reporter Neustadt

Klassensprecher arbeiten mit Jugendaktivist Leon Pelikan

Eine weite Anreise für die Klassensprecherkonferenz: Mehr als 500 Bahnkilometer und fast neun Stunden Zugfahrt hatte der 20-jährige Jugendaktivist Leon Pelikan hinter sich, bevor er in der Mensa der Jacob-Lienau-Schule mit rund 60 Schülerinnen und Schülern arbeitete.

Eine weite Anreise für die Klassensprecherkonferenz: Mehr als 500 Bahnkilometer und fast neun Stunden Zugfahrt hatte der 20-jährige Jugendaktivist Leon Pelikan hinter sich, bevor er in der Mensa der Jacob-Lienau-Schule mit rund 60 Schülerinnen und Schülern arbeitete.

Bild: hfr

Neustadt in Holstein. Wie wird aus einer Idee tatsächlich etwas? Was hilft, wenn man gegen Wände oder ins Leere läuft? Und wie findet man andere, die mitmachen? Um diese Fragen ging es bei der Klassensprecherkonferenz in der Mensa der Jacob-Lienau-Schule (JLS). Rund 60 Schülerinnen und Schüler der gastgebenden Schule und der Schule am Rosengarten kamen mit dem 20-jährigen Jugendaktivisten Leon Pelikan ins Gespräch und ins Arbeiten.

 

Pelikan war eigens aus Hessen nach Ostholstein gekommen. Selbst einmal Klassensprecher, berichtete er von seinem eigenen Weg. Für Trinkwasserspender an Schulen seines Heimatkreises musste er sich zunächst selbst intensiv ins Thema einarbeiten, andere überzeugen und Mitstreiter gewinnen. Schließlich traf sich eine Gruppe von sechs Jugendlichen Woche für Woche. Vor vielen Menschen zu sprechen, sei früher überhaupt nicht sein Ding gewesen. Heute ist Pelikan deutschlandweit als gefragter Demokratieexperte unterwegs.

 

Dann ging der Blick nach Neustadt. An Ideen der Teilnehmenden hatte es bei bisherigen Klassensprecherkonferenzen nicht gemangelt: Die Rückkehr einer Eisbahn, weitere Shoppingmöglichkeiten, eine Diskothek wie früher, ein Jugendstrand, ein attraktiverer Weihnachtsmarkt, eine Jugendshow oder kostenloses Essen an der Schule gehörten zu den Favoriten. Schwieriger war es, außerhalb der Konferenzen dranzubleiben: Meistens fehlte den Schülern die Zeit für Folgetreffen, manches Anliegen versandete. In Tischgruppen ging es deshalb um vier Fragen: Was wollen wir? Was brauchen wir dafür? Was bremst uns? Und was wäre der nächste, ganz konkret nötige Schritt?

 

Passend dazu stellte Pelikan die App „Political X Change“ vor, die er mit anderen jungen Menschen entwickelt hat. Die Demokratieplattform ermöglicht Jugendlichen, Themen sichtbar zu machen, miteinander zu diskutieren und Umfragen durchzuführen. Auch in Neustadt könnte sie ein Werkzeug für Jugendbeteiligung sein. In einem abschließenden Stimmungsbild konnte sich die große Mehrheit der Klassensprecher grundsätzlich vorstellen, damit zu arbeiten. Nach der Konferenz berieten Mitglieder der JLS-Schülervertretung, die SV-Lehrerin Sibylle Bekter, das Projektteam und Pelikan, wie es weitergehen kann. Erste Überlegungen stehen, die Eindrücke sollen nun zunächst einmal sacken. Der Kontakt zu Pelikan soll in jedem Fall bestehen bleiben.

 

Die Klassensprecherkonferenz fand statt im Rahmen des vom Kinder- und Jugendnetzwerk Neustadt (KJN) getragenen Projekts „Jugend gestaltet Zukunft“, gefördert durch die Gemeinschaftsaktion des Deutschen Kinderhilfswerkes und des Landes Schleswig-Holstein. (red)


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