. Schönwetterfenster müssen konsequent genutzt werden. Neben den Landwirtinnen und Landwirten sind auch Lohnunternehmen, Landhandel, Werkstätten und Speditionen stark gefordert.
Qualität entscheidet über den wirtschaftlichen Erfolg
Neben der Ertragsmenge spielt die Qualität des Erntegutes eine entscheidende Rolle. Entscheidend sind unter anderem Hektolitergewicht, Kornausbildung und Feuchtegehalt. Erst die Ergebnisse der ersten Erntepartien werden zeigen, wie sich die Witterung auf die Qualität des Getreides ausgewirkt hat.
Rücksicht im Straßenverkehr
Mit Beginn der Ernte nimmt auch der landwirtschaftliche Verkehr auf den Straßen deutlich zu. Große Erntemaschinen und Transportgespanne sind vielerorts unterwegs und können den Verkehrsfluss kurzfristig verlangsamen. Die Landwirtschaftskammer bittet deshalb alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer um gegenseitige Rücksicht und Geduld. (red)

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