

Neustadt. Gefühle können ganz schön durcheinanderwirbeln, mal geht es rasant bergauf, dann wieder steil hinab. Wie Kinder mit diesem ständigen Auf und Ab umgehen können, zeigte Dr. Daniel Ehmke bei der jüngsten Kinderunivorlesung am vergangenen Samstag in der Aula der Jacob-Lienau-Schule. Der Ärztliche Direktor des Ameos Klinikum Neustadt begrüßte zahlreiche junge Zuhörerinnen und Zuhörer zu seinem Vortrag „Meine Gefühlswelt, ein ständiges Auf und Ab“.
Schnell wurde deutlich, dass das Ameos Klinikum ein bedeutender Arbeitgeber in der Region ist. Viele Kinder berichteten, dass Eltern, Nachbarn oder Bekannte dort ebenfalls arbeiten. Entsprechend aufmerksam verfolgten sie die Ausführungen des sympathischen Dozenten, der es verstand, komplexe Themen kindgerecht und anschaulich zu erklären.
Mit dem Bild einer Gefühlsachterbahn beschrieb Dr. Ehmke, warum es völlig normal ist, wenn sich Freude, Traurigkeit oder Wut abwechseln. Unterschiedliche Gefühle seien wichtig und hätten jeweils ihre Aufgabe. Freude, Glück oder Mut könnten wie ein Turboboost wirken und antreiben. Angst, Wut oder Ekel fungierten als Bodyguard, der schütze und vor Gefahren warne.
Auch ein kleiner Ausflug ins Gehirn durfte nicht fehlen. Die Amygdala, so erklärte Ehmke, sei ein Punkt im Gehirn, der wie ein innerer Wachhund fungiere und im richtigen Moment Alarm schlage. Manchmal belle dieser Wachhund jedoch zu laut, etwa wenn man unverhältnismäßig wütend werde. Dann helfe es, bewusst gegenzusteuern. Als praktische Übung stellte der Mediziner die sogenannte Gorilla-Atmung vor, die die Kinder direkt ausprobierten und die dabei hilft, sich wieder zu beruhigen.
Interaktiv ging es beim Gefühlswetterbericht weiter. Gemeinsam überlegten die Teilnehmenden, welche Emotionen eher Sonnenschein, Regen oder Gewitter gleichen. Ein Gefühle-Quiz sorgte zusätzlich für Bewegung und viel Action im Saal. Dabei zeigte sich, dass die Kinder bereits ein erstaunlich gutes Gespür für ihre eigenen Emotionen haben.
Am Ende erlebten die Kinder einen lehrreichen, kurzweiligen und interessanten Unitag, der nicht nur Wissen vermittelte, sondern auch Mut machte, die eigene Gefühlswelt besser zu verstehen.
Die nächste Kinderuni findet am 21. März statt und ist für die Minis von 3 bis 11 Jahren (mit Begelitung). Das Thema lautet „Adele-Ukulele - oder, warum mit Musik alles besser geht“. In dem einstündigen Programm ist Musik das zentrale Thema. In spielerischer Weise werden Lieder präsentiert und müssen natürlich kräftig mitgesungen werden. Der Eintritt ist frei. (red/gm)



