

Grömitz. Es ist das Ende einer Ära. Pastor Holger Lorenzen geht in diesem Sommer nach 33 Jahren in den Ruhestand. Am vergangenen Sonntag wurde er in der bis auf den letzten Platz gefüllten St. Nicolaikirche in Grömitz feierlich verabschiedet. „Ihm war es immer wichtig, nicht Menschen, sondern Gott die Ehre zu geben“, sagte Propst Dirk Süssenbach in seiner Ansprache, in der er das jahrzehntelange Wirken Lorenzens würdigte.
Pastor Lorenzen war 1993 mit seiner Familie aus Nordfriesland nach Grömitz gekommen. Dort habe er eine tief gespaltene Gemeinde vorgefunden, wie es der Kirchenvorstand im letzten Gemeindebrief beschreibt. Doch mit Geduld, Beharrlichkeit und einem festen Glauben an die Kraft der Versöhnung sei er dieser Situation begegnet und habe die Gemeinde Schritt für Schritt wiedervereint. Wichtige Impulse habe er unter anderem bei der Pfadfinderarbeit, bei der Kirchenmusik und der Öffnung der Kirchengemeinde nach außen gesetzt. „Was einst in einer Zeit der Spaltung begann, wurde zu einer Geschichte der Versöhnung, des gemeinsamen Glaubens und des Wachstums“, lautet der Dank der Kirchengemeinde Grömitz.
Am Ende des Gottesdienstes brandete Applaus auf und die Besucherinnen und Besucher bedachten ihren Pastor mit stehenden Ovationen.
Der Verabschiedungsgottesdienst wurde im Rahmen des Nicolaimarktes begangen, den die evangelische Kirchengemeinde zusammen mit gemeinnützigen Vereinen, Verbänden, Schulen und Gemeindekreisen rund um die Kirche und im Kurpark jährlich veranstaltet. Diesen Markt hatte Pastor Lorenzen seinerzeit mitinitiiert, um unkompliziert und wirksam innerhalb der Gemeinde helfen zu können. Der Nicolaimarkt dient ausschließlich gemeinnützigen Zwecken. Alle Einnahmen fließen in den sogenannten Kommunalen Hilfsfonds, der anlässlich des ersten Nicolaimarktes 2012 eingerichtet worden ist. Der Hilfsfonds wird von der Kirchengemeinde verwaltet und kommt allen hilfebedürftigen Grömitzer Kindern, Jugendlichen, Familien und Senioren zugute und kann über Vermittlung aller Sozialeinrichtungen in Anspruch genommen werden, wenn zum Beispiel Kinder und/oder Erwachsene für bestimmte Aktivitäten in den Einrichtungen Unterstützung benötigen oder wenn Menschen in Notsituationen geraten.
Nach der bewegenden Verabschiedung in und auf dem Platz vor der Kirche zog es viele Besucherinnen und Besucher zu den bunten, fröhlichen und kreativen Angeboten für Groß und Klein. Auch kulinarisch hatte der Markt wieder einiges zu bieten. Besonders beliebt waren die „Göttliche Erbsensuppe“ und die „Himmlische Bratwurst“, die unterhalb der Kirche angeboten wurden. (red/gm)



