Kristina Kolbe

Leserbrief von Kai Dau zum Artikel: Neue Hoffnung für den Uferwanderweg?

Bild: Kristina Kolbe

Stellungnahme von Kai Dau, CEO Urlando / Geschäftsführer Urlaub an der Ostsee GmbH, zur Sperrung des Küstenwanderweges in Pelzerhaken:


Der aktuelle Artikel im Reporter Neustadt zur Situation des gesperrten Küstenwanderweges zwischen Neustadt und Pelzerhaken zeigt erneut, dass für dieses Thema auch zwei Jahre nach dem Sturmereignis noch immer keine praktikable Lösung umgesetzt wurde. Aus Sicht der touristischen Wirtschaft der Region ist dieser Zustand nicht akzeptabel.

Der Tourismus gehört zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in Neustadt und entlang der gesamten Lübecker Bucht. Tausende Arbeitsplätze in Beherbergung, Gastronomie, Einzelhandel, Dienstleistung und Handwerk hängen direkt oder indirekt vom Tourismus ab. Gleichzeitig erwirtschaften touristische Unternehmen jedes Jahr erhebliche Umsätze und leisten über Gewerbesteuern und Abgaben einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung kommunaler Infrastruktur.


Der Zugang zur Küste ist dabei ein zentraler Bestandteil des touristischen Angebots der Region. Gäste reisen nach Neustadt und Pelzerhaken, um die Ostsee unmittelbar zu erleben – dazu gehört insbesondere die Möglichkeit, entlang der Küste zu spazieren oder zu wandern. Auch die Seebrücke ist hierbei nicht zu vergessen.
Wenn ein Küstenabschnitt über Jahre hinweg nicht zugänglich ist, hat das unmittelbare Auswirkungen auf die Attraktivität der Destination.
Vor diesem Hintergrund ist es aus Sicht der touristischen Betriebe schwer nachvollziehbar, dass die Wiederherstellung des Weges seit zwei Jahren nicht umgesetzt wurde und weiterhin vor allem über Kostenargumente diskutiert wird.


Der Küstenwanderweg ist keine Luxus-Infrastruktur, sondern ein elementarer Bestandteil des touristischen Angebots.
Durch den Abbruch der Steilküste ist klar, dass die ursprüngliche Trasse des Weges teilweise nicht mehr nutzbar ist und die Abbruchkante umgangen werden muss. Eine Verlegung des Weges wird daher in Teilbereichen notwendig sein. Dafür braucht es lösungsorientierte Gespräche mit den betroffenen Grundstückseigentümern, um gemeinsam eine praktikable und langfristige Lösung zu finden.


Solche Gespräche müssen aus unserer Sicht mit dem klaren Ziel geführt werden, den Küstenwanderweg wieder zugänglich zu machen. Einvernehmliche Lösungen zwischen Gemeinde und Eigentümern sind dabei der richtige Weg.


Nach unserem Verständnis handelte es sich vor dem Sturm in diesem Bereich nicht um eine aufwendig ausgebaute Promenade, sondern im Wesentlichen um einen natürlichen Trampelpfad. Aus Sicht der touristischen Wirtschaft – und auch aus Sicht von der Urlaub an der Ostsee GmbH - Urlando – wäre daher bereits eine pragmatische Lösung, beispielsweise in Form eines einfachen geschotterten Weges, ausreichend, um diesen Abschnitt wieder zugänglich zu machen.
Ziel muss es sein, das Naturerlebnis Küste schnellstmöglich wieder herzustellen.


Planungsdiskussionen über mehrere Jahre hinweg sind aus Sicht der touristischen Betriebe nicht zielführend. Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für die Region sollte sich auch in der Priorisierung touristischer Infrastruktur widerspiegeln.


Wir erwarten daher, dass Politik und Verwaltung zeitnah eine praktikable Lösung umsetzen, Gespräche mit den betroffenen Grundstückseigentümern lösungsorientiert führen und der Küstenwanderweg kurzfristig wieder hergestellt wird. Eine Umleitung zum Strand kann keine Lösung darstellen und sollte nur ein Zusatzangebot sein.


Kai Dau
CEO Urlando
Geschäftsführer Urlaub an der Ostsee GmbH


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