Kristina Kolbe

Ideen für die Zukunft beim MINT-Wettbewerb vom Rotary Club Neustadt-Ostsee ausgezeichnet

Neustadt in Holstein. Lernen funktioniert in der Schule häufig über die Vermittlung von theoretischem Wissen. Gerade das sorgt dafür, dass Kinder und Jugendliche den eigentlichen Sinn hinter dem Stoff manchmal nur schwer erkennen können. Der Satz „Das werde ich nie wieder in meinem Leben brauchen“, dürfte allen, die schon einmal Hausaufgaben schulpflichtiger Kinder begleitet haben, bekannt vorkommen. Insbesondere die MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik können von diesem Denken betroffen sein.

Nun haben wieder 48 Schülerinnen und Schüler des Küstengymnasiums im Rahmen des 9. MINT-Wettbewerbs gezeigt, dass die Theorie aus der Schule auf spannende Weise ihren Weg in die Praxis finden kann. Insgesamt 16 Projekte kamen dabei heraus, die unter dem Thema „Zusammenleben – Ideen für die Zukunft“ zeigten, wie vielseitig, kreativ und wirkungsvoll die Kinder und Jugendlichen ihr Wissen in die Umsetzung bringen konnten. Eine Jury aus Vertretern der Schule und des Rotary Clubs zeichnete sieben dieser Ideen mit Preisen aus. Darüber hinaus wurden vier Sonderpreise für Projekte aus dem verbindlichen Profilseminar für Oberstufenschüler und ein Förderpreis vergeben. Mehr als 100 Gäste und Beteiligte waren für die Preisverleihung ins Küstengymnasium gekommen. Dort wurden die Siegerprojekte auf der Bühne präsentiert und alle Konzepte ausgestellt. „Der MINT-Wettbewerb bietet uns die Gelegenheit, das zu tun, was die Schülerinnen und Schüler eigentlich brauchen, nämlich ihren Blick auf die reale Welt zu richten“, betonte Ralf Hübner, stellvertretender Schulleiter des Küstengymnasiums in seiner Begrüßung. Der Wettbewerb wird seit dem Schuljahr 2015/16 gemeinsam vom Küstengymnasium und dem Rotary Club Neustadt-Ostsee organisiert. Ziel ist es, junge Menschen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern und innovative Lösungsansätze für gesellschaftliche Herausforderungen zu fördern. Mit gesellschaftlichen Herausforderungen sei auch die Stadt Neustadt konfrontiert, erklärte Bürgermeister Mirko Spieckermann, der sich ebenfalls intensiv mit den Zukunftsfragen der Bürgerinnen und Bürger beschäftige. „Eine Stadt lebt von Menschen, die Ideen haben, sich einbringen und sich Gedanken darüber machen, wie wir morgen zusammenleben“, erklärte er.

Wie kann Energie nachhaltiger erzeugt werden? Wie lässt sich Lichtverschmutzung reduzieren? Und welche Rolle spielt künstliche Intelligenz beim Lernen? Mit solchen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmenden und stellten eindrucksvoll unter Beweis, wie viel Potenzial in ihrer Generation steckt.

Nach der Preisverleihung nutzten die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, die Projekte auf einem „Marktplatz der Ideen“ näher kennenzulernen und mit den jungen Forschenden ins Gespräch zu kommen. Bereits im Herbst steht für die Teilnehmenden ein gemeinsamer MINT-Ausflug auf dem Programm. Gleichzeitig beginnen die Vorbereitungen für den 10. MINT-Wettbewerb im kommenden Schuljahr.

Förderpreis für Nachwuchs

Einen Förderpreis für Nachwuchs erhielten Anton Janke (Klasse 8) und Samuel Noah Splitthoff (Klasse 9) für das Projekt „Grüne Hafenbeleuchtung durch Wellenenergie-Bojen“. Die beiden Schüler entwickelten ein Konzept, bei dem Energie aus der Bewegung der Ostseewellen gewonnen und für die Beleuchtung der Hafenpromenade genutzt werden könnte.

Platzierungen der Mittelstufe

Den 3. Preis der Mittelstufe erhielten Jule Fröbisch, Morten Klages, Jack Bärwald, Jakob Wacker, Ida Schadowski und Thea Janke (Klassenstufe 10) für den „Zukunftsspielplatz“. Sie kombinierten klassische Spielgeräte mit Möglichkeiten zur Energiegewinnung, etwa durch Schaukeln, Hüpfen oder Solarmodule.

Der zweite Platz ging an die Gruppe „Weniger Licht. Mehr Leben.“ mit Lennard Noak, Piet Keding, Pepe Jesaja Becks, Justus Osterndorff, Eric Scholz, Vuk Dalibor Vrana, und Maxim Scutaru (Klassenstufe 10). Sie untersuchten die Möglichkeiten zur Verringerung der Lichtverschmutzung auf dem Gelände des Küstengymnasiums.

In der Mittelstufe wurden außerdem gleich zwei erste Preise vergeben. Ausgezeichnet wurde das Projekt „Klimaoase Neustadt“ von Mika Benthien, Jason Lademann, Carolin Kuhn und Charlotte Matilda zum Felde (Klassenstufe 10). Sie entwickelten Vorschläge für die Umgestaltung eines Regenrückhaltebeckens am Westpreußenring zu einem Bildungs-, Erholungs- und Begegnungsort.

Ebenfalls den ersten Platz erhielt Lara Almeida Bento (Klassenstufe 10) mit ihrer Arbeit über den Einfluss künstlicher Intelligenz auf Denken und Lernen in der Schule. Sie entwickelte einen Lern-Bot und setzte sich mit der Frage auseinander, wie kritisches Denken in Zeiten von KI erhalten werden kann.

Platzierungen der Oberstufe

In der Oberstufe ging der zweite Preis an Lena Pingel und Emily Long Nhi Tran. Sie beschäftigten sich mit nachhaltigen Kühlsystemen für Rechenzentren und zeigten Möglichkeiten auf, Wasser einzusparen und gleichzeitig Abwärme für Fernwärmenetze nutzbar zu machen.

Den ersten Preis der Oberstufe erhielten Fiona-Sophie Ziems und Niklas Strohmeyer. Sie erforschten die Nutzung von Chlorophyll als Grundlage für nachhaltige Photovoltaikzellen und konnten die elektrische Wirksamkeit ihres Ansatzes an einem Prototyp nachweisen.

Die Sonderpreise

Vier Sonderpreise wurden für Projekte aus den Profilseminaren der Oberstufe vergeben. Die Themen reichten von essbaren Verpackungen aus Lebensmittelresten über Mobilitätsförderung im Alter bis hin zu sozialer Gerechtigkeit und einem Planspiel zu internationalen Klimakonferenzen. (ko/red)


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