„Solange die Jungs noch frisch sind“ - Party bei der DLRG: Oldie Wache feierte doppeltes Jubiläum
Pelzerhaken. Tiefe Verbundenheit mit dem Ort Pelzerhaken, langjährige Freundschaft, herzhaftes Lachen und ehrenamtlicher Einsatz, all diese Dinge kamen am vergangenen Donnerstag in Pelzerhaken zusammen, als die „Oldie Wache“ der DLRG gleich zwei Jubiläen zu feiern hatte.
Die Ortsgruppen Gütersloh, Osnabrück und Rheda-Wiedenbrück besetzen mit ihren ehrenamtlichen Rettungsschwimmern vom 1. Mai bis zum 30. September die DLRG-Station Pelzerhaken. Einmal im Jahr ist allerdings die „Oldie Wache“ dran. Die bunte Truppe, die zum Großteil aus Rheda-Wiedenbrück, aber auch aus Münster, Flensburg, Lüneburg und Paderborn anreist, besetzt dann für eine Woche, meistens im Juni, die DLRG-Station in Pelzerhaken und sorgt dort für die Sicherheit der Strandbesucher. Entstanden war diese Zusammenkunft vor 20 Jahren bei einem DLRG-Fest in Pelzerhaken, wo sich einige der Gründungsmitglieder zufällig trafen. Damals wuchs die Idee, gemeinsam mit Freunden und alten Bekannten der DLRG-Familie eine Wachmannschaft zusammenzustellen und den Dienst jährlich für eine Woche zu übernehmen, ein Job, der auch gerne mal von Jugendlichen ab 16 Jahren und jungen Erwachsenen übernommen wird.
„Wir haben uns gedacht, das können wir auch“, erinnert sich Thomas Busse, Initiator und Wachleiter. Gesagt, getan: Seit mittlerweile 20 Jahren reisen die Ehrenamtler an, leisten täglich von 9 bis 18 Uhr Rettungsdienst in Pelzerhaken und helfen auch schon mal in Rettin oder Neustadt aus, wenn Not am Mann ist. Denn, was die Männer der Oldie Wache anfangen, ziehen sie konsequent durch. In keinem Jahr haben sie den Dienst ausgesetzt.
Das wurde auch bei der Jubiläumsfeier deutlich, zu der die „Oldies“ eingeladen hatten und zu der sogar Rheda-Wiedenbrücks Bürgermeister Theo Mettenborg angereist war, der die Oldie Wache in seiner Heimat im vergangenen Jahr mit dem Ehrenbrief der Stadt ausgezeichnet hatte. „Das Menschen hier zusammenkommen mit so viel freundschaftlicher Verbindung und so viel Herz, ist das Schönste“, erklärte er.
Auch Neustadts Bürgermeister Mirko Spieckermann stimmte in die Lobesworte ein und bedankte sich für das langjährige Engagement, das nicht selbstverständlich sei. Erst recht nicht, wenn man einen Blick auf das zweite Jubiläum wirft: Dietrich Grochtdreis, bei allen als „Didi“ bekannt, kann auf 50 Jahre durchgehende Wache in Pelzerhaken zurückblicken und hat damit nicht nur ein halbes Jahrhundert Ehrenamt auf dem Kerbholz, sondern auch für jede Menge Anekdoten gesorgt, die natürlich auf der Jubiläumsfeier wieder hervorgeholt wurden.
„Wenn man das hier so macht, wie wir, muss man schon ganz schön einen am Paddel haben“, scherzte Thomas Busse, der gemeinsam mit seiner Wachmannschaft ein graviertes Paddel an den Jubilar übergab. Doch bei all der guten Laune wurden auch ernstere Töne angeschlagen: „Durch Didis Weitblick wurde so manches Unglück verhindert“, erinnerte Bürgermeister Mirko Spieckermann und ließ es sich anschließend nicht nehmen, Andeutungen auf legendäre Bootspartys, gründliche Küchenreinigungen oder Baggerlizenzen zu machen, die für den ein oder anderen Lacher sorgten. Von offizieller Seite gab es für den Jubilar eine Ehrenurkunde für 50 Jahre ehrenamtliches Engagement im zentralen Wasserrettungsdienst Küste der DLRG, die Alexander Paffrath, Einsatzleiter im DLRG-Präsidium, übergab.
Für Didi selbst ist an Aufhören nicht zu denken. Er schloss mit den Worten: „Ich komme gerne hier her, solange die Jungs noch frisch sind. Ich bin es auf jeden Fall.“ (ko)

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