Millioneninvestition in ein Stück Ostholsteiner Geschichte: Kloster Cismar ist bereit für die Zukunft
Cismar. Nach einer mehrmonatigen Schließzeit sind die umfangreichen Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten am Kloster Cismar weitgehend abgeschlossen. Rund 3,5 Millionen Euro wurden in die historische Anlage investiert. Im Mittelpunkt standen die dringend notwendige Sanierung der Nordbrücke, der Brandschutz, die Modernisierung des Gebäudes und der Abbau baulicher Barrieren. In der sogenannten Gottorfer Amtmann-Wohnung finden in diesem Sommer bereits wieder Kunstausstellungen des Ostholstein-Museums statt.
Finanziert wurde das Projekt aus mehreren Quellen. Der Bund beteiligte sich mit 800.000 Euro, das Land Schleswig-Holstein mit rund 2,49 Millionen Euro. Hinzu kamen 51.000 Euro Eigenmittel der Stiftung. Für die Verbesserung der Barrierefreiheit stellte die Staatskanzlei Schleswig-Holstein zusätzlich rund 187.000 Euro aus dem Fonds für Barrierefreiheit zur Verfügung.
Aufzug verbessert die Barrierefreiheit
Eine der sichtbarsten Neuerungen befindet sich an der Nordseite des Gebäudes. Dort wurde ein Aufzugsturm errichtet, der künftig einen barriereärmeren Zugang zu den oberen Geschossen ermöglicht. Damit sollen auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen die dortigen Ausstellungen und Veranstaltungen besser erreichen können. Die Installation des Aufzugs soll in den kommenden Tagen abgeschlossen werden.
Dr. Thorsten Sadowsky, Vorstand und leitender Direktor der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf, lobte bei einem Rundgang mit Schleswig-Holsteins Bildungs- und Kulturministerin Dr. Dorit Stenke sowie der 1. Vorsitzenden des Förderkreises Sabine Höft-Dammer und Bürgermeister Sebastian Rieke die gelungene Umsetzung der Baumaßnahme: „Es ist ein Riesenvorteil, dass der Fahrstuhl außen installiert wurde, weil dadurch nicht in die historische Gebäudesubstanz des Klosters eingegriffen werden musste“. Durch die nun verbesserte Barrierefreiheit werde die Nutzung des Gebäudes massiv erleichtert.
Ministerin Dorit Stenke betonte, wie wichtig es sei, dass ein so historischer Ort trotzdem mit der Zeit geht. Es sei gut zu sehen, mit welchem Gespür die Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt wurden, sodass die Schönheit und der Charme des Klosters bewahrt wird und den vielen Beucherinnen und Besuchern gleichzeitig zeitgemäße Ausstellungsräume geboten werden können, lobte sie.
Auch der Förderkreis des Klosters zeigte sich begeistert: Die 1. Vorsitzende Sabine Höft-Dammer freut sich schon auf die Veranstaltungsreihe, die ab Mitte November geplant ist und bei der nun die verbesserte Zugänglichkeit der Räumlichkeiten für perfekten Konzertgenuss sorgen wird.
Ein Baudenkmal mit fast 800 Jahren Geschichte
Die Investitionen fließen in einen Ort mit einer langen Geschichte. Das Benediktinerkloster Cismar wurde 1231 gegründet und zählt zu den bedeutenden mittelalterlichen Klosteranlagen Ostholsteins. Nach der Auflösung der Klostergemeinschaft ging der Besitz 1561 an die Gottorfer Herzogslinie über. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Anlage unter anderem als Scheune, Auslagerungsort der Universitätsbibliothek Kiel während des Zweiten Weltkriegs, Flüchtlingswohnheim, Jugendherberge und Schule genutzt. Seit 1999 gehört das Kloster Cismar zur Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf.
Von besonderer kunst- und kulturhistorischer Bedeutung ist der Cismarer Altar, der sich noch heute an seinem ursprünglichen Standort im Chor der Klosterkirche befindet. Der um 1315 von einer Lübecker Werkstatt geschaffene Flügelaltar gehört zu den ältesten erhaltenen Werken seiner Art.
Mit den jetzt weitgehend abgeschlossenen Arbeiten sind wesentliche Voraussetzungen geschaffen, um die historische Anlage weiterhin für Ausstellungen und Veranstaltungen nutzen zu können. (gm)

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