

Wenn Schnee und Eis Gehwege rutschig machen, ist schnelles und richtiges Handeln gefragt und das geht auch umweltfreundlich. Mit einfachen Maßnahmen lassen sich Unfälle vermeiden und zugleich Natur und Infrastruktur schützen.
Schnee frühzeitig entfernen
Frisch gefallener Schnee sollte möglichst sofort mit Schippe oder Besen beseitigt werden. Wartet man zu lange, wird er festgetreten, lässt sich schlechter entfernen und es entstehen Eisflächen. Wer zeitnah räumt, erfüllt die gesetzliche Räum und Streupflicht, meist werktags bis 7 Uhr, und kann oft ganz auf zusätzliche Streumittel verzichten.
Auf salzfreie Streumittel setzen
Bleibt nach dem Räumen Glätte zurück, sollten salzfreie, abstumpfende Streumittel wie Sand, Splitt oder Granulat verwendet werden. Sie sind wirksam und deutlich umweltverträglicher als Streusalz. Orientierung bietet das Umweltzeichen Blauer Engel. Energieintensiv hergestellte Materialien wie Blähton sollten nur sparsam eingesetzt werden.
Warum Streusalz problematisch ist
Streusalz schadet Pflanzen, Bäumen, Tieren, Gewässern, Fahrzeugen und Bauwerken. Über Schmelzwasser gelangt es in Böden sowie Bäche und Flüsse, wo es sich anreichert und langfristige Schäden verursacht. Feinwurzeln sterben ab, die Nährstoffaufnahme wird gestört, Bäume werden anfälliger für Krankheiten und können vorzeitig absterben. Besonders betroffen sind salzempfindliche Arten wie Ahorn, Linde und Rosskastanie. Auch Bauwerke leiden, da Salze Beton, Eisenbewehrungen und Ziegel angreifen, was vor allem bei älteren und denkmalgeschützten Gebäuden problematisch ist. Die Folgekosten sind erheblich.
Rechtliches beachten
In vielen Gemeinden ist der private Einsatz von Streusalz verboten und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Ausnahmen gelten meist nur für besondere Gefahrenstellen wie Treppen. Die genauen Regelungen erteilt die jeweilige Gemeinde.
Gesetzeslage in Neustadt
Die Satzung über die Reinigung der Straßen in der Stadt Neustadt sieht vor, dass beim Bestreuen von Gehwegen und Gehbahnen Salz und andere auftauende Stoffe grundsätzlich nicht verwendet werden sollen. Erlaubt sind sie nur in besonderen klimatischen Ausnahmesituationen wie Eisregen oder an besonders gefährlichen Stellen, etwa Treppen, Rampen oder Brücken.
Mögliche Streumittel
• Kies oder Splitt werden in vielen Gemeinden eingesetzt, sind preisgünstig erhältlich und bieten durch ihre scharfkantige Oberfläche auch bei Eis guten Halt.
• Lava Streugut sorgt zuverlässig für Rutschsicherheit, ist bei regionalem Abbau umweltverträglich und kann nach dem Winter wieder zusammengekehrt werden.
• Sand wird häufig genutzt und überzeugt vor allem durch seinen niedrigen Preis.
• Asche war mangels Alternativen früher weit verbreitet und kann als Abfallprodukt sinnvoll genutzt sowie später als Dünger in Beete gekehrt werden. Nachteilig ist die starke Verschmutzung.
• Sägespäne oder Tannenzweige lassen sich bei Tauwetter leicht auffegen und kompostieren, verlieren jedoch schnell ihre Wirkung, da sie sich mit Wasser vollsaugen.
Lava, Sand oder Salz
Gutes Streugut soll nachhaltig und rutschfest sein. Lava Streugut bietet durch seine grobe Körnung sicheren Halt und ist umweltfreundlich, da es wiederverwendet werden kann. Auch Sand ist eine günstige Alternative, erfordert jedoch grobe Körnung und regelmäßiges Nachstreuen. Streusalz belastet Umwelt und Boden stark und sollte nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden. (red/gm)



