Kristina Kolbe

Große Aufgaben für das Neustädter Fischeramt

1. Ältermann Michael Eim, Bernd König (20 Jahre Mitglied), Ingolf Bendfeldt (20 Jahre Mitglied), Bodo Willemeit (ins große Amt aufgenommen) und Hans-Erwin Jaekel (v. lks.) bei der Jahreshauptversammlung des Neustädter Fischeramtes.

1. Ältermann Michael Eim, Bernd König (20 Jahre Mitglied), Ingolf Bendfeldt (20 Jahre Mitglied), Bodo Willemeit (ins große Amt aufgenommen) und Hans-Erwin Jaekel (v. lks.) bei der Jahreshauptversammlung des Neustädter Fischeramtes.

Bild: Kristina Kolbe

Neustadt in Holstein. Die 23 Kleinfischer des Neustädter Fischeramtes haben es nicht leicht. Die Ostseefischerei stagniert seit Jahren. Strenge Fangquoten, geringe Fischbestände und hoher bürokratischer Aufwand, um die Fänge ordnungsgemäß zu melden, machen es ihnen weiterhin schwer. Wer in der heutigen Zeit der Erwerbsfischerei nachgehe, brauche eine Menge Leidenschaft, stellte 1. Ältermann des Neustädter Fischeramtes Michael Eim auf der Jahreshauptversammlung am vergangenen Freitag fest. „Die Ostseefischerei stagniert seit Jahren. Die Lücken in der Finanzierung eines Nebenerwerbbetriebs sind kaum zu schließen, zumal die Scholle, die als Haupterwerbsfisch noch bleibt, in Größe und Qualität immer mehr abnimmt“, so Eim. Dennoch hoffe er auf bessere Zeiten.

Ohne die zahlreichen Veranstaltungen würde sich das Neustädter Fischeramt nicht mehr finanzieren können. Umso erfreulicher fiel der Rückblick auf das Jahr 2025 aus, das etliche davon erfolgreich hervorgebracht hatte. Allen voran der Neustädter Plattfischtag, den das Fischeramt in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing und der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht auf die Beine gestellt hatte. Und wie immer bei den Festen auf dem Netztrockenplatz, brachten die Fischer wieder ihr größtes Talent ein: Sie schmissen die Pfannen an und servierten fangfrischen, selbstgebratenen Fisch, der innerhalb von zwei Stunden ausverkauft war. Auch das traditionell stattfindende Bratherings- und das Fischeramtsfest seien wieder ein voller Erfolg gewesen, erklärte der 1. Ältermann, sodass trotz allgemeiner Preiserhöhungen die Mitgliedsbeiträge stabil gehalten werden können.

Wie bereits in den letzten Jahren berichtete Wolfgang Albrecht vom Fischereischutzverband Schleswig-Holstein über die aktuelle Lage der Fischerei. Er kritisierte die Tatenlosigkeit der Politik und die mangelnde Fehleranalyse. „Irgendwie geht es nicht voran“, erklärte er. Es ergäbe einfach keinen wirtschaftlichen Sinn mehr, der Dorschfischerei nachzugehen und auch die Probleme durch die Prädatoren, wie beispielsweise den Kormoran seien nach wie vor präsent. Immer mehr Fischer würden ihre Tätigkeit einstellen, berichtete Albrecht. Ein Gewerbebetrieb müsse schließlich mindestens kostendeckend arbeiten, das sei für viele jedoch nicht mehr möglich. Auch das Neustädter Fischeramt hat mit einem leichten Rückgang der aktiven Fischer zu kämpfen. Nachwuchs sei schwer zu finden, berichtete Michael Eim. In diesem Jahr gibt es mit Angelo König nur einen Anwärter und viele der aktiven Fischer sind bereits über 70 Jahre alt. „Altes Wissen geht verloren“, mahnte Wolfgang Albrecht.

Ein weiterer Grund zur Sorge ist der Bestand des Ostseeschnäpels, der früher als Delikatesse im Norden serviert wurde und heute als nahezu ausgestorben gilt. Das bestätigte auch Gewässerwart Kristof Birkenfeld, der im Zuge der Laichfischerei, bei der der Laich der Fische zur Aufzucht verwendet wird, im vergangenen Jahr nur ein einziges Exemplar gefangen hat. (ko)

Ehrungen

Ingolf Bendfeldt und Bernd König wurden für ihre 20-jährige Mitgliedschaft geehrt. Ins große Amt aufgenommen wurden Florian Ambrosius, Oliver Schmüth und Bodo Willemeit.


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