

Sierksdorf. Noch einmal eine ellenlange Tagesordnung mit 28 öffentlichen Punkten hatte die Gemeindevertretung Sierksdorf in ihrer Jahresabschluss-Sitzung abzuarbeiten.
Unter anderem ging es um die Strandaufspülung 2024. Für den Bereich vom Hundestrand bis zum Fischerplatz wurden zunächst 69.000 Kubikmeter Aufspülsand veranschlagt. „Damit kommen wir aber nach dem schweren Herbststurm im Oktober nicht mehr aus“, gab Bürgermeister Udo Gosch (SPD) bekannt. Mindestens 150.000 Kubikmeter würden benötigt. Bei den zusätzlichen 80.000 Kubikmetern hofft man seitens der Gemeinde auf eine 75-prozentige Förderung. Eine Entscheidung dazu soll bis Ende Januar in Kiel fallen. Mit ihrem Beschluss folgte die Gemeindevertretung nun einem Vorschlag des Ingenieurbüros Wald & Kunath, beim Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) einen Antrag über 300.000 Kubikmeter zu stellen.
Zusätzliche Kindergartenplätze
In seinen Mitteilungen gab Udo Gosch bekannt, dass es hinsichtlich zusätzlicher Kindergartenplätze im ehemaligen Foyer des Panoramic-Komplexes ein Gespräch zwischen Amtsverwaltung und dem Kreis Ostholstein gegeben habe. „Der Kreis hat nicht Hurra geschrien und sieht allein für Sierksdorf keinen Bedarf“, erläuterte der Bürgermeister. Anders die Situation, wenn sich der geplante Kindergarten auch für Kinder aus beispielsweise Neustadt öffnen würde.
Feuerwehrbedarfsplan
Mit der Beschlussfassung des Feuerwehrbedarfsplans durch die Gemeindevertretung verfügt die Gemeinde Sierksdorf über eine Planungsgrundlage für das Feuerwehrwesen. Der Feuerwehrbedarfsplan ist alle vier Jahre der weiteren Entwicklung der Gemeinde und den sich daraus ergebenden Auswirkungen für das Feuerwehrwesen anzupassen und entsprechend fortzuschreiben. Inhaltlich konnten bereits einige Maßnahmen realisiert werden. Dazu zählen ein Einsatzleitwagen (ELW) für die Feuerwehr Sierksdorf und ein Mehrzweckfahrzeug (MZF) für die Feuerwehr Roge. Ein Löschfahrzeug (LF10) für die Feuerwehr Roge ist bestellt, die Auslieferung erfolgt voraussichtlich Ende 2024/Anfang 2025. Bei der Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges (TLF4000) für die Feuerwehr Sierksdorf ist eine Verpflichtungsermächtigung über 600.000 Euro in den Haushalt 2024 eingestellt. Weiterhin ist der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses in Roge in Planung, das Bauleitverfahren läuft.
Beschlossen hat die Gemeindevertretung den Entwurf des Feuerwehrbedarfsplans mit folgenden Maßnahmen: Modernisierung des Fuhrparks, Modernisierung der Feuerwehrgerätehäuser in Roge und Sierksdorf, Mitgliederstand erhöhen unter Mitwirkung der aktiven Wehrführung.
Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges für die Feuerwehr Sierksdorf
Das TLF 16/25 (Tanklöschfahrzeug), Baujahr 1988, der Feuerwehr Sierksdorf ist veraltet, reparaturbedürftig und technisch nicht auf dem neuesten Stand. Aus diesem Grund hat die Feuerwehr die Anschaffung eines neuen Tanklöschfahrzeuges (TLF 4000) beantragt. Nach derzeitigem Stand sind für eine Ersatzbeschaffung vier bis fünf Jahre einzuplanen. Die Kosten für eine Neuanschaffung liegen derzeit zwischen 400.000 und 500.000 Euro, zuzüglich der Kosten für die Firma, die die Anschaffung betreut und durchführt. Im Haushalt der Gemeinde Sierksdorf sind ab dem Jahr 2024 Kosten in Höhe von 600.000 Euro für die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges eingeplant. „Diese Umsetzung sollten wir allerdings im Zuge von Konsolidierungsmaßnahmen noch einmal überdenken“, hieß es von Teilen der Gemeindevertretung.
Haushalt 2024
Der Haushaltsplan für das Haushaltsjahr 2024 wurde im Ergebnisplan mit einem Gesamtbetrag der Erträge auf 4.601.300 Euro und einem Gesamtbetrag der Aufwendungen auf 5.798.100 Euro festgesetzt. Daraus ergibt sich ein Jahresfehlbetrag von 1.196.800 Euro. Trotz einiger Eventualitäten in diesem Zahlenwerk (zum Beispiel Höhe der Schlüsselzuweisungen) wurde der Haushalt 2024 bei einer Enthaltung beschlossen.
Sturmschäden durch Hochwasser
Bei dem Hochwasser vom 20. bis 21. Oktober sind diverse Sturmschäden aufgetreten. Nach einer ersten Schätzung wurden ca. 150.000 Kubikmeter Strandsand und Dünenmaterial weggespült. Eine erste Kostenschätzung beläuft sich für eine Auffüllung dieser Menge bei einem Kostenansatz von rund 20 Euro pro Kubikmeter auf eine Höhe von etwa 3 Millionen Euro. Außerdem wurden an den touristischen Einrichtungen wie zum Beispiel Strand- und Treppenaufgängen, DLRG-Einrichtungen, Spielgeräten und Hütten am Fischerplatz bei einer ersten Kostenschätzung Schäden in Höhe von cirka 300.000 Euro festgestellt. Zudem wurden an zwei Vorflutern der gemeindlichen Entwässerungseinrichtungen die Rückstauklappen zerstört und die Auslaufbereiche sind versandet. Die Rückstauklappen müssten erneuert werden. Die Kosten für die Herstellung der Ausläufe werden auf eine Höhe von 30.000 Euro geschätzt.Weiterhin wurde der Fußweg an der Steilküste an mehreren Stellen komplett abgetragen. Die Steilküste droht an mehreren Stellen aufgrund der vorhandenen sandigen Böden weiter abzusacken. Eine Sperrung des Fußwegs wurde veranlasst.
Die gemeindlichen Entwässerungseinrichtungen müssen kurzfristig wiederhergestellt werden. Das hat finanzielle Auswirkungen bis auf eine Höhe von 30.000 Euro. Diese Haushaltsmittel stehen in 2023 nicht mehr zur Verfügung. Daher ist die Gemeindevertretung der Empfehlung des Wegeausschusses gefolgt und hat beschlossen, die nötigen Finanzmittel durch Umbuchungen im Haushaltsjahr 2023 für eine außerplanmäßige Ausgabe zur Verfügung zu stellen. (mg)



